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Aktuelles Interview

Führungswechsel bei der ROFA Group: „Mitarbeiter sind das wertvollste Gut“

Andreas Bauer wird neuer Vorstandsvorsitzender der Rofa-Gruppe.
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Andreas Bauer wird neuer Vorstandsvorsitzender der Rofa-Gruppe.
  • Ulrich Nathen-Berger
    vonUlrich Nathen-Berger
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Führungswechsel an der Spitze der ROFA Group: Andreas Bauer übernimmt das Amt des Vorstandsvorsitzenden mit klaren Zielen. „Grundsätzlich hat nur der Erfolg, der sich unterscheidet“, sagt der 49-jährige Manager im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen.

Kolbermoor – Vom mittelständischen Unternehmen zur global agierenden Unternehmensgruppe: Die ROFA AG in Kolbermoor hat sich im Laufe der Jahrzehnte nach der Gründung Ende der 1960er Jahre mit Namen „Rosenheimer Förderanlagen“ vom mittelständischen Unternehmen zur global agierenden Unternehmensgruppe ROFA Group gewandelt. Jetzt gab es eine Änderung an der Spitze: Zum Jahresbeginn wechselte der langjährige Vorstandsvorsitzende Wolfgang Koszar in den Aufsichtsrat; sein Amt übernahm Andreas Bauer. Der 49-Jährige stellte im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen unter anderem seine Unternehmenserfahrung und seine Ziele als führender Manager vor.

Sie haben Ihr Amt als neuer Vorstandsvorsitzender der ROFA-Gruppe Anfang des Jahres angetreten. Wie haben Sie die ersten Monate erlebt?

Andreas Bauer: Grundsätzlich ist die Arbeit im Vorstand für mich nichts Neues. Bevor ich die Position als Vorsitzender im Januar übernommen habe, war ich seit 2012 Mitglied des Vorstandes und seit 2005 auch Geschäftsführer von unterschiedlichen Gesellschaften in unserer Gruppe. Diese neue Aufgabe bringt aber sicherlich zusätzliche Verantwortung mit sich.

Ein Vierteljahrhundert lang haben Sie Erfahrungen sammeln können – wie greifen die jetzt?

Bauer (Lachend): Ein Vierteljahrhundert hört sich für mich im ersten Moment von der Zahl her etwas erschreckend an – aber Erfahrung hilft immer, sie ist nur ersetzbar durch Erfahrung. Insbesondere ist es natürlich sehr wichtig für eine Führungsperson oder auch -Mannschaft, das Geschäft gut zu kennen, auch die Prozesse im Unternehmen, um dort zielgerichtet eingreifen und steuern zu können. Da ich seit Jahren schon in Führungsverantwortung bin, habe ich im Vorfeld die Prozesse mitentwickeln dürfen.

Wie haben Sie in dieser Zeitspanne die Entwicklung der Firmengeschichte miterlebt?

Bauer: Als eine immer sehr spannende und eine sehr fordernde, aber für mich immer als eine sehr bereichernde Zeit. Wir sind seit 1967 für die Automobilindustrie Anbieter für automatisierte Produktionsanlagen im Bereich der Fördertechnik und international aufgestellt. Das erfordert sehr viel Einsatz und Reisetätigkeit, sozusagen immer einen Meter mehr zu gehen als der Wettbewerb. Denn grundsätzlich hat nur der Erfolg, der sich unterscheidet. Daran hat das ganze Unternehmen immer geglaubt und gearbeitet – wie ich auch. Auf diese Erfolgsgeschichte können wir mit viel Stolz zurückblicken. Als ich gestartet bin, gab es etwa 50 Mitarbeiter im Unternehmen und der Umsatz lag bei rund zehn Millionen Euro. Jetzt liegt der Umsatz der Gesellschaft bei knapp 360 Millionen Euro Umsatz, für die über 1200 Mitarbeiter sorgen. Darauf bin ich auch persönlich sehr stolz.

Als Ihre vordringlichste Aufgabe wurde Anfang des Jahres die zukunftsorientierte Aufstellung und der Ausbau der ROFA-Gruppe genannt. Wie werden Sie diese Aufgabe angehen?

