HALVOTEC INFORMATION SERVICES KOMMT NACH RAUBLING

Vom Dienstleister zum Produktentwickler

Die Gründer Alexander Lerch und Ulrich Vogl führen die Halvotec Information Services GmbH auch heute noch. Im kommenden Jahr zieht das Rosenheimer Unternehmen nach Raubling um.  nk
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Die Gründer Alexander Lerch und Ulrich Vogl führen die Halvotec Information Services GmbH auch heute noch. Im kommenden Jahr zieht das Rosenheimer Unternehmen nach Raubling um. nk

Was als Gründung während der Studien- beziehungsweise Schulzeit begann, hat sich zu einem etablierten IT-Unternehmen mit rund 50 Mitarbeitern entwickelt. Aufgrund des erhöhten Platzbedarfs siedelt die Rosenheimer Halvotec Information Services GmbH im Mai 2018 nach Raubling um.

Rosenheim/Raubling – Für Alexander Lerch muss der Arbeitsplatz nicht in München liegen, um für namhafte Unternehmen große Projekte im Bereich der Softwareentwicklung zu stemmen. Mit der Halvotec Information Services GmbH, die er 1998 gemeinsam mit Ulrich Vogl und dem heute ausgeschiedenen Heinz Hafner gegründet hat, geht das auch aus Rosenheim. Heute ist das Rosenheimer IT-Unternehmen in ganz Deutschland sowie Österreich und Luxemburg aktiv – und betreut derzeit noch alle Kunden vom Firmensitz aus. „Mittelfristig werden wir uns jedoch aufgrund der Konzentrationen verschiedener Kunden auch über Standorte Gedanken machen“, stellt der Geschäftsführer in Aussicht. Zum Beispiel in Luxemburg, wo Lerch großes Potenzial für den Geschäftsbereich Financial Solutions sieht, oder im Norden Deutschlands. Auch weitere Märkte wie Italien und die Schweiz will das Unternehmen erschließen. „Hier sind wir gerade mitten im Prozess.“

Vom Projektgeschäft zum Produktgeschäft

In den vergangenen 18 Jahren hat sich die Halvotec Information Services GmbH von einem ursprünglich reinen Produktdienstleister zu einem Produktanbieter gewandelt. „Zwischen 60 und 70 Prozent unseres Umsatzes machen wir heute im Produktgeschäft, der Rest kommt aus individuellen Projektgeschäften, das ist sozusagen unser Business Development Bereich“, so Alexander Lerch, der in München Maschinenbau studiert hat. Im zweiten Semester ist er „in die IT-Branche gerutscht und hat kurze Zeit später zusammen mit Ulrich Vogl, der damals noch in der Kollegstufe war, und Heinz Hafner die AppCo gegründet, die heute unter Halvotec firmiert.

Das Projektgeschäft nicht aufzugeben sei wichtig, denn aus der kundenspezifischen Entwicklung würden neue Produktideen entstehen. „Dennoch ist man im reinen Dienstleistungsgeschäft austauschbarer, als wenn man sich mit eigenen Produkten bei seinen Kunden etabliert. Das ist ein Grund gewesen, sich stärker auf die Produktentwicklung zu konzentrieren“, erklärt der Unternehmer den Wandel. Die Stärke des Rosenheimer Unternehmens zeigt sich für den Geschäftsführer auch darin, dass 18 Jahre nach der Gründung noch kein Mitarbeiter ausschließlich mit dem Vertrieb der Produkte betraut ist.

Insgesamt ist das Unternehmen auf drei Säulen aufgebaut. „Wir sind in den Bereichen Social Solutions, Financial Solutions und dem großen Bereich Business Solutions aktiv“, erklärt Lerch. Ein Beispiel für Ersteren sind Berufsförderungswerke, führt Ulrich Vogl aus. Durch die in Rosenheim entwickelte Software könne zum Beispiel der gesamte Verwaltungsprozess von der Anmeldung eines Teilnehmers über die Ausbildung bis zur Abrechnung und Nachbetreuung zentral gesteuert werden. „Hier sind wir Marktführer.“ Im Bereich Financial Solutions hat das Rosenheimer IT-Unternehmen eine Software entwickelt, die Rückforderung ausländischer Quellensteuer zu einem Großteil automatisiert hat. „Heute ist dieser Prozess in vielen Banken noch durch manuelle Tätigkeiten geprägt. Durch unsere Software wird zwischen 80 und 90 Prozent des Vorgangs automatisiert“, erklärt Lerch. Der Bereich Business Solutions ist da weiter gefasst. Er kann von Softwarelösungen zur Digitalisierung von Arbeitsplätzen und der Vereinfachung sowie Beschleunigung täglicher Prozesse alles umfassen.

Mehr Platz für die Mitarbeiter

Aus dem ursprünglichen Drei-Mann-Betrieb ist heute ein Unternehmen mit gut 50 festangestellten Mitarbeitern geworden, mit Freiberuflern arbeitet Halvotec nicht zusammen. Auch die gestiegene Mitarbeiterzahl und der dadurch erhöhte Platzbedarf sind ein Grund, warum das Unternehmen im kommenden Jahr nach Raubling in das neu gebaute Alpenwerk übersiedeln wird. „Der Rohbau steht schon. Dann haben wir wieder alle Mitarbeiter auf einer Etage“, freut sich Alexander Lerch. Und auch weiterhin ist Halvotec auf der Suche nach neuen Beschäftigten.„Wir sind in den vergangenen Jahren in allen Bereichen gewachsen“, betont der Geschäftsführer. Eine enge Zusammenarbeit bestehe mit der Hochschule Rosenheim – ein großer Teil der Mitarbeiter hat dort studiert.

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