IG BAU

Betriebe unter die Lupe nehmen

Mühldorf. – Schwarzen Schafen das Handwerk legen: Im Kampf gegen illegale Machenschaften auf dem Bau fordert die Gewerkschaft IG BAU mehr Zoll-Kontrollen im Kreis Mühldorf am Inn.

Obwohl die Zöllner einen Schwerpunkt auf die Branche legten, gerate nur ein kleiner

Teil der 136 Baufirmen im Landkreis ins Visier der Beamten, kritisiert Michael Müller. Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Oberbayern verweist auf eine aktuelle Statistik der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS). Im gesamten Bereich des Hauptzollamts Rosenheim wurden demnach zwischen Januar und Juni 250 Bauunternehmen

kontrolliert. Dabei deckten die Beamten einen Schaden von rund 12,6 Millionen Euro wegen nicht gezahlter Steuern und Sozialabgaben auf. Dies geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Arbeitsmarktpolitikerin Beate Müller-Gemmeke (Grüne) hervor. „Das Ausmaß des Steuer- und Sozialbetrugs zeigt, wieviel kriminelle Energie bei einigen Firmen am Werk ist“, betont Gewerkschafter Müller. Leidtragende seien nicht nur geprellte Bauarbeiter und der Staat, sondern auch sauber wirtschaftende Unternehmen. Denn wer die Vorschriften umgehe, könne Bauvorhaben weitaus billiger anbieten als die Konkurrenz. Nach Informationen der IG BAU stattete der Rosenheimer Zoll im ersten Halbjahr insgesamt 775 Firmen einen Besuch ab – darunter im Reinigungs-, Transport- und Gaststättengewerbe. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging die Zahl der Kontrollen um 4,6 Prozent zurück.

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