Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Wieder „Bayerns Best 50“

Die Denava AG in Edling steht für Wachstum mit sozialer Verantwortung

Strahlen mit Beate Böhm, Vorstandsvorsitzende der Denava AG aus Edling, um die Wette: Juror Prof. Dr. Thomas Edenhofer (links) und der Bayerische Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert (rechts). Das Edlinger Unternehmen, das im Bereich Nahrungsergänzungsmittel tätig ist, gehört wieder zu „Bayerns Best 50“.
+
Strahlen mit Beate Böhm, Vorstandsvorsitzende der Denava AG aus Edling, um die Wette: Juror Prof. Dr. Thomas Edenhofer (links) und der Bayerische Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert (rechts). Das Edlinger Unternehmen, das im Bereich Nahrungsergänzungsmittel tätig ist, gehört wieder zu „Bayerns Best 50“.
  • Andrea Klemm
    VonAndrea Klemm
    schließen

Man kann als Chef über den Fachkräftemangel jammern, oder es einfach so machen, wie beispielsweise die Denava AG in Edling: Quereinsteiger selbst ausbilden, Deutschkurse für Mitarbeiter mit Migrationshintergrund veranstalten – oder die Angestellten am Erfolg beteiligen und regelmäßig ihre Gehälter erhöhen. Die Holding gehört wieder zu „Bayerns Best 50“.

Edling – Neben der Mitarbeiter-Wertschätzung und flachen Hierarchien ist auch das stetige Wachstum ein Grund, warum das Familienunternehmen bereits zum zweiten Mal vom Bayerischen Wirtschaftsministerium als eines der Top 50 in Bayern ausgezeichnet wurde.

Die Holding-Tochter Goerlich Pharma ist als Auftragshersteller seit 1984 im Bereich Nahrungsergänzungsmittel – also Omega 3, Vitamine und etwa Mineralien – tätig und hat inzwischen mit der 2002 gegründeten Holding Denava AG 180 Mitarbeiter. Vor acht Jahren waren es noch 65.

Ganz am Anfang: Verpackt auf der Tischtennisplatte

Vorstandsvorsitzende Beate Böhm erinnert sich an die Anfänge des Geschäftes. Der inzwischen verstorbene Gründer Franz Görlich fing mit seinem Handelsunternehmen im Keller seiner Doppelhaushälfte in Reitmehring an. „Als die Familie wuchs, wurde es zu eng, dort die Kapseln auf der Tischtennisplatte zu verpacken“, schmunzelt sie und so folgte der Umzug auf einen Bauernhof in Griesstätt, wo Platz war – vorübergehend. Seitdem ist Böhm an Bord.

Kapseln mit Fischöl oder ganz ohne Inhalt

Hergestellt werden heute im großen Stil Kapseln – mit oder ohne Inhalt – und auch Tabletten und Sticks sowie die passende Verpackung dazu. Ideen, die keine Eintagsfliegen sind, sondern Trends, die sich durchsetzen, das will die Denava AG ihren Kunden anbieten. „Wir sitzen nicht im Elfenbeinturm und mischen Pülverchen zusammen. Wir haben die Marktsicht unserer Kunden und den Nutzen der Endverbraucher im Blick“, sagt Vorstand Dr. Dietmar Kapl im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Neben Präparaten mit Fischöl habe man auch ein Algenprodukt für Veganer im Portfolio.

Nur B-2-B

Abnehmer sind im B-2-B Apotheken, Multi Level Market und online-Vertrieb. Die Füllung wird nach dem Rezept des Auftraggebers erstellt – oder gemeinsam mit ihm entwickelt.

Die 50-Millionen-Euro-Umsatz-Marke werde die AG heuer zum ersten Maß reißen, so Kapl. Dabei entfalle auf die Tochterfirmen Goerlich Pharma ein Anteil von rund 30 Millionen. Hier stehen Omega 3-Produkte ganz oben. Und auf die GoCaps kommen etwa 20 Millionen Euro (leere Hartkapseln).

Corona hat dem Unternehmen nicht geschadet

Corona habe dem Unternehmen nicht geschadet, im Gegenteil. „Wir sind ja im Bereich Gesundheit tätig, und die braucht man zu Pandemiezeiten mehr denn je“, so Kapl.

Lesen Sie auch: GWÖ-Regionalgruppe Wasserburg sagt, „auch Kommunen müssen weg von Geiz is‘ geil“

Das kontinuierliche Wachstum sei nachhaltig und zweistellig – während der Markt nur einstellig wachse, erklärt Prokurist Axel Stock „Wir outperformen den Markt seit etwa zehn Jahren“, so Stock. Bei gutem Geschäftsverlauf bekommen die Angestellten eine Erfolgsprämie. „Das ist Motivation und Wertschätzung“, erläutert der kaufmännische Leiter. Ein Viertel der Mitarbeiter halte Anteile am Unternehmen. So bedeute Wachstum auch Wertsteigerung durch Mehrwert.

