Eine Stütze in der Corona-Krise

Selbst die Gesellschafterin Evelyn Rickauer legt Hand an beim Produzieren der Masken. Dekumed

Bernau – „Über 100 Anfragen haben uns nach dem Aufruf im OVB, uns bei der Herstellung von Schutzmasken gegen Bezahlung auszuhelfen, erreicht“, sagt Dominik Rick auer, Prokurist der Dokument Kunststoff- und Medizintechnik GmbH & Co KG mit Sitz in Bernau.

Sein Unternehmen kann damit ab sofort die Produktion von Masken ausweiten und sich damit in die Bewältigung der Corona-Krise noch stärker einbringen.

Die Voraussetzungen dafür waren mehr als gegeben, denn das inhabergeführte Familienunternehmen mit 72 Mitarbeitern weist mehr als 45 Jahre Erfahrung in der Orthopädie- und Medizintechnikbranche auf. Rick auer erzählt, dass schon früh von staatlicher Stelle angefragt wurde, inwieweit Dekumed in dieser Ausnahmesituation helfen könne. Ein fünfstelliger Betrag wurde investiert, um kurzfristig eine Produktion großer Stückzahlen zu realisieren. „Die Motivation dahinter ist letztendlich das Schaffen einer Win-Win-Situation. Denn durch die Produktion der Masken können wir einerseits einen Beitrag für die Gesellschaft leisten und zum anderen in dieser schweren Zeit die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter sichern.“ Doch nicht nur das, zusätzlich sollen Masken und ein Teil des Erlöses für gemeinnützige Zwecke gespendet werden, verspricht Rickauer. Die Masken, so Rickauer weiter, seien sogenannte Behelfsmasken. Der dafür verwendete Stoff sei eine spezielle Mikrofaser mit hervorragenden Eigenschaften: Durch Silberionisierung antibakteriell ausgerüstet, wasser- und tröpfchenabweisend, besonders schnell trocknend sowie bis zu 200-mal auskochbar, erklärt Rickauer. „Der Stoff filtert dabei 96 Prozent der Teilchen bis zu einer Größe von drei Mü und entspricht damit Schutzklasse Typ 1.“ Für die FFP2- und FFP3-Masken bräuchte eine Zertifizierung.

Um die Produktion zu schultern, organisierte Rick auer einen Helferaufruf. Mit an Bord ist natürlich auch Gesellschafterin Evelyn Rick auer, die von sich selbst sagt, sie wolle „ein erstklassiges und gleichzeitig nachhaltiges Produkt zur Verfügung stellen.“ Außerdem wolle sie damit zeigen, dass im Moment jede helfende Hand benötigt wird. Nachdem der Helferaufruf im OVB erschienen war, standen die Leitungen nicht mehr still, berichtet Dominik Rickauer. Binnen 48 Stunden war die Produktion von Behelfsmasken organisiert. Ab sofort werden in Heimarbeit die Behelfsmasken produziert, die direkt nach Ostern vertrieben werden sollen. Zielgruppe sollen in erster Linie Pflegekräfte, Pflegeheime, Helfer, Ärzte und Gemeinden sein, aber selbstverständlich auch Privatpersonen, betont Rick auer. Ziel soll es sein, die Masken im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern für unter zehn Euro anbieten zu können.

Vorbestellungen werden ab sofort per E-Mail unter behelfsmaske@dekumed.de oder telefonisch unter 0 80 51/96 37 34 19 entgegengenommen.

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