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„Unternehmen sind verunsichert“

Das digitale 3G: Rosenheimer IT-Firma entwickelt Software zur Erfassung von Schnelltests

Geschäftsführer Tobias Jonas (rechts) und Projektmanagerin Antonia Erben von der „Innfactory“ arbeiten im Rosenheimer Gründernetzwerk „Stellwerk 18“ an ihrem Programm.
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Geschäftsführer Tobias Jonas (rechts) und Projektmanagerin Antonia Erben von der „Innfactory“ arbeiten im Rosenheimer Gründernetzwerk „Stellwerk 18“ an ihrem Programm.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
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Geimpft, getestet oder genesen: Die tägliche Kontrolle der 3G-Regel gilt ab dem 25. November auch am Arbeitsplatz. Die Betriebe aus der Region suchen daher händeringend nach Lösungen, um die neuen Vorgaben zu erfüllen. Eine Rosenheimer IT-Firma verspricht nun einen Ausweg aus dem Test-Dilemma.

Rosenheim – Die Firma „Innfactory“ aus Rosenheim beschäftigt sich seit Beginn der Corona-Pandemie mit den technischen Herausforderungen und hat eine Software entwickelt, die helfen soll, den Überblick über den Status der Mitarbeiter im eigenen Betrieb zu behalten. Die ersten Rückmeldungen auf die digitale Erfassung von Schnelltests zeigen: Die Unternehmen im Landkreis Rosenheim sind verunsichert.

Neue Regeln für den Arbeitsplatz

„Die meisten wissen gerade nicht, was genau sie tun müssen“, berichtet Tobias Jonas, Geschäftsführer der IT-Firma „Innfactory“. Die neuen politischen Vorgaben seien allerdings so ähnlich, wie es der Rosenheimer ein paar Wochen zuvor erwartet hatte. „Jeder Betrieb muss sich selbst um die Einhaltung der 3G-Regel kümmern.“ Das bedeutet, dass jene Mitarbeiter, die nicht geimpft oder genesen sind, einen aktuellen Testnachweis vorlegen müssen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, diesen Nachweis zu kontrollieren, 14 Tage lang aufzubewahren und zweimal wöchentlich eine Testmöglichkeit anzubieten.

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Um diese neue Aufgabe zu erfüllen, hat Jonas seine Software „Corsign“, die bereits im Sommer in der Gastronomie zum Einsatz kam, angepasst. „Mit unserem Programm kann jede Firma ein schnelles und digitales Testsystem integrieren“, meint er. Dafür werden zunächst die Tester und die zu testenden Mitarbeiter in die Software eingetragen. Anschließend kann jeder unter Aufsicht einen Schnelltest absolvieren und erhält innerhalb von 20 Minuten das Resultat per E-Mail als PDF-Datei.

Ist das Ergebnis negativ, gilt der Test 24 Stunden lang und könnte laut dem Softwareentwickler grundsätzlich nicht nur als Zugang zum Unternehmen, sondern auch für Aktivitäten außerhalb der eigenen Firma verwendet werden. Ist der Test positiv, wird das Resultat direkt an das zuständige Gesundheitsamt weitergeleitet.

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Die Kosten der Software liegen bei 50 Euro für die Einrichtung und 90 Cent pro Zertifikat. Für gemeinnützige Organisation ist das Angebot kostenlos.

Der IHK Ausschussvorsitzende im Landkreis Rosenheim, Andreas Bensegger, ist von der digitalen Erfassung überzeugt und unterstützt Jonas beim Vertrieb. Er bemerkt wie der IT-Experte, dass sich viele Betriebe in der Region informieren und sei es nur, um letztlich eine eigene Lösung zu finden. „Mir ist es egal, ob der Geschäftsführer dann eine Excel-Liste führt oder die Software nutzt“, meint er. Die Hauptsache sei, dass sich jeder damit beschäftige und am Arbeitsplatz testet.

Programm wird noch verbessert

Für einen reibungslosen Ablauf arbeitet IT-Experte Jonas daran, „Corsign“ zu verbessern. Mit seinem Team von 16 Programmierern möchte er die Software so weiterentwickeln, dass auch Tests, die außerhalb des Unternehmens vorgenommen wurden, in das System eingetragen werden können.

Seit zwei Wochen merkt der Rosenheimer eine wachsende Nachfrage für sein Produkt. Deutschlandweit nutzten 350 Firmen die Software, rund 200 davon kämen aus dem Landkreis. „Ich würde mir wünschen, dass jeder Arbeitgeber einen Test anbietet, am besten auch für Geimpfte und Genesene“, sagt Jonas. Er ist überzeugt, dass dies ein wichtiger Schritt ist, um irgendwann wieder Programme entwickeln zu können, die nichts mit dem Coronavirus zu tun haben.

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