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Appell an die Kunden

Regionale Brauer haben kein Leergut mehr und bitten: „Bringt uns unsere Bierkästen zurück“

Edmund Ernst vom Baderbräu Schnaitsee ruft via Facebook die Fans seines Bieres auf, die Leegutkästen wieder zurückzubringen. „Sonst können wir kein Bier mehr abfüllen.“
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Edmund Ernst vom Baderbräu Schnaitsee ruft via Facebook die Fans seines Bieres auf, die Leegutkästen wieder zurückzubringen. „Sonst können wir kein Bier mehr abfüllen.“
  • Winfried Weithofer
    VonWinfried Weithofer
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Es ist Sommer, und der Durst ist groß. Ausgerechnet jetzt mangelt es in so mancher Brauerei an Flaschen und Kästen, das Leergut findet oft nicht den Weg zurück in die Abfüllbetriebe. Die Brauer appellieren: „Bringt es uns zurück, sonst können wir kein Bier mehr abfüllen.“

Forsting/Schnaitsee/Haag/Rosenheim – Georg Lettl, Vorstand der Brauerei Gut Forsting, sagt: „Wir sind zwar lieferfähig, brauchen aber dringend unser Leergut zurück. Es ist sehr, sehr knapp.“ Die Baderbrauerei in Schnaitsee stieß gar via Facebook einen Hilferuf an die Kundschaft aus: „Bitte bringt uns Leergut zurück! Wir haben keine Bierkästen mehr!“

Baderbräu hat 3000 Kästen im Umlauf

Ja, das ist so, erfährt man bei einem Anruf. „Wir haben Probleme wie andere Brauereien auch. Das ist jedes Jahr das gleiche Spiel. Die Leute geben im Sommer das Leergut einfach nicht zurück“, klagt Baderbräu-Geschäftsführer Edmund Ernst. Nach seiner Erfahrung wird erst im Herbst der Keller wieder geräumt und das Leergut zurückgebracht.

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Für die Betriebe bedeutet das erhebliche Mehrkosten. Ernst prangert die Flaschenhersteller an, die die Gunst der Stunde nutzen und die Preise erhöhen würden. „Das korreliert überhaupt nicht mehr mit den acht Cent Pfand pro Flasche“, schimpft er.

Tragerl-Markt ist leer gefegt

Zusätzliches Leergut schon im Herbst für die Sommersaison zu ordern, sei für die Baderbrauerei nicht machbar. „Das kann ein großer Betrieb, der viel Kapital im Hintergrund hat. Bei uns als kleine Klitsche geht das nicht.“

Die Lage in Schnaitsee – im Umlauf hat Baderbräu gerade 3000 Kästen – ist daher wieder angespannt. Zudem sei der Aufruf über Facebook, leere Flaschen und Kästen zurückzugeben, „nicht so erfolgreich“ gewesen, räumt Ernst ein. „Ich habe mehr erwartet.“ Sich kurzfristig Flaschen leihweise zu besorgen, sei auch keine Option, fügt er hinzu. „Der Markt ist leergefegt.“

Nicht einmal der Kauf von Leergut ist laut Ernst auf die Schnelle möglich.

Kunststoffgranulat ist Mangelware

„Die Hersteller von Kästen haben gerade zu wenig Kunststoffgranulat und keine Farbstoffe. Der Liefertermin für Kästen liegt im Dezember.“ Trotz allem: Die Brauerei kann noch liefern. „Wir kommen mit einem blauen Auge davon“, sagt der Brauerei-Chef.

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Wie Baderbräu macht auch die Brauerei Unertl in Haag die Leergutmalaise am Rohstoffmangel fest. „Wenn man Leergut bestellt, hat man gerade sehr lange Lieferzeiten“, sagt Geschäftsführer Alois Unertl. Zu allem Unglück treibe der steigende Ölpreis die Preise für Kunststoff: „Ein Kasten kostet uns über fünf Euro im Einkauf, dem steht ein Pfand von gerade 1,50 Euro gegenüber. Jeder verschwundene Kasten ist ein Riesenverlust.“

Unertl berichtet, dass seine Kästen geschreddert oder eingeschmolzen und dann mit Gewinn als Granulat verkauft würden. „Der Kastenklau ist eine Katastrophe.“ Noch aber klappt die Versorgung des Marktes mit Flaschenbier: „Notfalls holen wir die Kästen selbst beim Händler ab“, so Unertl. Ein Vorteil der regional orientierten Brauerei.

Keine Leergut-Krise beim Flötzinger-Bräu

Keine Leergut-Not herrscht in der Flötzinger-Brauerei in Rosenheim. „Wir haben die Thematik kommen sehen und frühzeitig disponiert“, berichtet der Erste Braumeister Franz Amberger. „Jetzt sind wir froh, dass wir unsere Leergutbestände rechtzeitig ergänzt haben.“ Wie die Konkurrenz, so sieht auch Amberger vor allem in der Bepfandung ein ungelöstes Problem. „Der Realwert der Kiste ist viel höher als der Pfandwert. Das ist nicht nachhaltig.“ An dieser Stellschraube müsse man drehen, um die Rückgabe zu beschleunigen. Sieben oder acht Euro Pfand pro Kasten – so lautet seine Forderung.

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Dafür sei letztendlich der Gesetzgeber zuständig.

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