WIRTSCHAFTSSTANDORT FRANKREICH

„Elsass ist eine gute Ausgangsposition“

Sascha Schnürer (von links), Dr. Martin Huber, Bertrand Lindner und Alexander Kühl von Wirtschaftsförderungsagenturen, Generalkonsul Jean-Claude Brunet, Alexander Lau von der IHK, Didier Gutzwiller und Pierre Wolff von der Montgelasgesellschaft.  pbj
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Sascha Schnürer (von links), Dr. Martin Huber, Bertrand Lindner und Alexander Kühl von Wirtschaftsförderungsagenturen, Generalkonsul Jean-Claude Brunet, Alexander Lau von der IHK, Didier Gutzwiller und Pierre Wolff von der Montgelasgesellschaft. pbj

Mühldorf. – Hohen Besuch haben Mühldorfs Landrat Georg Huber und der Landtagsabgeordnete Dr. Frankreich war jahrzehntelang der größte Handelspartner für Deutschland, wurde jedoch überraschend im vergangenen Jahr von den USA abgelöst.

Martin Huber jüngst bei einem Informationsseminar der Wirtschaftsjunioren Oberbayern begrüßt. Der Generalkonsul von Frankreich in Bayern, Jean-Claude Brunet, war zusammen mit Pierre Wolff, Vorsitzender der Montgelasgesellschaft, sowie Vertretern von Wirtschaftsförderungsagenturen und Köpfen aus der Wirtschaft unterwegs, um für Frankreich als Investitionsstandort zu werben. Davon, dass es auch bereits französische Investitionen in Bayern gibt, überzeugte sich der Konsul unter anderem bei der Firma Streumaster in Egglkofen.

„Ich gehe aber davon aus, dass das nur eine kurzfristige Entwicklung ist. Das Problem ist, dass die französische Gesamtwirtschaft geschrumpft ist“, erklärte Brunet. Nach aktuellen Zahlen ist Frankreich auf Platz fünf der Industrienationen zurückgefallen. Das Land beschreite unter Francois Hollande daher aktuell den harten Weg der Reformen, die ein Kabinett Schröder in Deutschland bereits vor rund 15 Jahren durchsetzte. In einem ersten Schritt seien zum Beispiel die französischen Regionen fusioniert: gab es bisher 22, die man am ehesten mit den deutschen Bundesländern vergleichen könnte, so sind es nun nur noch 13.

Zweisprachige Ingenieure

Um solchen Einsparungen und Reformen neuen Schub zu geben, ist auch Investitionskapital nötig. So sprach Bertrand Lindner von der Wirtschaftsförderungsagentur des Elsass für die Region an der deutschen Grenze: „Wir sind wohl die einzige Region in Frankreich, wo Sie gute Chancen haben, einen zweisprachigen, gut ausgebildeten Ingenieur zu finden.“ Von dort könne man dann eine Expansion in den ganzen französischsprachigen Raum, wie Nordafrika, planen.

Dabei gibt es schon jetzt sehr gute Verbindungen des Landkreises mit dem Elsass. So berichtete Didier Gutzwiller, wie er als Spezialist für Landmaschinen auch Haupteigner der Streumaster GmbH in Egglkofen wurde. „Wir sind nicht nur Marktführer in unserem Einsatzgebiet, sondern unsere Firmen in Nordfrankreich, dem Elsass und hier in Bayern ergänzen sich auch sehr gut.“

Landrat Huber wünscht sich für die Zukunft noch mehr Zusammenarbeit. Dass dafür das Haupthemmnis nach wie vor die fehlenden Sprachkenntnisse sei, erklärte Sascha Schnürer, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren in Oberbayern. „Englisch ist die internationale Wirtschaftssprache.“ Dr. Martin Huber betonte jedoch: „Man darf Frankreich als direkten Nachbarn Deutschlands nicht aus dem Blick verlieren, dafür sind die historischen Verbindungen zu groß.“ pbj

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