Gravierende Umsatzeinbußen wegen des Coronavirus

Tauschten sich darüber aus, wo die Unternehmen der Schuh drückt:(von links) Peter Lachenmeir (Mitglied im Regionalausschuss Traunstein), Nikolaus Binder (Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Traunstein), Gastgeber Joseph Pfeilstetter, Dr. Manfred Gößl (Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern), Wolfgang Janhsen (Leiter der IHK-Geschäftsstelle Rosenheim) und Robert Obermeier (Chefvolkswirt der IHK für München und Oberbayern). IHK für München und Oberbayern

Traunstei. n – Mit der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus und die Auswirkungen auch auf die heimische Wirtschaft hat sich der IHK-Regionalausschuss Traunstein bei seiner jüngsten Sitzung beschäftigt.

Als Gäste begrüßte der Ausschussvorsitzende Nikolaus Binder den Traunsteiner Landrat Siegfried Walch und den IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl, der bei seinem Antrittsbesuch über die Folgen des Coronavirus und seine Ziele als IHK-Chef sprach. Die lokalen Unternehmer trafen sich in der Kreisstadt bei Edeka Pfeilstetter.

Über 50 Prozentder Firmen betroffen

„Hotellerie und Gastronomie, Handel und Freizeiteinrichtungen in München bekommen das Virus bereits mit zum Teil gravierenden Umsatzeinbußen zu spüren“, erklärte Gößl. Die bayerischen IHKs hatten zu den wirtschaftlichen Auswirkungen zahlreiche Mitgliedsunternehmen befragt. „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass in Oberbayern schon jetzt mehr als 50 Prozent der Unternehmen Umsatzeinbußen verzeichnen“, so Gößl. Die IHK stehe in der schwierigen Situation eng an der Seite der Betriebe.

Über arbeitsrechtlicheFragen informiert

„Wir informieren unter anderem auf unserer Webseite mit einem umfangreichen Service-Angebot zu allen relevanten Fragen rund um die Auswirkungen des Virus“, informierte der Hauptgeschäftsführer die anwesenden Geschäftsleute. Sein Appell: „Das öffentliche Leben und das Wirtschaftsleben darf nicht zum Stillstand gebracht werden.“

Als Hilfe für die Wirtschaft forderte Gößl von der Politik die sofortige Reaktivierung der Kurzarbeiterregelung wie der Kreditabsicherung zu Zeiten der Finanzkrise. Ferner brauche es die zinsfreie Stundung von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen „Stellen wir die Weichen schnell richtig, dann packen wir das zusammen“, lautete seine Botschaft an den IHK-Regionalausschuss.

Neben dem aktuellen Thema Coronavirus sprach Gößl bei seinem Antrittsbesuch über seine Arbeit und Ziele als neuer IHK-Chef. „Für mich sind die ersten Ansprechpartner die Mitglieder der Regionalausschüsse“, sagte er. Von den heimischen Unternehmen erfahre er am eindrücklichsten, wie Bürokratie die wirtschaftliche Entwicklung bremse und wie sehr der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko werde. „Ich will von Ihnen vor Ort hören, wo der Schuh drückt und gleichzeitig Ihnen mit auf den Weg geben: Die IHK ist für Sie da und setzt sich für Ihre Interessen ein“, so Gößl an die regionale Unternehmerschaft.

Als Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses freut sich Nikolaus Binder über den Besuch des Hauptgeschäftsführers. „Es war ein starkes Zeichen an die ehrenamtlich aktiven Unternehmer und die gesamte heimische Wirtschaft. Aus erster Hand konnten wir erfahren, wie sich die IHK für die Belange der Unternehmer einsetzt und gleichzeitig wurde wieder deutlich, wie breit das Service- und Beratungsangebot der IHK für alle Betriebe ist.“ Es sei gut, wenn die Nöte und Sorgen der heimischen Wirtschaft gehört werden und sich der Hauptgeschäftsführer auf politischer Ebene für Lösungen einsetze.

Vor Beginn der Sitzung hatte Gastgeber Joseph Pfeilstetter die Ausschussmitglieder durch eine seiner Supermarkt-Filialen geführt. Dabei ging der Unternehmer auf regionale Lebensmittel und Produkte sowie auf nachhaltige Verpackungen ein.

Mittelständlerstark vertreten

Anschließend betonte Landrat Siegfried Walch in seinem Grußwort, dass es in der Region in allen Wirtschaftsbereichen erfolgreiche Unternehmen gebe. Vor allem mittelständische Betriebe seien stark vertreten. „Unternehmen sehen den Landkreis nicht nur als ihre Produktionsstätte, sondern auch als ihre Heimat“, sagte der Politiker.

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