Tipps für die Altersvorsorge

Beratung in Bad Aibling: Für Grundrentenbezug müssen keine Anträge gestellt werden

Gerhard Rimmele, ehrenamtlicher Versicherungsberater der DRV Bund.
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Gerhard Rimmele, ehrenamtlicher Versicherungsberater der DRV Bund.
  • Ulrich Nathen-Berger
    vonUlrich Nathen-Berger
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Bad Aibling – Wer viel gearbeitet und dabei unterdurchschnittlich verdient hat, soll eine Grundrente erhalten. Darauf hat sich der Deutsche Bundestag heuer geeinigt. Die Grundrente ist ein Plus zur bestehenden Rente. Tipps vom ehrenamtlichen Versicherungsberater Gerhard Rimmele aus Bad Aibling.

Bad Aibling – Das Grundrentengesetz tritt am 1. Januar 2021 in Kraft. Aktuell geht die Deutsche Rentenversicherung (DRV) davon aus, dass etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland von der Grundrente profitieren werden. Gerhard Rimmele aus Bad Aibling, ehrenamtlicher Versichertenberater der DRV Bund erklärt im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen, wie die neue Rente funktioniert.

Wem steht der Grundrentenzuschlag zu?

Gerhard Rimmele: Allen Versicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung, die nicht mehr als 1250 Euro beziehungsweise bei Ledigen 1600 Euro verdienen. Um den Zuschlag erhalten zu können, müssen mindestens 33 Jahre an sogenannten Grundrentenzeiten vorhanden sein. Dazu zählen beispielsweise Zeiten mit Pflichtbeiträgen aus Berufstätigkeit, Kindererziehungszeiten und Pflegezeiten sowie Zeiten, in denen man Leistungen bei Krankheit oder Rehabilitation bekommen hat. Arbeitnehmer sammeln während ihres Berufslebens Entgeltpunkte auf ihrem Rentenkonto. Diejenigen bekommen den Grundrentenzuschlag, die mindestens 0,3 Entgeldpunkte verdient haben; das entspricht einem monatlichen Mindest-Verdienst von 1013 Euro Brutto.

Wer sind die Empfänger?

Rimmele: Bestandsrentner, die bereits eine Rente beziehen, aber auch Neu-Rentner. Wenn also ein Arbeitnehmer heuer oder 2021 einen Rentenantrag stellt, prüft der Rententräger automatisch die Grundrenten-Berechtigung.

Welche Beitragszeiten sind dafür Voraussetzung?

Rimmele: Um den Zuschlag erhalten zu können, müssen mindestens 33 Jahre an sogenannten Grundrentenzeiten vorhanden sein. Dazu zählen beispielsweise Zeiten mit Pflichtbeiträgen aus Berufstätigkeit, Kindererziehungszeiten und Pflegezeiten sowie Zeiten, in denen man Leistungen bei Krankheit oder Rehabilitation bekommen hat.

Welche Anträge müssen gestellt werden, um berücksichtigt zu werden?

Rimmele: Die Rentenversicherung ermittelt automatisch die Zeiten und prüft auch die weiteren Voraussetzungen für alle 26 Millionen Rentnerinnen und Rentner. Niemand muss sich also bei der Rentenversicherung melden und einen Antrag stellen, um die neue Leistung zu erhalten. Auch Rentenbeziehende, die im Ausland wohnen, werden von der Deutschen Rentenversicherung automatisch angeschrieben, sofern ein Grundrentenzuschlag für sie in Betracht kommt.

Wann wird es zu den ersten Auszahlungen kommen?

Rimmele Da rund 26 Millionen Konten geprüft werden müssen, dauert es voraussichtlich bis Mitte 2021, bis die ersten Grundrentenbescheide verschickt werden können. Die Beträge, auf die ab Januar 2021 ein Anspruch besteht, werden nachgezahlt.

Weitere Infos: www.deutsche-rentenversicherung.de

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