Beratung aus Kolbermoor: So machen sich Unternehmen fit für den digitalen Markt

Sigi Weisbach ist Leiter und Creative Director der Unit xC Marketingkommunikation und damit einer der zentralen Ansprechpartner innerhalb der GoDigital-Förderung im Rosenheimer Raum. thomae
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Sigi Weisbach ist Leiter und Creative Director der Unit xC Marketingkommunikation und damit einer der zentralen Ansprechpartner innerhalb der GoDigital-Förderung im Rosenheimer Raum. thomae

Beim Verkauf übers Internet müssen sich die Kunden sofort angesprochen fühlen. Ist das nicht der Fall, klicken sie weiter. Die Optimierung der Online-Präsentation ist ein Ziel des Förderprogramms GoDigital des Wirtschaftsministeriums. Eine der wenigen autorisierten Beraterfirmen kommt aus Kolbermoor.

von Johannes Thomae

Kolbermoor –  „Es ist wirklich so: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.“ Mit diesem Satz von Heidrun Keim, Geschäftsführerin von xC Consultants Kolbermoor, ist der Kern des Förderprogramm GoDigital des Wirtschaftsministeriums bestens beschrieben. Denn, so Keim weiter: „Bei Präsentation und Verkauf übers Internet müssen sich die Kunden bereits im allerersten Moment unmittelbar angesprochen fühlen. Ist das nicht der Fall, klicken sie weiter und sind damit in aller Regel auch bereits endgültig verloren“.

50 Prozent der Kosten gefördert

Das Förderproramm will vor allem kleinen sowie mittelständischen Unternehmen und auch dem Handwerk dabei helfen, für sich den digitalen Markt zu erschließen. Gefördert werden alle dabei ergriffenen Maßnahmen mit 50 Prozent und das bis zu einer maximalen Aufwandshöhe von 30 000 Euro inklusive der Leistungen der Beraterfirma.

Wie wichtig das Internet als Handelsplattform gerade heute ist, weiß auch der Unternehmer Oliver Gollers. Er stellt in Flintsbach hochwertige Fahrzeug-Pflegeprodukte her, die er auch bislang schon über einen Online-Shop vertrieb. Der Schwerpunkt lag aber beim Direktverkauf auf großen Verbraucher- und Automessen.

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Als Corona diese Schiene lahmlegte, musste er zwangsweise den Internethandel und den digitalen Vertrieb weiter ausbauen. Mit dem Ergebnis, dass er mittlerweile sagt, auch dann, wenn normalere Zeiten zurückgekehrt sein werden, an reinen Verbrauchermessen nicht mehr teilnehmen zu wollen: „Da ist der Internet-Handel, so wie er jetzt von xC-Consultants aufgestellt wurde, meinem Beratungspartner in meiner GoDigital-Förderung, einfach der effektivere Vertriebszweig.“

GoDigital erwies sich auch für ihn als ein digitales Rundum-Fitnessprogramm, welches von der IT-Sicherheit über „Digitale Markterschließung“ bis zu „Digitalisierten Geschäftsprozessen“ reicht.

Es geht um mehr als technische Optimierungen

Abstrakte Begriffe, die Sigi Weisbach, Leiter und Creative Director der Unit xC Marketingkommunikation, aber schnell mit handfesten Inhalten füllen kann. „Es geht nicht nur um wesentliche technische Optimierungen einer Homepage oder eines Online-Shops“, sagt er, „das Grundlegende fängt bereits bei den Basics an: Welche Ziele die Kunden mit ihrem Produkt oder für Ihr Unternehmen erreichen wollen, welche Wirkung beziehungsweise Image das Unternehmen hat oder gerne hätte, welcher wirkliche Nutzen geboten wird und wen sie damit ansprechen wollen“.

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Sei über diese Grundlagen eigene Klarheit erreicht. müsse man diese Themen auch dem Kunden nahebringen. Mit klaren Nutzenargumenten. Und hier übersehen viele Unternehmen, dass nicht jede Nennung eines Faktums auch schon automatisch einen Kundennutzen transportiere. Sigi Weisbach nennt ein konkretes Beispiel: Auf der Homepage zu verkünden, man habe fünf LKW sei vielleicht eine Tatsache, auf die das Unternehmen stolz sei, habe aber für sich noch keinen Kundennutzen. „Wird das Faktum ,wir haben fünf LKW‘ aber ergänzt durch ‚Sie können heute bestellen und haben schon morgen die Ware‘, hat die Aussage für den Kunden einen echten, weil für ihn relevanten Informationswert“.

