B11 HAT DEN ZWEITEN PREIS BEIM MEGGLE-GRÜNDERPREIS GEWONNEN

„So flexibel wie die Arbeitswelt“

Die Stoffbezüge werden mit der Maschine genäht.
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Die Stoffbezüge werden mit der Maschine genäht.

Großraumbüros sind in vielen Unternehmen gang und gäbe – mit allen akustischen Problemen, die damit einhergehen. Ein Unternehmen, das sich mit flexiblen, Schall absorbierenden Raumelementen beschäftigt, ist „B11“. Für sein Konzept ist Firmengründer Dirk Huber in diesem Jahr mit dem Meggle-Gründerpreis ausgezeichnet worden.

Edling – Sie können wie unifarbene Bilder an der Wand hängen, als Sitzhocker im Raum stehen, als Quader von der Decke hängen oder als Trennwände zwischen Schreibtischen angebracht werden: Die Flexibilität der Raumelemente, die für eine bessere Akustik vor allem in Großraumbüros sorgen sollen, ist für Dirk Huber (40) ein entscheidender Faktor des Geschäftsmodells seines Unternehmens „B11“ mit Sitz in Edling. Das hat auch die Jury des Meggle-Gründerpreises in diesem Jahr überzeugt und den Unternehmer mit dem zweiten Platz ausgezeichnet.

Im vergangenen Jahr hatte sich Huber schon einmal beworben. „Nachdem ich gesehen habe, wer ausgezeichnet wurde, habe ich mir schon die Frage gestellt, ob ich es überhaupt noch mal probieren soll“, blickt der Unternehmer zurück. Schon allein die Umsätze, die sich bei „B11“ auf etwa eine halbe Million Euro belaufen, seien nicht zu vergleichen. Dennoch hat sich der Gründer von „B11“ noch einmal beworben – und es in diesem Jahr geschafft.

Zunächst zusammen mit einem Partner hatte sich Huber im Bereich Büroplanung und Montage mit deutschlandweiten Projekten selbstständig gemacht. Erst seit rund fünf Jahren ist der gelernte Bürokaufmann mit seinem eigenen Unternehmen am Markt. „Angefangen haben wir mit dem Verkauf von Akustikelementen eines heutigen Hauptmitbewerbers“, so Huber. Erst seit 2013 baut das Unternehmen eigene Lösungen – mit einem Fokus auf Flexibilität.

Von der Konkurrenz absetzen

So will man sich auch von Mitbewerbern, die laut Huber immer mehr werden, absetzen. Denn Produkte, wie sie das Edlinger Unternehmen herstellt, gibt es bereits. „Die Arbeitswelt ist flexibler geworden, als sie noch vor einigen Jahren war. Daher können unsere Elemente auch abmontiert und wiederverwendet werden.“ Oder sie werden – wie ein Hocker – als Möbelstück verwendet. Zudem seien sie sehr leicht. Sich über den Preis zu definieren, strebt „B11“ hingegen nicht an.“

Als die Entscheidung gefallen ist, mit eigenen Entwicklungen an den Markt zu gehen, hat Dirk Huber innerhalb von drei Monaten die neuen Unternehmensstrukturen für Produktion, Marketing und Vertrieb hochgezogen. „Wir sind sieben Verrückte, die alle an einem Strang ziehen. Ohne mein Team wäre das alles nicht möglich gewesen“, so Huber. Die Schnelligkeit, mit der das Team auf Anfragen reagiere, ist für den Firmengründer ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. „Bei Bedarf entwickeln und fertigen wir auch über Nacht.“ Das sei vor allem aufgrund der guten Partner in der Region möglich. Eine eigene kleine Produktion hat „B11“ zudem in Albaching.

Vertrieb in Europa und Deutschland ausweiten

Das Unternehmen „B11“ macht heute 90 Prozent seines Umsatzes deutschlandweit, mit vielen Projekten vor allem in Nordrhein-Westfalen. Das liege daran, dass das Händlernetz, über das das Edlinger Unternehmen seine Produkte vertreibt, in diesem Bundesland besonders ausgeprägt ist. Die restlichen zehn Prozent machen hauptsächlich der österreichische und Schweizer Markt aus. „Wir haben aber auch schon nach Spanien geliefert“, sagt Huber. Insgesamt ist geplant, das Händlernetz deutschland- und europaweit weiter auszubauen.

Ein Bereich, in dem die Elemente zusätzlich zum Büro immer häufiger Anwendung finden, ist der Kindergarten. Das habe vor allem mit gesetzlichen Bestimmungen zur Nachhallzeit zu tun, die eingehalten werden müssen, so der Firmen-Chef.

Das Preisgeld, so Dirk Huber, werde fürs erste „geparkt“. Ideen für neue Produkte gebe es viele. „Wir wollen immer einen Tick schneller sein als die Konkurrenz.“ Eine Aufstockung der Mitarbeiter sieht Huber nicht vor. „Wir haben ein gut funktionierendes Netzwerk, das ist entscheidend.“ Auf seine regionalen Partner könne er sich verlassen und auch bei Bedarf die Produktion hochfahren. „Dabei ist eine offene und ehrliche Kommunikation wichtig.“

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