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Coronavirus: Riederinger Klaus Unterseer erhält Zertifizierung für die FFP2-Masken-Herstellung

Klaus Unterseer aus Riedering hat im April in eine FFP2-Masken-Produktionsmaschine investiert und hat jetzt die Zertifizierung erhalten.
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Klaus Unterseer aus Riedering hat im April in eine FFP2-Masken-Produktionsmaschine investiert und hat jetzt die Zertifizierung erhalten.
  • Tina Blum
    vonTina Blum
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Die Corona-Pandemie hat die Gesellschaft nach wie vor fest im Griff. Die Infektionszahlen steigen wieder rasant an. Die Einhaltung der Hygieneregeln und das Tragen von Masken bleiben derzeit noch der einzige Schutz vor dem Virus, bis ein Impfstoff entwickelt und auf dem Markt ist.

Höslwang – Damit ausreichend Masken zur Verfügung stehen, hat Klaus Unterseer aus Riedering eine Produktionsmaschine für FFP2-Masken gekauft und jetzt die Zertifizierung für die Masken erhalten.

Hilfe in schwierigen Zeiten

„Ich wollte helfen“, berichtet Unterseer. Er betreibt die Stickerei- und Textildruckfirma Printex in Riedering. Schon im März habe er die steigenden Infektionszahlen beobachtet. „Besonders beunruhigend war, dass es zu jener Zeit nicht genügend Schutzmasken und sonstige Ausrüstung für medizinisches Personal gab“, sagt er.

Zunächst habe er in seiner Textilfirma, Mund- und Nasenschutzmasken für den täglichen Gebrauch hergestellt. Schon damals sei die Nachfrage enorm gewesen. Dennoch verlor Unterseer sein eigentliches Ziel nicht aus den Augen: Die Herstellung von Schutzausrüstung für medizinisches Personal. Also habe er sich über Produktionsmaschinen für FFP2-Atemschutzmasken informiert und auch gleich eine bestellt.

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Hohe Auflagen für die Zertifizierung

„Wenn ich gewusst hätte, wie schwierig sich der Zertifizierungsvorgang gestalten würde, hätte mich das anfangs einiges mehr an Überwindung gekostet“, erinnert er sich. Denn Masken für medizinisches Personal sind laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) – anders als die sogenannten Community-Masken für den Alltagsgebrauch – Medizinprodukte und unterliegen damit dem Medizinprodukterecht. FFP2-Masken wiederum unterliegen der Verordnung für persönliche Schutzausrüstung. Eine gültige CE-Zertifizierung sei Voraussetzung, um persönliche Schutzausrüstung und Medizinprodukte innerhalb der EU in Umlauf zu bringen. Allerdings sei keine behördliche Genehmigung notwendig, so eine Sprecherin des BfArM.

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Prüfstellen aus der gesamten EU zugelassen

Das CE-Zertifikat könnten europäische Zertifizierungsstellen erteilen. Dazu zählen in Deutschland unter anderem der Tüv und die Dekra. Aber auch andere Prüfstellen in der EU seien zulässig. „Die erste Hürde der Zertifizierung wurde zügig bei der Dekra genommen“, erläutert Klaus Unterseer. Die anschließende Prüfung der Masken habe er aus Kostengründen bei einer notifizierten Prüfungsstelle in Ungarn vornehmen lassen.

20 000 Masken in acht Stunden

Seit September hat Unterseer die Bestätigung, die Masken zu verkaufen. Pro Schicht (acht Stunden) schafft seine Produktionsmaschine 20.000 Masken. „Ich kann seither mit Corona um einiges leichter umgehen, weil ich weiß, dass ich mit meinen im Landkreis Rosenheim erzeugten Masken einen Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten kann“, sagt Unterseer.

Dafür hat der Riederinger viel Geld in die Hand genommen: Rund 500.000 Euro hat er eigenen Angaben zufolge in die Herstellung der FFP2-Masken investiert. Nun hofft Klaus Unterseer auf staatliche Großaufträge für Seniorenheime und medizinische Einrichtungen.

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