Kampf gegen die Pandemie

Coronavirus: Recipharm aus Wasserburg arbeitet an Entwicklung eines Impfstoffs

Verschafften sich einen Eindruck vor Ort: (von links) Nina Mascher und Richard Weißenbacher vom Landratsamt Rosenheim, IHK-Geschäftsstellenleiter Wolfgang Janhsen, Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl, Robert Fiedler (Recipharm), Landrat Otto Lederer und Recipharm-Standortleiter Michael Isele.
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Verschafften sich einen Eindruck vor Ort: (von links) Nina Mascher und Richard Weißenbacher vom Landratsamt Rosenheim, IHK-Geschäftsstellenleiter Wolfgang Janhsen, Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl, Robert Fiedler (Recipharm), Landrat Otto Lederer und Recipharm-Standortleiter Michael Isele.

Das Unternehmen Recipharm in Wasserburg ist an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus beteiligt. In der letzten Stufe des Zulassungsprozesses soll der Impfstoff in vier Ländern an jeweils 30.000 Personen getestet werden. Zwei Länder davon sind bereits bekannt – Singapur und Israel.

Wasserburg – Corona ist derzeit das alles beherrschende Thema. Das galt auch für den Besuch von Landrat Otto Lederer, Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl und IHK-Geschäftsstellenleiter Wolfgang Janhsen beim Pharmaindustrie-Unternehmen Recipharm in Wasserburg.

Desinfektionsmittel für die Region

In der Hochzeit der Corona-Pandemie im Frühjahr stellten dort nach Angaben des Rosenheimer Landratsamtes rund zwei Dutzend Mitarbeiter freiwillig am Wochenende Desinfektionsmittel her, die dem Landkreis, Schulen, Vereinen, der Wasserburger Tafel, Ärzten oder Physiotherapeuten kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Auch Mundschutz, Handschuhe und Overalls wurden gespendet. Lederer bedankte sich für dieses „großartige Engagement und Zeichen der Solidarität“.

Standort soll ausgebaut werden

Das Pharmaindustrie-Unternehmen Recipharm will seinen Standort in Wasserburg weiter ausbauen. In einem ersten Schritt ist ein Energiegebäude geplant. Zudem soll das älteste Bestandsgebäude, wenn möglich abgerissen und durch einen Neubau mit identischer Fassadengestaltung ersetzt werden.

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„Der Standort soll zukunftsfähig gemacht werden für die kommenden zwei Jahrzehnte“, sagte Isele. Die Entwicklung der Erweiterungs- und Umbaupläne begann schon vor der Corona-Pandemie. Ihre Realisierung ist aber auch wegen der Pandemie notwendig. Nach Auskunft des Standortleiters unterstützt Recipharm ein Unternehmen, dessen Namen er nicht nennen wollte, bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes. In der letzten Stufe des Zulassungsprozesses soll der Impfstoff in vier Ländern an jeweils 30 000 Personen getestet werden. Zwei Länder davon sind bereits bekannt, nämlich Singapur und Israel.

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Mit dem Energiegebäude will Recipharm die Grundversorgung mit Strom sicherstellen und selbst minimalste Stromschwankungen vermeiden. Wie Standortleiter Isele erklärte, können Medikamente, bei deren Herstellung der Strom nur für den Bruchteil einer Sekunde schwankte, nicht verwendet werden. Sie müssen stattdessen entsorgt werden.

„Box in Box“-Lösung als Alternative

Sollte der Neubau des Bestandgebäudes nicht möglich sein, will Recipharm eine so genannte „Box in Box-Lösung“ prüfen. Das heißt, ein neues Gebäude wird im entkernten Bestandsgebäude errichtet.

Die anstehenden Maßnahmen würden ein Investment von mehreren Millionen Euro bedeuten, wie Isele und Technischer Leiter Robert Fiedler in einem Gespräch mit Landrat Otto Lederer, Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl, den Leiter der Geschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer Rosenheim Wolfgang Janhsen, sowie vom Rosenheimer Landratsamt Abteilungsleiterin Nina Mascher und Richard Weißenbacher von der Wirtschaftsförderstelle mitteilten.

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Der Standort in Wasserburg ist in der Bevölkerung häufig noch als Wasserburger Arzneimittelwerk bekannt. Seit 2010 gehört er zum schwedischen Recipharm-Konzern.

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