Auch wegen Corona

Chiemgauer Sporthändler in Sorge: „Skischuhe und Alpinski kauft im Moment kein Mensch!“

Muck Bauer aus Schleching verkauft derzeit keine Alpinski: Wegen Corona und mangels Schnee.
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Muck Bauer aus Schleching verkauft derzeit keine Alpinski: Wegen Corona und mangels Schnee.
  • Heidi Geyer
    vonHeidi Geyer
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Zwei Dinge fehlen aus Sicht vieler Sporthändler in der Saison: Die Aufhebung der Corona-Beschränkungen und der Schnee. Mit weniger Geschäft haben viele Chiemgauer Sporthäuser zu kämpfen.

Chiemgau – Wann die Skisaison beginnen wird, steht in den Sternen. Die Beschränkungen der Corona-Pandemie haben den Wintersportlern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Viele Sporthändler im Chiemgau sind davon ebenfalls betroffen, da Kunden beim Kauf ihrer Winterausrüstung zögern.

30 Prozent weniger Umsatz

„Die Leute sind gerade im Bereich Alpin sehr zurückhaltend bei ihren Käufen“, sagt Günther Dufter, der das Hörgeringer Sporthaus in Siegsdorf führt. Zwei Effekte kommen aus seiner Sicht zusammen: So sei der vergangene Winter äußerst dürftig gewesen. Dufter kenne das schon, dass „die Leute warten, bis der Schnee kommt“. Das wirke sich auch auf Equipment für andere Sportarten wie Langlauf aus. Hinzu kommen nun die Unsicherheiten zur Öffnung der Skigebiete.

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In erster Linie verkaufe er derzeit Kleidung. Über das Jahr hat er 30 Prozent weniger Umsatz gemacht als im Vorjahr. „Ich bin nicht in meiner Existenz bedroht, aber es macht einem das Leben einfach wahnsinnig schwer“, sagt Dufter im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Für die Politik hat er kein Verständnis: „Wenn man das auf einen Nenner bringt, ist es Inkompetenz im Umgang mit der Corona-Krise.“

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Andreas Kaiser in Prien vom gleichnamigen Sportgeschäft geht es ähnlich. Alpinski verkauft er kaum, dafür Tourenski: „Das hat sich in den vergangenen Jahren schon zu einer Massenbewegung entwickelt.“ Derzeit fehle es noch am Schnee, was sich auch beim Verleih auswirke. Kaiser betreibt nach eigenen Aussagen einen der größten Betriebe, der Skitouren-Ausrüstungen anbietet. In Summe zeigt sich der Sporthändler aber optimistisch: „Wir rechnen mit einem großen Ansturm, wenn der Schnee kommt.“

Die Touristen fehlen

Sein Kollege Gerhard Trattler von der Skihütte in Reit im Winkl leidet besonders unter der Tatsache, dass Hotels und Gastronomie geschlossen sind. Seine Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, die Saisonarbeiter in Wartestellung, wann die Skifahrer starten dürfen. Denn Trattler führt auch mehrere Skiverleihe, an denen derzeit aber auch keine Nachfrage sei. „Es läuft sehr schlecht, für uns ist das schon dramatisch“, sagt Trattler. „Alles was für Sportarten gebraucht wird, die man nicht machen darf, ist stark eingebrochen“, sagt Trattler. Alpinski werden kaum gekauft, zumindest Langlaufski gehen etwas besser.

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Er kritisiert, dass der alpine Skibetrieb nicht erlaubt ist. „Die Konzepte der Bahnen sind sehr gut und die haben sich sehr viel überlegt. Nun dürfen sie doch nicht öffnen“, ärgert sich Trattler. „Im November war unser Umsatz im Vergleich zum Vorjahr bei der Hälfte“, berichtet Trattler. Der Sommer sei zwar gut gelaufen, aber den Verlust aus dem ersten Lockdown habe er nicht ausgleichen können.

„Wir können es nicht ändern“

Muck Bauer hat ein Sportgeschäft in Schleching und stattet auch Spitzensportler im Langlaufbereich aus. „Wir verkaufen sogar etwas mehr in dem Bereich, als im Vorjahr, weil schon ein bisschen Schnee in höheren Lagen liegt“, sagt der Schlechinger. Die Corona-Pandemie wirke sich auch bei ihm je nach Produktsparte ganz unterschiedlich aus. Schon seit dem Sommer seien Bergsportartikel wie Wanderschuhe gefragt gewesen.

„Skischuhe und Alpinski kauft im Moment kein Mensch“, sagt Bauer. In Summe sei das Geschäft bei ihm im Laden „verhalten“ Er hat einen pragmatischen Blick auf die Lage: „Wir können es eben nicht ändern. Wir haben keinen Fehler gemacht.“

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