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Trotz hartem Lockdown: Arbeitsmarkt in der Region auch im Dezember weiterhin stabil

Die Corona-Pandemie wirkt sich auf das Arbeitsleben aus, auch in der Region.
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Die Corona-Pandemie wirkt sich auf das Arbeitsleben aus, auch in der Region.
  • Tina Blum
    vonTina Blum
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Der Teil-Lockdown im November und der harte Lockdown seit Mitte Dezember machen sich in den Arbeitsmarktzahlen bislang noch nicht bemerkbar. Dennoch blickt die Geschäftsführung der Rosenheimer Agentur für Arbeit mit gemischten Gefühlen auf das Jahr 2021.

Rosenheim/Mühldorf/Traunstein– Denn wie aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, wird die Arbeitslosenzahl im Agenturbezirk Rosenheim (Stadt und Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfsratshausen) um durchschnittlich vier Prozent steigen.

Arbeitslosenrate liegt bei 3,2 Prozent

„Die Stabilität manifestiert sich dadurch, dass die Arbeitslosenquote im Betrachtungszeitraum vom 12. November bis 10. Dezember im gesamten Agenturbezirk, wie um diese Jahreszeit üblich, lediglich um 0,1 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent gestiegen ist“, erklärt Michael Vontra, der Geschäftsführer des operativen Bereichs der Agentur für Arbeit Rosenheim. Doch die Pandemie hat ihre Spuren hinterlassen. Zum Vergleich: Im Vormonat lag die Arbeitslosigkeit bei 3,1 Prozent, im Dezember 2019 bei 2,4 Prozent.

Die Grafik zeigt die Arbeitslosenquote in Stadt und Landkreis Rosenheim im Dezember.

Der Wert sei damit zwar höher als in den vergangenen zehn Jahren im Monat Dezember gewesen, wobei er zwischen 2012 und 2014 um die drei Prozent schwankte.

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Die Zahlen für die Stadt Rosenheim

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,0 Prozent (Vormonat: 5,1; Dezember 2019: 3,8 Prozent). Im Durchschnitt waren 2020 in der Stadt Rosenheim 1853 Menschen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote betrug 5,2 Prozent (Vorjahr 3,9 Prozent). Bis zum Tag der Datenablesung am 28. Dezember haben im Jahresverlauf 1157 Betriebe für 11 597 Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt.

Arbeitslosenquote im Landkreis Rosenheim bei 2,9 Prozent

Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,9 Prozent (Vormonat: 2,9; Dezember 2019: 2,2 Prozent). Im Jahresdurchschnitt waren im Landkreis Rosenheim 4293 Personen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote lag bei 3,0 Prozent (Vorjahr 2,2 Prozent). Bis zum Tag der Datenablesung am 28. Dezember haben im Jahresverlauf 3542 Betriebe für 34 329 Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt.

Seit Juli ist die Quote rückläufig

„Der einschneidende Punkt für die Entwicklung war der Lockdown im Frühjahr. Die Auswirkungen machten sich dann erstmals im April bemerkbar, da der Stichtag für die Datenerhebung im März mit dem 12. davor lag“, berichtet der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim, Michael Schankweiler. Seit Juli habe sich die Lage aber stabilisiert. Dies kommt laut Schankweiler dadurch zum Ausdruck, dass die Differenz zum Vorjahresmonat bei der Arbeitslosenquote seitdem Monat für Monat abnimmt.

Mit sorgenvollerer Miene schauen beide Geschäftsführer auf das Berufsberatungsjahr 2020/21. Schankweiler erklärt hierzu: „Die aktuellen Rahmenbedingungen erschweren oder verhindern leider häufig, dass junge Menschen ein Praktikum machen und die persönliche Kontaktaufnahme durch unsere Berufsberater ist schwerer als in den Vorjahren“, so Schankweiler.

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Ausbildungsplätze für Herbst stehen bereit

Junge Menschen, die auf der Suche nach einem Arbeitsplatz sind, sollten sich deswegen bei den Berufsberatern (Rufnummer 0 80 31/2 02-2 22) zu melden. Sie hätten Ausbildungsplätze mit Starttermin im Herbst 2021 bereit und geben Tipps zu Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen.

Die Zahlen für Traunstein

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im Dezember 3,3 Prozent (Vormonat: 3,1; Dezember 2019: 2,6), das sind 3 244 Menschen, 220 mehr als im November und 738 mehr als im Vorjahresmonat. Unter den 3244 Menschen sind 292 jüngere unter 25 Jahren, das sind 14 mehr als im November und 44 mehr als im Vorjahresmonat. 1324 Ältere über 50 Jahre bilden 40,8 Prozent aller Arbeitslosen. Darunter sind 936 über 55 Jahre alt. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (ein Jahr und länger arbeitslos) im Landkreis Traunstein beträgt 689, der Anteil an der Grundgesamtheit mit 21,2 Prozent ein gutes Fünftel.

315 Menschen mit Schwerbehinderung sind gemeldet, 14 mehr als im Vormonat und 61 mehr im Vorjahresvergleich.

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Die Statistik für Mühldorf

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf betrug im Dezember 3,7 Prozent (Vormonat: 3,6; Dezember 2019: 3,0), ein leichter Anstieg um 0,1 Prozentpunkte zum November und ein deutlicher Anstieg um 0,7 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich. 2436 Menschen waren im Dezember arbeitslos gemeldet. Das sind 36 Menschen mehr als im Vormonat und 494 mehr als im Vorjahr.

Darunter sind 239 (Vormonat: 236) Jüngere unter 25 Jahren und 44. 891 Arbeitslose sind älter als 50 Jahre, das sind 191 mehr als im Dezember des Vorjahres und 66 mehr als im November. 7,1 Prozent der Arbeitslosen sind Schwerbehinderte.

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