Arbeitsmarkt in der Region bleibt stabil: Leichter Rückgang bei der Arbeitslosenquote

Ein leichter Rückgangder Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum September zu verzeichnen. klinger

Die schwächelnde Konjunktur der bayerischen Wirtschaft schlägt offenbar noch nicht auf dem Arbeitsmarkt durch: Nach Angaben der Arbeitsagenturen Rosenheim und Traunstein ist die Lage stabil, die Zahl der Arbeitslosen im Oktober ist im Vergleich zum Vormonat sogar leicht zurückgegangen.

Rosenheim/Traunstein/Mühldorf – Die Arbeitslosenquote auf dem Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Rosenheim, der Stadt und Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, ist im Oktober um 0,1 Prozentpunkte auf 2,2 Prozent zurückgegangen und entspricht damit wie schon im August und September dem Niveau des Vergleichsmonats des Vorjahres.

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent (Vormonat: 4,0; Oktober 2018: 3,8 Prozent). Derzeit sind 1371 Bürger ohne Arbeit. Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,0 Prozent (Vormonat: 2,1; Oktober 2018: 2,1 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 2 895.

Temperaturen und Auftragslage gut

„Die anhaltend milden Temperaturen und die relativ beständige Auftragslage der vielen Klein- und Mittelbetrieb unterschiedlicher Branchen in unserem Agenturbezirk sorgten im Oktober weiterhin für eine stabile Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt“, sagt Michael Vontra, der kommissarische Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur.

Im Betrachtungszeitraum vom 12. September bis 14. Oktober sei die Nachfrage im Hotel- und Gaststättengewerbe hoch gewesen und auch in witterungsabhängigen Außenberufen, wie Garten- und Landwirtschaftsbau oder Baugewerbe, habe weitergearbeitet werden können. „Deshalb haben die Betriebe in diesen von Winterarbeitslosigkeit betroffenen Bereichen ihre Beschäftigten bisher lediglich auf geringem Niveau und unter dem Umfang des Vergleichsmonats des Vorjahres freigestellt“, so Vontra weiter.

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Die globalen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten würden sich am regionalen Arbeitsmarkt beim Rückgang der zu besetzenden Stellen zeigen. „Mit 4 930 offenen Arbeitsstellen, 4 700 davon sind sozialversicherungspflichtig, sind 620 weniger gemeldet als im Vergleichsmonat des Vorjahres.“ Am deutlichsten sei der Stellenrückgang (in absoluten Zahlen) in den Berufsgruppen Verkauf (-150), Verkehr und Logistik (-70), Metallerzeugung und -bearbeitung, Metallbau (-60) sowie Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufe (-60).

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Der Arbeitsmarkt bietet nach Vontras Einschätzung in einigen Bereichen dennoch gute Chancen. „In den Bereichen Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe standen im Oktober 32 Arbeitslose 100 gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen gegenüber, bei Bauplanung, Architektur, Vermessungsberufe war die Relation 38 zu 100, bei den Hoch- und Tiefbauberufen 43 zu 100, bei den Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen 54 zu 100 und bei den medizinischen Gesundheitsberufen 58 zu 100“, stellte der kommissarische Leiter der Arbeitsagentur Rosenheim fest.

„Erfreuliche Quote“ im Oktober

Von einer „erfreulichen Quote“ sprach Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein. Deren Gebiet umfasst die Landkreise Traunstein, Altötting, Berchtesgadener Land und Mühldorf. Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Traunstein lag demnach im Oktober bei 2,5 Prozent, ein Rückgang um 0,1 Prozentpunkte gegenüber September. Im Vorjahr lag die Quote im Oktober bei 2,6 Prozent. 7 099 Menschen sind von Arbeitslosigkeit betroffen, das sind 220 weniger als im Vormonat und 126 weniger als im Oktober 2018.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im Oktober 2,2 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte weniger als im Vormonat. Im Oktober 2018 lag sie bei 2,3 Prozent. 2 195 Menschen sind im Kreis Traunstein aktuell arbeitslos gemeldet, das sind 48 Menschen weniger als vor einem Jahr. Gegenüber September sind es 51 Menschen weniger, ein Rückgang um 2,3 Prozent.

Im Landkreis Altötting betrug die Arbeitslosenquote im Oktober 2,6 Prozent, ein Gleichstand mit September und ein Rückgang um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. 1 625 Menschen waren im Oktober arbeitslos gemeldet. Das sind 46 weniger als im Oktober des Vorjahres und 38 weniger als im September.

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Die Arbeitslosenquote im Landkreis Berchtesgadener Land betrug im Oktober 2,7 Prozent. Ein Rückgang um 0,1 Prozentpunkte verglichen mit dem Oktober des Vorjahres und ebenfalls zum September. 1 415 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 65 Menschen weniger als im September und 60 weniger als im Vorjahresmonat.

Im Landkreis Mühldorf betrug die Quote im Oktober 2,8 Prozent, das bedeutet einen Rückgang um 0,1 Pro-zentpunkte verglichen mit September. 1 864 Menschen sind arbeitslos gemeldet, 66 weniger als im Vormonat. Der Vorjahresvergleich zeigt einen Gleichstand bei der Quote und einen Unterschied in den Arbeitslosenzahlen von derzeit 28 Menschen mehr.

„Arbeitsmarkt istsehr vielfältig“

„Der Arbeitsmarkt in unseren Regionen ist sehr vielfältig, weshalb Schwankungen, beispielsweise in der Nachfrage bei Produkten oder Dienstleistungen nicht in der Ausprägung spürbar sind, wie in anderen Agenturbezirken“, erläuterte Müller. „Dafür haben wir saisonale Schwankungen, die nicht berechenbar sind. Manchmal gehen sie sehr günstig für uns aus, wie dieser milde Herbst, der für Baugewerbe und Hotellerie gleichermaßen positiv wirkte“.

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