Bauer: In Zeiten ständiger Veränderungen, die wir durchleben, müssen immer klare Vorstellungen und Ziele formuliert werden. Man muss selbst dazu bereit sein, diesen Wandel mitzutragen und zu steuern, immer mit dem Blick auf kurz-, mittel- und langfristige Ziele. Seit fast 13 Monaten sind wir alle mit der Bewältigung der Corona-Pandemie gut beschäftigt. Hier ist die oberste Priorität, unser Unternehmen durch diese fordernden wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen zu führen. Unsere Ziele diesbezüglich stehen fest: Wir wollen keinen Mitarbeiter freisetzen. Im Gegenteil: Wir wollen die Zeit nutzen, um die Betriebsabläufe zu straffen, unsere Mitarbeiter zu schulen und in Teilbereichen auszubauen. Das klingt vielleicht konträr zur Philosophie anderer Firmen, aber das hat uns zum Beispiel in einer Krise im Jahr 2008 einen klaren Wettbewerbsvorteil gegeben.

In wieweit werden Sie bei diesen Bestrebungen von den Corona bedingten Beschränkungen gebremst?

Bauer: Geschäfte lassen sich nur abwickeln, wenn man zu den Kunden reisen kann. Wir sind eine internationale aufgestellte Unternehmensgruppe. Durch diese Reisebeschränkungen haben wir sehr große Schwierigkeiten, unsere Arbeit durchzuführen und abzuwickeln. Zudem arbeiten sehr viele Mitarbeiter im Homeoffice, dadurch leiden Innovation, Austausch und Kommunikation. Da hat die Corona-Pandemie definitiv einen Einfluss drauf. Dass das komplette Wirtschaftsleben global gesehen eingeschränkt ist, dass wir hier sinkende Wirtschaftszahlen haben. Das ist ja hinlänglich bekannt.

Mehrfach wurde die ROFA-Gruppe als Top-Arbeitgeber im Mittelstand ausgezeichnet. Wie bewerten Sie als Manager diese Siegel?

Bauer: Wichtig sind natürlich die Produkte, aber das wertvollste Gut, das ein Unternehmen hat, sind die Mitarbeiter, die diese Produkte auch herstellen können. Wir haben aufgrund des Wachstums insbesondere in den vergangenen zehn Jahren sehr deutlich feststellen müssen, dass qualifizierte Mitarbeiter extrem schwer zu bekommen sind. Wir mussten sehr viel Zeit, Geld und Aufwand in die Gewinnung von neuen Mitarbeitern stecken. Sie werden nicht mehr, sondern weniger.

Ist dieses Problem unserem Bildungssystem geschuldet?

Bauer: Das Bildungssystem hat sicherlich Einfluss darauf. Ich will nicht sagen, dass es schlecht ist. Im Vergleich mit China schneiden wir mit Blick auf die schiere Zahl der Hochschulabgänger aber schlechter ab (rund 400000 Ingenieure jährlich, Anm. d. Red.). Dadurch haben wir sicherlich einen wirtschaftlichen Nachteil. Andererseits ist es auch so, das junge Menschen immer höhere Anforderungen an den Zustand stellen, Leben und Arbeiten besser in ein Gleichgewicht zu bringen. Das bedeutet, dass Unternehmen in fordernden Branchen sich entsprechend aufstellen müssen. Das ist nicht in allen Unternehmensbereichen möglich. Zum Beispiel für Ingenieure, die viel reisen müssen. Manche junge Akademiker sagen, das ist super, viele lehnen aber ab, weil es mit ihrer Familien- oder Lebensplanung nicht in Einklang zu bringen ist.

Was macht der Job mit Ihnen persönlich? Woher beziehen Sie die Kraft dafür?

Bauer: Mir macht der Job Spaß. Seit Beginn meiner beruflichen Tätigkeit habe ich immer für einen guten Ausgleich gesorgt. Den finde ich in meiner Familie, im Sport beim Moutain-Biken und auf Geschäftsreisen beim Erkunden neuer Kulturen.

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