Ein Deckel erleichtert die Mülltrennung: Profol GmbH aus Halfing erhält Nachhaltigkeitspreis 2020

Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020 (von links): Stefan Schulze-Hausmann, Initiator des Deutschen Nachhaltigkeitspreises, Umweltaktivistin Alexandra Cousteau, Lionel Souque (Vorstandsvorsitzender REWE Group), sowie Preisempfänger Dr. Philipp Schieferdecker, CEO und der Inhaber Profol GmbH. Ruehmeier

Jubel bei der Profol GmbH aus Halfing: Sie hat den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020 erhalten. Diese Asuzeichnung gab es für die CPPeel-Einstoff-Platine – eine aluminiumfreie, umweltfreundliche Verpackungsalternative.

Halfing – „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung, die unsere Bemühungen, nachhaltige Verpackungslösungen zu schaffen, würdigt“, betont Philipp Schieferdecker, Geschäftsführer von Profol. Die CPPeel-Einstoff-Platine, zum Verschließen von Lebensmittelbehältern geeignet, wurde erstmals mit dem neu eingeführten Sonderpreis für umweltfreundliche Produktverpackungsideen vergeben. „Mit unserer CPPeel-Einstofflösung für Deckel kann Aluminium ersetzt werden. Konsumenten müssen beispielsweise die Deckel bei Joghurtbechern nicht mehr separat recyceln“, so Schieferdecker.

800 Akteure bewarben sich

Insgesamt bewarben sich mehr als 800 Akteure und Projekte, die den Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft unterstützen, um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020. In der neu eingeführten Kategorie „Verpackung“, setzte sich Profol GmbH gegen zwei weitere Finalisten durch. Die innovative Folie aus Polypropylen (CPP) von Profol überzeugte die Expertenjury durch den Ansatz, Verpackungen konsequent recyclingfähig zu konzipieren und so weniger Rohstoffe zu verbrauchen.

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In puncto Mülltrennung schafft die CPPeel Platine von Profol eine deutliche Alltagserleichterung für den Endverbraucher, was sich positiv auf die Recyclingquote auswirkt. CPPeel-Polypropylenfolien sind laut Jury eine umweltfreundliche Alternative zu Platinen aus Aluminimum, beschichtetem PET oder Papier/Polyäthylen. Wenn Polypropylen-Becher kleinste Aluminiumreste an den Becherrändern aufweisen, müssen sie aus dem Recyclingprozess genommen werden. „Die Deckel weisen in Summe deutliche Umweltvorteile gegenüber den üblichen Aluminiumdeckeln auf“, heißt e sin der Laudatio. So benötige die Herstellung eines PP-Deckels laut Herstellerangaben nur rund ein Zehntel der Energie im Vergleich zum herkömmlichen Aluminiumdeckel. Für die Herstellung von Aluminium wird Bauxit benötigt, dessen Abbau vielfältige negative Auswirkungen auf die Umwelt hat.

Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten stehe die Vermeidung von Verpackungen und Verpackungsmaterialien aller Art an oberster Stelle. Wenn eine Verpackung jedoch erforderlich ist, sollte die Verpackungslösung insgesamt einen möglichst geringen negativen Einfluss auf die Umwelt aufweisen. Wichtige Kriterien sind hierbei der Energie-, Rohstoff- und Wasserbedarf, die Recyclingfähigkeit der Verpackung sowie der Schutz des verpackten Produktes. Joghurtbecher mit den PP-Deckeln können laut Schieferdecker vollständig aus einem Material hergestellt werden - ein großer Vorteil gegenüber Bechern, die auf den ersten Blick eventuell umweltfreundlich aussehen, es aber nicht sind. Becher aus Kunststoff, mit Pappummantelung und Alu-Deckel oder Aluminium-Papier-Verbunddeckel sind keine umweltfreundliche Lösung.

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Durch den Einsatz des PP-Deckels von Profol wird die Recyclingfähigkeit des Joghurtbechers erhöht, denn Becher und Deckel müssen vor dem Entsorgen nicht getrennt werden, wodurch die Recyclingquote steigt. Anders verhält es sich bei Bechern mit Aludeckel: Wird der Deckel nicht vollständig vom Becher entfernt, landen Becher und Deckel in der Müllsortieranalage meist gemeinsam in der Aluminiumfraktion. Der Kunststoff ist damit für das Recycling verloren.

Die Becher mit PP-Deckel haben nicht nur die genannten direkten, sondern auch mittelbare Umweltvorteile: Die „Durchstoßfestigkeit“ ist wesentlich höher als bei Alu-Deckeln. Das heißt, es werden weniger Deckel beschädigt, wodurch Lebensmittelverluste reduziert werden. Insbesondere bei Milchprodukten ist dies von ökologischem Vorteil. Die Jury würdigt diesen Deckel der Profol GmbH daher mit der Auszeichnung des Sonderpreises Verpackung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises.

26 Anlagen und rund 500 Mitarbeiter

Seit seiner Gründung als Profol Kunststoffe GmbH (Halfing) im Jahr 1980 hat sich das Unternehmen auf die Herstellung hochwertiger Cast-Polypropylen-Folien (CPP) spezialisiert. Seitdem hat der umweltfreundliche und vielseitige Rohstoff Polypropylen zunehmend andere Materialien ersetzt. Polypropylen ist geruchs- und geschmacklos, haut- und schleimhautverträglich. Zur Profol-Gruppe gehören unter anderem Profol GmbH in Halfing und Standorte beziehungsweise Firmen in Iowa (USA), in Guangzhou (China),) Thüringen und Tschechien. Mit weltweit 26 Produktionsanlagen an den sechs Produktionsstandorten und rund 500 Mitarbeitern erreicht die Profol-Gruppe heute eine Jahreskapazität von 110 000 Tonnen und erzielt einen Jahresumsatz von rund 200 Millionen Euro (2018).

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