EDER GMBH UNTER BAYERNS BEST 50

„Feedstar“ – ein Tuntenhausener Fütterungssystem geht um Welt

Das Fütterungssystem „Feedstar“ mit automatischem Restfutteraustrag ist eine Innovation der Eder GmbH. Dafür wurde das Unternehmen jetzt ausgezeichnet.
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Das Fütterungssystem „Feedstar“ mit automatischem Restfutteraustrag ist eine Innovation der Eder GmbH. Dafür wurde das Unternehmen jetzt ausgezeichnet.
  • Kathrin Gerlach
    vonKathrin Gerlach
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1,5 Milliarden Rinder, eine Milliarde Ziegen und eine Milliarde Schafe gibt es auf der Welt – und alle wollen sie fressen. Ihre Fütterung zeit- und platzsparend zu effektivieren, ist eine Stärke der Eder GmbH Tuntenhausen.

Tuntenhausen – Etwa 4000 Landwirte in Bayern, Deutschland und Europa kennen den oberbayerischen „Feedstar“ bereits. Auch in Indien und China wird mit dem Tuntenhausener Know-how gefüttert. Jetzt soll das automatische Fütterungssystem den Weltmarkt weiter erobern. Die angehende Wirtschaftsingenieurin Theresa Eder, die Enkelin von Firmengründer Josef Eder, hat dafür mit ihrer Bachelorarbeit nun auch die wissenschaftlich begleitenden Weichen gestellt.

Mit Kompetenz weltweit überzeugen

„Wesentliche Erfolgsfaktoren für die Internationalisierung eines Unternehmens sind innovative Produkte und qualifiziertes Personal“, erklärt die 23-Jährige. Und beides haben die Tuntenhausener. In die Wiege gelegt hat es ihnen Josef Eder schon vor mehr als 50 Jahren. Damals kaufte er von einem Landwirt die Idee für ein Futterband ab und entwickelte sie mit einem Team aus Ingenieuren, Technikern und Elektronikern weiter. Heute ist der „Feedstar“ eine patentierte Eder-Marke.

Die Idee ist eigentlich einfach: Ein mit einem Elektromotor angetriebenes Band befördert das Futter direkt vor die Mäuler der Tiere. Der Futtertisch mit ausreichend Platz für den Traktor wird nicht mehr gebraucht. Der Bewegungsbereich für die Herde wächst. Fährt der Traktor nicht mehr in den Stall, bleiben Abgase und Lärm draußen.

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Auch das Anschieben und Auskehren des Futters entfällt, denn nach der Mahlzeit fährt das Band die Futterreste zurück und wird automatisch gereinigt. Mit stationärem Futtermischer, Ladewagen, Heukran oder Dosiergerät wird das Band frisch beladen und fährt lautlos in den Stall zurück. Die Vorteile für den Landwirt: Er spart körperliche Arbeit und Zeit, aber auch Platz und damit Geld. Er verbessert das Tierwohl und gleichzeitig die Milchleistung.

Mehr als 100 dieser Futtersysteme werden in Tuntenhausen pro Jahr hergestellt. „Egal ob Umbau oder Neubau: Das System kann an nahezu jede Stallsituation angepasst werden, Höhenunterschiede oder Verwinkelungen überwinden“, erklärt Marco Dworschak, Teamleiter Feedstar in der Eder GmbH. Die Anlagen werden entsprechend der individuellen Bedürfnisse des Landwirts angefertigt, reichen von einfachen Basisvarianten bis zu computergesteuerten Vollautomaten mit unterschiedlichen Fütterungszeiten und Futtermengen. An der nächste Stufe der Automatisierung – Hochsilos oder Vorratsbehälter – arbeitet die Eder GmbH bereits.

Praktiker sind begeistert

Die Praktiker sind begeistert. „Eine Mordserleichterung und eine saubere Sache“, bringt es Landwirt Georg Matheis aus Wackersberg auf den Punkt. „In der Kombination mit dem Futtermischwagen lassen sich Rationen und Fütterungszeitpunkt automatisch einstellen“, erklärt Landwirtschaftsmeister Sebastian Seidl aus Högling. „Es spart Arbeit, Zeit und Platz“, sagt Biolandwirt Gerhard Breuer, der im österreichischen Mühlenviertel 150 Milchziegen hält.

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Begeistert ist auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Als er kürzlich die 50 wachstumsstärksten Mittelständler des Freistaates Bayern auszeichnete, war auch die Eder GmbH unter Bayerns Best 50. „Der bayerische Mittelstand steht für Innovationsfreudigkeit, unternehmerische Kreativität und zukunftssichere Geschäftsmodelle. Hier sind Stabilität, Fortschritt und Wettbewerbsfähigkeit zu Hause“, betonte Aiwanger. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie stellten die bayerische Wirtschaft gegenwärtig auf eine harte Probe. „Doch gerade die Flexibilität, Widerstandsfähigkeit und Substanz unserer kleinen und mittleren Unternehmen trägt maßgeblich dazu bei, diese Krise zu überwinden“, ist Aiwanger zuversichtlich.

EuroTier fand erstmals digital statt: Per Videostream auf Messerundgang

Aufgrund der Corona-Pandemie finden schon seit fast einem Jahr keine Messen statt. Deshalb wurde die EuroTier, die Weltleitmesse für Nutztierhaltungs-Profis, jetzt erstmals digital veranstaltet. Neben mehr als 300 interaktiven Vorträgen, Talkrunden und Diskussionsveranstaltungen gab es auch einen Showroom. Hier präsentierten 1223 Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen.

An den „Messestand“ der Eder GmbH Tuntenhausen kamen etwa 700 virtuelle Besucher, um sich in Videos, per Chat oder Livestream über den „Feedstar“ zu informieren. „Eine Online-Messe kann eine Präsenzmesse zwar nicht vollständig ersetzen, trotzdem war sie ein Erfolg, denn sie hat es den Kunden ermöglicht, zumindest virtuell durch eine Ausstellung zu schlendern“, resümiert Eder-Teamleiter Marco Dworschak die vier Messetage. Erfahrungsgemäß erwachsen aus etwa fünf Prozent aller Messekontakte konkrete Aufträge. Die beginnen bei Eder mit einer kompetenten Beratung für den Um- oder Neubau eines Stalles direkt vor Ort.

Zu „Bayerns Best 50“ gehört die Eder GmbH Tuntenhausen. Die Geschäftsführer Peter Eder, Georg Pfeilschifter und Gregor Ries (von links) und Angela Eder erhielten die Auszeichnung von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger im Corona-Jahr mit der Post.

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