Details zum Sozialplan

Danone in Rosenheim vor Schließung: Beide Seiten zufrieden über „adäquate Einigung“

Sorgen um die Zukunft: Für die 158 Mitarbeiter bei Danone in Rosenheim scheint eine Lösung gefunden worden zu sein.
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Sorgen um die Zukunft: Für die 158 Mitarbeiter bei Danone in Rosenheim scheint eine Lösung gefunden worden zu sein.
  • Michael Weiser
    vonMichael Weiser
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Die Danone-Molkerei in Rosenheim schließt zum 31. August 2021, 158 Mitarbeiter werden ihren Job verlieren. Nun hat Danone die Einzelheiten des Sozialplans der Öffentlichkeit bekanntgegeben.

Rosenheim – Kein Happy End, aber eines, mit dem die Beteiligten leben können: Der Sozialplan, auf den sich Danone und die Belegschaft der Danone-Molkerei in Rosenheim sieben Monate vor der geplanten Schließung geeinigt haben, stellt offenbar beide Seiten zufrieden. Danone äußert sich nun erstmals öffentlich über die „adäquate“ Einigung. „Wir sind froh, dass wir unseren Mitarbeitern endlich Klarheit über den Sozialplan geben können“, sagte Tanja Neuser, Personaldirektorin bei Danone.

Danone nennt Kernpunkte des Sozialplans

Georg Schneider von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten, hatte den OVB-Heimatzeitungen gegenüber bereits mitgeteilt dass man, wenn schon nicht die Maximalforderung, so doch ein sehr gutes Ergebnis durchgesetzt habe.

Die Einigung nach langem Tauziehen war vor drei Wochen bekannt geworden. Nun nennt Danone die Kernpunkte des Sozialplans. Man biete den 158 Mitarbeitern eine Abfindung, die über „den sonst üblichen Marktstandard“ hinausgehe, sagte eine Unternehmenssprecherin. „Darüber hinaus werden wir eine Transfergesellschaft gründen, die neben einer finanziellen Absicherung dafür sorgt, dass Weiterbildungsmöglichkeiten wahrgenommen werden können.“ In der Transfergesellschaft sollen die Mitarbeiter gezielt für den Arbeitsmarkt qualifiziert werden, sie sind weiter versichert und sie erhalten für ein weiteres Jahr 80 Prozent ihres Einkommens.

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„Außerdem bieten wir zusätzliche Bewerbertrainings und Unterstützung durch Danone, eine neue Beschäftigung an anderen Danone-Standorten oder in der Umgebung zu finden“, heißt es von Seiten des Unternehmens. Ziel sei es, die Rosenheimer „bestmöglich darin zu unterstützen, in eine neue Beschäftigung zu gehen“, sagte Tanja Neuser.

Nach 90 Jahren in Rosenheim endet die Danona-Ära

Damit kommt die Rosenheimer Belegschaft vermutlich besser davon als andere Danone-Mitarbeiter. Der Konzern gab kürzlich bekannt, dass er bis 2023 bis zu 2000 Mitarbeiter vor allem in der Verwaltung abbauen und damit eine Milliarde Euro an Kosten sparen will.

Schon lange zuvor, im Januar, hatte das Unternehmen mit Sitz in Paris für Wirbel in der Region gesorgt, als er die Schließung der Molkerei zum 31. August 2021 ankündigte – nach 90 Jahren in Rosenheim. Auch die Politik nahm Anteil an den monatelangen Auseinandersetzungen zwischen Betriebsrat und Konzern. So drängten Stadtrat und Oberbürgermeister Andreas März (CSU) ebenso wie dessen Vorgängerin Gabriele Bauer immer wieder auf eine faire Lösung.

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