Nicht am Kunden vorbei werben

Den Fehler, am Kunden vorbei zu werben, machen, wie Oliver Gollers zu berichten weiß, „sogar manche Werbeagenturen“. Er hatte vor seiner Teilnahme bei der GoDigital-Förderung bereits eine Agentur beauftragt gehabt, um seine Werbeauftritte zu optimieren. „Ich hatte aber das unbestimmte Gefühl, dass das Ergebnis zwar nicht schlecht, aber noch nicht der große Wurf war, konnte das jedoch nicht direkt an einzelnen Punkten festmachen. Seit der hervorragenden Beratungs- und Kreativleistung durch xC Consultants weiß ich, wie sehr es auch anders geht und wie schnell und effizient Ziele erreicht werden können – hier hatte ich sofort das ,Wow-Gefühl‘, das ich vorher vermisst hatte.“

Gewinn auf ganzer Linie

Weil kompetente Beratung entsprechend kompetente Berater voraussetzt, ist man beim Wirtschaftsministerium bei der Auswahl der entsprechenden Firmen äußerst kritisch. Wahrscheinlich ist xC Consultants auch deshalb in Bayern eine der wenigen autorisierten Beraterfirmen zur Digitalen Markterschließung mit GoDigital.

Für Oliver Gollers war die Zusammenarbeit ein Gewinn auf ganzer Linie und das über die reine Verbesserung seines Produktauftrittes im Online-Handel hinaus. „Das fing schon bei der Tatsache an, das xC-Consultants die komplette Antragsstellung für die Förderung übernahm. Die vielen Gespräche und Beratungen, die dann im weiteren Verlauf geführt wurden, zeigten mir einen effektiven Weg um mit meinem Unternehmen Mehrwert zu erzielen. Ich kann das Projekt GoDigital jedem nur empfehlen. Mit dieser Unterstützung macht Unternehmertum auch in diesen Zeiten wieder richtig Freude.“

Die Einschätzung des Experten

Daniel Artmann ist Geschäftsführer von „Stellwerk 18“, der Rosenheimer „Digital-Schmiede“, die sich auch aber nicht nur um den digitalen Nachwuchs kümmert. Wie er das Förderprogramm des Wirtschaftsministeriums einschätzt, verrät er hier.

Wo sehen Sie den besonderen Vorteil der GoDigital Förderung?

Daniel Artmann:Dass hier Unternehmen, gerade kleinere und mittlere, also auch das Handwerk, bei ihrer digitalen Entwicklung buchstäblich an der Hand genommen werden. Wesentlich ist auch, dass sie sich durch die sorgfältige Auswahl der Beraterfirmen sicher sein können, eine wirklich fundierte Wegweisung zu bekommen, die genau auf ihre speziellen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Ob es um die Konfiguration von Software geht, die Auswahl spezieller Hardware oder ganz grundlegend um die zeitgemäße Optimierung der Internetpräsenz – dort wo es hapert, wird angesetzt.

GoDitial kann also einen echten Sprung nach vorn bedeuten.

Daniel Artmann:Auf jeden Fall. Die letzten Monate haben es gezeigt: Wer schon vorher digital aufgestellt war, für den war zum Beispiel die Einrichtung von Homeoffice-Plätzen keine große Herausforderung mehr, auch nicht der damit verbundene spezielle Workflow. Diese Unternehmen haben die bisherige Corona-Zeit leichter überstanden als andere.

Der Aufbau von HomeOffice-Arbeitsplätzen wird also auch durch GoDigital gefördert?

Daniel Artmann:Absolut und auch hier ist die Förderung durchdacht und gewissermaßen ein Rundum-Paket. Wesentlich beim Homeoffice ist ja nicht zuletzt die Datensicherheit, deshalb ist bei der GoDigital-Förderung das Paket IT-Sicherheit zwingend mit vorgeschrieben. Schon allein deshalb sollte man meiner Meinung nach das Förderangebot nutzen, denn gerade Internet-Sicherheit wird vielfach noch immer nicht groß genug geschrieben.

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