AZUBI-SERIE: DROGIST

Auch ohne Studium ans Ziel

Die angehende Drogistin Stephanie Mittermaier an ihrem Ausbildungsplatz bei dm in Staudham. khe

Berufliche Wende mit glücklichem Ende: Stephanie Mittermaiers Weg nach dem Abi war kurvig. Mit einer Ausbildung zur Drogistin hat sie nun doch genau das Richtige für sich gefunden.

Edling– Geplant war das anders: Nach ihrem Abitur wollte Stephanie Mittermaier aus der Nähe von Unterreit eigentlich Gesundheitsmanagement an der Hochschule Rosenheim studieren. Jetzt ist sie Auszubildende beim Drogeriemarkt dm in Staudham bei Edling – und völlig zufrieden damit.

Das Studium in Rosenheim hat die junge Frau abgebrochen. Sie habe für sich persönlich keine Zukunftschancen in diesem Studiengang gesehen. Doch was nun? „Nebenbei habe ich bereits bei Edeka gearbeitet“, erzählt sie. Zwar habe sie ursprünglich nie in den Einzelhandel gewollt. Doch der Nebenjob gefiel ihr. „Ich habe gemerkt, es macht doch Spaß“, sagt sie lachend. Der Umgang mit den Menschen und immer auf den Füßen zu sein, das habe gut zu ihr gepasst. Also entschied sie sich für eine Ausbildung. Weil sie lieber mit Drogerieprodukten als mit Lebensmitteln arbeiten wollte, bewarb sie sich bei dm. Zu Beginn der Ausbildung kam erneut alles anders, als gedacht. Denn beworben hatte sich die junge Frau im dm-Markt in Mühldorf. Dort wurde sie auch genommen – doch dann musste die Filiale schließen. Mittermaier hatte Glück im Unglück: Ihr Einsatz und ihr Engagement wurden im dm-Markt in Staudham gebraucht. Seit September 2016 ist Mittermaier nun dort im Betrieb. Als „Verkürzerin“ absolviert sie die Ausbildung in zwei statt drei Jahren und steht daher kurz vor ihrem Abschluss. Die schriftliche Prüfung hat sie schon hinter sich, die mündliche steht noch an. Die Theorie zum Beruf des Drogisten bekommt Mittermaier in der Berufsschule in München vermittelt, die sie blockweise besucht. Die Auszubildende lernt dort unter anderem die Produkte aus dem drogistischen Sortiment kennen und hat ein Fach namens „Drogenkunde“. Dabei werden den Berufsschülern die Heilpflanzen sowie ihre Wirkung und Anwendung näher gebracht.

In der Praxis hat sie im Markt inzwischen schon sehr viel Verantwortung übernommen. Anfangs lernte sie zunächst die Abläufe und die Produkte kennen. Schnell kam das Auspacken und Verräumen der Waren sowie das Kassieren dazu. Die anfallenden Aufgaben werden im Team abgearbeitet. Insgesamt sind 15 Mitarbeiter bei dm in Staudham beschäftigt, darunter drei Azubis.

Besonders praktisch findet Mittermaier die flexiblen Arbeitszeiten. „Ich trage mich selber in die Liste ein“, erklärt sie. Man könne also selber wählen, ob man die Früh-, die Zwischen- oder die Spätschicht belegt. Dank Arbeitsdiensten am Samstag ist ein Tag unter der Woche frei. Die dm-Auszubildenden werden zusätzlich Firmen-intern weitergebildet. Dazu kommt das Programm „Abenteuer Kultur“, bei dem die Azubis gemeinsam ein Theaterstück einstudieren und vorspielen. „Auf diese Weise lernen wir, aus uns rauszugehen und etwas zu präsentieren“, erzählt Mittermaier. Außerdem dürfen die jungen Leute für einige Woche eine eigene „Lernlings-Filiale“ führen – „Lernling“ ist die Bezeichnung bei dm für die Azubis, weil diese nicht nur belehrt werden, sondern selbst lernen sollen.

Grundsätzlich, so findet auch Filialleiterin Marianne Müller, sei die Ausbildung anspruchsvoll. Gerade für die Drogenkunde müsse man viele Pflanzen auch mit lateinischem Namen kennen. Auch sollte man keine Angst haben, auf Menschen zuzugehen.

Kunden zu beraten will gelernt sein

„Wichtig ist auch, dass man anpacken kann“, betont Azubi Mittermaier. Außerdem trage man eine große Verantwortung: nicht nur über die Geldbeträge in der Kasse, sondern auch bei der Beratung der Kunden. Genau diese Dinge aber machten ihr besonders Spaß. Ein weiterer Aspekt: „Ich habe immer die neuesten Waren in der Hand und kann sie ausprobieren.“

Auch, wenn sie es sich früher nicht hätte vorstellen können: Für Mittermaier ist der Beruf der Drogistin heute genau das Richtige. „Ich könnte mir nichts anderes mehr vorstellen“, sagt sie. Ihre Zukunft hat sie auch schon klar vor Augen. Nach der Ausbildung will sie die Fortbildung zur Handelsfachwirtin machen. Bei dm in Staudham wird sie vorerst bleiben. Die Zusage, übernommen zu werden, gibt es bereits. Auch ein Ziel für die weitere Zukunft hat sie: „Ich möchte gerne einmal eine leitende Stelle übernehmen.“

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