Feier am Welttag „Spaß nach der Arbeit“

Neunfache Weltmeisterin: Rodlerin Nathalie Geisenberger aus Miesbach.

Rosenheim – 123 junge Fachkräfte aus dem Landkreis Rosenheim haben ein wichtiges Berufsziel erreicht und im vergangenen Jahr ihre Meisterprüfungen in 19 Handwerksberufen erfolgreich abgelegt.

Die Kreishandwerkerschaft ehrte die jungen Leute, zum zehnten Mal mit der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling als Partner.

„Schmieden Sieneue Pläne“

Alfons Maierthaler, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, gratulierte als Erster an diesem besonderen Tag zum Zeugnis einer fachlich anspruchsvollen Weiterbildung. Mit diesem Grundstein hätten die Meisterinnen und Meister beste Voraussetzungen für ihr weiteres Berufsleben, sagte Maierthaler. „Wir alle, die Sparkasse, die Innungen und die Kreishandwerkerschaft unterstützen Sie. Vernetzen Sie sich, bleiben Sie in Verbindung, schmieden Sie neue Pläne, stellen Sie sich finanziell gut auf. Vertrauen Sie auf ihre Familien, die zu Ihnen stehen, bei Misserfolgen und Erfolgen.“

Josef Huber, noch immer stolz auf seine einst bestandene Meisterprüfung, gratulierte als stellvertretender Landrat und im Auftrag der Stadt Rosenheim ausgerechnet am Welttag „Spaß nach der Arbeit“ – ein passender Zufall. „Meister“ komme vom lateinischen „Magister“, was im Mittelalter auf einer Stufe mit dem „Doktor“ gestanden habe, sagte Huber. Heute sei die Meisterausbildung eine finanzielle Belastung aufgrund von Gebühren und teilweisem Lohnausfall für die Jahre der Weiterbildung: „Da müssen wir Politiker nacharbeiten“, sah Huber Handlungsbedarf.

Die jungen Meisterinnen und Meister ließen sich gerne feiern und hörten von Nathalie Geisenberger, Rodlerin aus Miesbach: Es geht jeden Tag weiter, das Erreichte war nur ein Etappenziel, die Herausforderungen und die Notwendigkeit der Weiterbildung bleiben.

Sie schilderte ihren eigenen Weg, der sie zur weltweit erfolgreichsten Rennrodlerin gebracht hat. Dabei sei die Sportart erst Liebe auf den zweiten Blick gewesen, denn das erste Probetraining hinterließ ihren Worten nach wenig Eindruck und zum zweiten ging sie nur, um ihrem Vater einen Gefallen zu tun.

Trotz holprigem Start schaffte sie es in die Nationalmannschaft und zu den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver, wo sie die Bronzemedaille holte. Bei den Winterspielen 2014 in Sotschi und 2018 in Pyeongchang wurde sie sogar Olympiasiegerin im Einzel und mit der Mannschaft. Zudem wurde sie neunmal Weltmeisterin und gewann siebenmal den Weltcup.

Nach Rückschlägen wieder aufstehen

„Was habe ich für meinen Erfolg gebraucht? Klare Ziele, Willen und die Motivation, viel mehr zu tun als alle anderen. Wichtig war auch, nach Rückschlägen immer wieder aufzustehen. Dazu kommt das passende Umfeld aus Familie, Betreuern, Trainern und Mannschaftskollegen. Was dich nicht herausfordert, ändert dich nicht“, sagte Geisenberger.

Die sehr persönlichen Innenansichten einer Siegerin noch im Kopf, feierten die jungen Meisterinnen und Meister danach noch eine Weile im Rosenheimer Sparkassen-Hochhaus. Aber nicht zu lange, denn: „Morgen geht es doch weiter im Betrieb.“ wsp

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