Hat gut Lachen bei dem Betriebsklima: das Führungstrio der Denava AG Prokurist Axel Stock (links), Vorstandsvorsitzende Beate Böhm sowie Vorstand Dr. Dietmar Kapl.

Angestellte auch Eigentümer

„Eine Angestellte sagte auf dem Gang mal stolz zu uns: Ich bin jetzt auch Eigentümerin.“ Kapl lächelt über diese Anekdote. Er erklärt, wie wichtig es sei, Fachleute am Standort zu halten, ans Unternehmen zu binden. Fehle Personal, das qualifiziert sei, bilde man einfach selbst aus: In einem zweijährigen von der IHK anerkannten Programm können auch Quereinsteiger zu Maschinen- und Anlagenführer in der Produktion ausgebildet werden.

Fachleute selber ausbilden

„Selber ausbilden statt Jammern“, sagt Kapl. So gebe es etwa für die Abteilung Verpackung Deutschkurse für Mitarbeiter, die aus 20 verschiedenen Nationen stammen. Es handle sich um einen sensiblen Lebensmittelbereich für medizinische Zwecke, die Kommunikation finde auf Deutsch statt.

Die Mitarbeiter stammen aus der Region Rosenheim, Wasserburg und auch aus der Landeshauptstadt. „München ist ja quasi ein Vorort von Edling“, sagt Böhm augenzwinkernd. „Unsere Philosophie heißt: Jeder muss gewinnen. Also nicht nur wir, sondern auch die Kunden, die Mitarbeiter, die Lieferanten und die Dienstleister“, so Kapl.

Das könnte Sie auch interessieren: Gemeinwohl-Ökonomie im Altlandkreis Wasserburg: Wie wir „enkeltauglich“ wirtschaften

Nur so könne man langjährige Geschäftsbeziehungen etablieren. „Was bringt es denn, beispielsweise den Lieferanten immer weiter im Preis zu drücken – dann haben wir ihn nicht lang“, ergänzt Vorstandsvorsitzende Beate Böhm. Man wolle als Unternehmen schließlich auch gut behandelt werden und behandle so alle Partner. „Natürlich sind wir auch Marktzwängen unterworfen, aber dann reden wir halt miteinander“, so Kapl.

Und natürlich müssen die Mitarbeiter etwas leisten, werden aber fair behandelt und gut bezahlt. „Schon unser Firmengründer sagte stets: Der Mitarbeiter steht im Mittelpunkt - er ist unser Kapital“, so Böhm.

Produktion in Edling

Produziert wird übrigens in Edling – mit einem hohen Vollautomatisierungsgrad. Ziel sei es, wertige Märkte zu erschließen, „nicht das Billigsegment. Wir wollen die Besten, nicht die Billigsten sein“, so Kapl.

Verantwortung fürs Klima in der DNA

Stets habe man auch die Aspekte Umwelt und Klima auf dem Schirm. So sei man im Rahmen des Umwelt- und Klimapaktes Bayern frisch zertifiziert. Der Fokus liege hier im Bereich unter anderem Abfallanfall sowie Mülltrennung.

Produktion im Reinraum: Bei der Denava AG werden Omega3-Kapseln hergestellt, aber auch Vitamine und Mineralstoffe. Neben der Produktion der Nahrungsergänzungsmittel fertigt das Unternehmen in Edling auch leere Hartkapseln sowie passende Verpackungslösungen.

Als in den 1990ern das Firmengebäude in Edling geplant wurde, habe Gründer Görlich bereits PV-Anlagen fürs Dach und die Parkplätze mitgedacht und eine geothermische Versorgung, die heizt und kühlt. „So können wir beispielsweise pro Jahr 30 000 Liter Heizöl einsparen. Für betriebliche Fahrten stehen den Mitarbeitern Hybridautos und E-Ladesäulen zur Verfügung. Viele nutzen auch das Angebot des Jobrades. „Die Verantwortung fürs Klima ist in unserer DNA“, betont Böhm.

Moral auch innerhalb der Lieferkette

Die Rohstoffe für die Kapseln werden aus der ganzen Welt bezogen, wie zum Beispiel Extrakte aus der Acerolakirsche aus Brasilien oder aus der Nachtkerze aus Neuseeland und China. Die Denava AG arbeitet nur mit zertifizierten Zulieferern zusammen, die garantieren, dass keine Kinderarbeit im Spiel ist und etwa die sozialen Bedingungen stimmen. „Wir wollen das garantieren – auch deswegen können wir nicht der billigste Anbieter sein“, so Böhm, die selbst herumgereist sei und viele der Partnerfirmen vor Ort gecheckt habe.

Mehr zum Thema

Kommentare