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„PV-BRANCHE ENTWICKELT SICH GUT“

Großauftrag für Solarparks in Brandenburg: Schletter Group mit Zentrale in Kirchdorf liefert Montagesysteme

Luftbild vom Areal bei Gottesgabe im östlichen Brandenburg: Für einen der größten Solarparks in Europa liefert die Schletter Group (Zentrale in Kirchdorf bei Haag) die Montagesysteme.
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Luftbild vom Areal bei Gottesgabe im östlichen Brandenburg: Für einen der größten Solarparks in Europa liefert die Schletter Group (Zentrale in Kirchdorf bei Haag) die Montagesysteme.
  • Andrea Klemm
    VonAndrea Klemm
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  • Heike Duczek
    Heike Duczek
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Der weltweit tätige Solar-Montagehersteller Schletter Group hat den Zuschlag für eines der größten Solarprojekte Europas erhalten: Das Unternehmen mit seiner Zentrale in Kirchdorf bei Haag liefert die Montagesysteme für die Solarparks „Gottesgabe“ und „Alttrebbin“ im östlichen Brandenburg mit einer Leistung von jeweils 150 MWp.

Kirchdorf – Der Großauftrag stärkt auch den Standort Kirchdorf bei Haag, der in den vergangenen Jahren unruhige Zeiten erlebt hatte.

Systempartner für Großprojekte

Schletter setzt bei den geschäftlichen Aktivitäten besonders auf die Rolle als Systempartner für Großprojekte weltweit. Wie viele sind das denn jährlich?

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„Wir rechnen nicht in Projekten, sondern in Zubau, also wie viel Photovoltaik-Leistung wir installieren. Hier lagen wir zuletzt bei rund 3 GW pro Jahr. Wichtige Leuchtturmprojekte sind etwa das Projekt in Brandenburg gemeinsam mit EnBW – mit 300 MWp eines der größten in Europa“, teilt Florian Roos, CEO der Schletter Group, auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen mit.

„Wir liefern unsere Systeme weltweit, in Europa, den USA, Mittel- und Lateinamerika, Australien, Afrika, den Mittleren Osten sowie China und Südost-Asien.“

700.000 Module werden installiert

Insgesamt steige der Trend zu Großprojekten weltweit. „Zum einen, weil wir den Zubau an Kapazitäten brauchen um Klimaziele zu erreichen. Und zum andern, weil bei Großprojekten durch Skaleneffekte die Kosten pro Kilowattstunde erzeugtem Strom sinken“, so der CEO.

Für wettbewerbsfähigen Solarstrom

Die beiden Anlagen „Gottesgabe“ und „Alttrebbin“ sind Teil eines regionalen Solar-Clusters des Energieunternehmens EnBW mit einer Gesamtleistung von rund 500 MWp.

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„Projekte dieser Größenordnung spielen eine wichtige Rolle, um mit wettbewerbsfähigem Solarstrom den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland voranzubringen“, betonte Sven Höpfner, Key Account Manager bei der Schletter Group. Beide Projekte würden von EnBW ohne Fördermittel realisiert.

Ende 2021 sollen beide Solarparks in Betrieb genommen werden

Auf einer Baufläche von rund 250 Hektar (125 Hektar in Alttrebbin, 122 Hektar in Gottesgabe) werden nach Angaben der Schletter Group in den kommenden Monaten rund 700.000 Module installiert. Für die Montage komme das Schletter-Freilandsystem „FS Duo“ zum Einsatz. Das Zweistützensystem sei durch seine kurze Montagezeit und hohe Spannweiten besonders wirtschaftlich und zugleich sehr langlebig und belastbar, so die Unternehmensleitung. Die Montagetische würden mit Rammfundamenten im Boden verankert. Der Betreiber EnBW will die beiden Solarparks Ende 2021 in Betrieb nehmen. Nach ihrer Fertigstellung werden sie zusammen voraussichtlich rund 300 Gigawattstunden Strom pro Jahr produzieren –genug, um rund 90.000 Haushalte mit Energie zu versorgen. Dadurch könnten jährlich etwa 200 000 Tonnen CO2 eingespart werden, teilt Schletter mit.

140.000 Haushalte bekommen Solarstrom

Gemeinsam mit dem nahegelegenen 187 Megawatt großen EnBW-Solarpark Weesow-Willmersdorf – bislang der größte Solarpark Deutschlands – bilden sie künftig ein Solar-Cluster mit einer Gesamtleistung von fast 500 MWp.

Alle drei Projekte zusammen sind in der Lage, rund 140.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Solarstrom versorgen, betont die Schletter Group in einer Pressemitteilung weiter. Sie zählt nach eigenen Angaben zu den führenden Herstellern für Photovoltaik-Montagesysteme aus Aluminium und Stahl weltweit. Die Unternehmensgruppe fertige Montagesysteme für Dächer, Fassaden und Freiflächen (Solarparks).

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Mit einem internationalen Netz aus Produktions-,Vertriebs-und Servicegesellschaften sei das Unternehmen in allen wichtigen internationalen Märkten aktiv.

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Schletter und die Pandemie:

Die Pandemie hat dem Unternehmen nicht geschadet. „Was Fertigung und Lieferfähigkeit angeht, haben wir in der Corona-Pandemie stark davon profitiert, dass wir in den vergangenen Jahren unsere Lieferkette weltweit zu einer ,global supply chain‘ ausgebaut haben. Deshalb sind wir weniger abhängig von einzelnen Lieferanten und sehr flexibel. Ernsthafte Probleme mit der Lieferfähigkeit hatten wir deshalb nicht“, sagt CEO Florian Roos.

In anderen Bereichen sei die Pandemie ein Katalysator für Digitalisierung und neue interne Prozesse gewesen. Die Arbeit im Home-Office habe beispielsweise so gut funktioniert, dass das Unternehmen auf in Post-Corona-Zeiten wegwolle von der reinen Präsenz-Kultur. „Das Büro wird ein wichtiger Ort bleiben, dort wird ja nicht nur gearbeitet, es ist auch ein wichtiger sozialer Raum. Gerade jetzt merkt man, wie wichtig der regelmäßige Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen ist“, so Roos.

Die Schletter Group will ihren Teams mit flexibleren Modellen ermöglichen, Beruf und Familie besser zu vereinen.

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Interview mit CEO Florian Roos:

Werden vom Unternehmen auch Montagesysteme für kleinere oder private Anlagen entwickelt/geliefert?

Florian Roos: Auf jeden Fall. Systeme für Ein- und Mehrfamilienhäuser sind nach wie vor ein ganz wichtiger Schwerpunkt in unserem Sortiment. Zumal kleinere PV-Anlagen bis 10 bzw. 30 kWp durch Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz für Anwender nochmal deutlich attraktiver geworden sind.

Wir haben etwa dieses Jahr unser neues Schrägdachsystem „ProLine“ auf den Markt gebracht. Mit verbesserten Profilgeometrien ist es deutlich materialeffizienter bei gleicher oder besserer statischer Belastbarkeit. Außerdem geht die Montage schneller und einfacher als beim Vorgängermodell – und ist dadurch günstiger.

Wie hoch ist der Umsatz der Schletter Goup im Jahr 2020 gewesen?

Roos: Absolute Zahlen nennen wir nicht. Aber trotz der Corona-Krise ist unser Umsatz 2020 deutlich gestiegen.

Wie sind die Erwartungen für 2021?

Roos : Unsere Auftragslage zeigt deutlich, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Wir erwarten weiterhin ein Umsatzwachstum im zweistelligen Prozent-Bereich.

Welche Rolle spielt in der Gruppe der Standort Kirchdorf?

Roos: Kirchdorf ist unsere Zentrale, dort laufen die Fäden unserer weltweiten Unternehmensgruppe zusammen. Neben der Verwaltung befindet sich hier unsere Entwicklungs- und Strategie-Abteilung sowie das Qualitätsmanagement. Außerdem unterhalten wir in Kirchdorf unser Großlager für den Versand in Europa. Produziert wird hier nicht.

Wie viele Mitarbeiter sind am Standort Kirchdorf beschäftigt?

Roos: Der Standort ist auf knapp 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewachsen. Wir stellen weiter Leute ein, und wir bilden aus: Im September begrüßen wir unsere neuen Azubis.

Wie schaut die Zukunft des Standortes Kirchdorf aus, der ja unruhige Zeiten erlebt hat?

Roos: Kirchdorf ist Herz und Hirn unseres wachsenden Unternehmens. Der Standort Kirchdorf selbst wächst ebenfalls: Wir haben in den letzten Monaten eine Reihe von Neueinstellungen vorgenommen und auch aktuell sind eine Vielzahl von Stellen ausgeschrieben.

Wie bewerten Sie die Lage in der PV-Branche? Einerseits spielt sie beim Klimaschutz eine bedeutende Rolle, doch die Förderungen sind zurückgegangen.

Roos: Das ist kein Widerspruch, sondern eine gute Entwicklung: In vielen Regionen der Welt ist PV mittlerweile die mit Abstand günstigste Form der Stromerzeugung. Und auch in Deutschland ist PV wettbewerbsfähig: So wurde etwa unser 300 MWp-Großprojekt in Brandenburg gemeinsam mit EnBW ohne Fördergelder errichtet.

Vor diesem Hintergrund sehen wir die langfristige Entwicklung der Branche sehr positiv. Kurz- und mittelfristig müssen schon jetzt deutlich mehr PV-Kraftwerke gebaut werden, um den Wegfall der umweltschädlichen fossilen Kraftwerke zu kompensieren und um zusätzliche emissionsfreie Kapazitäten für die umweltfreundliche Nutzung der Elektromobilität aufzubauen. Es müssen daher dringend zusätzliche Möglichkeiten geschaffen werden, um mehr Solar-Anlagen zu bauen.

Deshalb sollte die Förderung kleiner Anlagen und damit vor allem der Eigenverbrauch deutlich unkomplizierter geregelt werden. Die Förderung der größeren Anlagen kann durchaus auf einem ähnlichen Niveau bleiben, aber der Bau von neuen Solar-Anlagen muss schnellstens auf alle Flächen und auf alle Gebäude, vor allem auch in der Landwirtschaft, ausgeweitet werden.HEIKE DUCZEK

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