Arbeitsmarkt in der Region stabilisiert sich – trotz leichten Anstiegs der Arbeitslosenquote

Trotz eines Anstiegs der Arbeitslosenzahlen im vergangenen Monat, erreichen die Landkreise im Südosten Bayerns Werte, von denen die meisten anderen Regionen der Bundesrepublik nur träumen können.
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Trotz eines Anstiegs der Arbeitslosenzahlen im vergangenen Monat, erreichen die Landkreise im Südosten Bayerns Werte, von denen die meisten anderen Regionen der Bundesrepublik nur träumen können.
  • Sylvia Hampel
    vonSylvia Hampel
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Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Rosenheim liegt im August bei 3,5 Prozent. Das ist 0,1 Prozentpunkt mehr als im Vormonat, 1,1 mehr als im Vorjahr. Der stellvertretende Leiter der Rosenheimer Agentur für Arbeit sieht in den Zahlen ein Zeichen dafür, dass sich der Markt stabilisiere.

Rosenheim/Mühldorf/Traunstein– Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen im August im Agenturbezirk Rosenheim, der die Stadt Rosenheim sowie die Landkreise Rosenheim, Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, um 280 Personen auf 10 850 – davon 6959 aus Stadt und Landkreis Rosenheim – gestiegen. Dem stehen 3680 offene Stellen im gesamten Arbeitsamtsbezirk, davon 2279 in Stadt und Landkreis Rosenheim, gegenüber.

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Der stellvertretende Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim, Michael Vontra, erklärt die gestiegenen Zahlen unter anderem damit, dass im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr in den ersten acht Monaten dieses Jahres 15,2 Prozent Arbeitssuchende weniger einen neuen Job fanden. Der Wert lag im Juli noch bei 19,9 Prozent. „Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich die Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt – trotz Corona-Pandemie und dem jahreszeitüblichen Anstieg – weiter stabilisiert.“

Mehr Lehrstellenals Jugendliche

Ein Hauptaugenmerk legt der stellvertretende Agenturleiter zu Ausbildungsbeginn auf den Lehrstellenmarkt: „Jetzt im September starten viele junge Menschen mit ihrer Berufsausbildung, jedoch haben noch nicht alle Jugendlichen eine passende Stelle gefunden, und auch einige Betriebe suchen noch händeringend“, sagt Vontra.

„Zum Stichtag am 11. August waren bei der Agentur für Arbeit Rosenheim noch 450 junge Menschen gemeldet, die ab Herbst einen Ausbildungsplatz suchen, 70 mehr als vor einem Jahr. Dem gegenüber standen 1170 unbesetzte Lehrstellen, in etwa so viele wie im August 2019.“ Zahlreiche Ausbildungsplatzangebote gab es laut Vontra unter anderem im Verkauf (280), bei medizinische und zahnmedizinische Fachangestellten (77), für Koch/Köchin (47), für Handelsfachwirte (47) sowie für Kaufleute Büromanagement (28).

Der stellvertretende Agenturleiter weiß, dass Angebot und Nachfrage häufig nicht vollkommen überein stimmen und appelliert an die Flexibilität der jungen Menschen, die noch nach einem Ausbildungsplatz suchen.

Die Lage in den Landkreisen Mühldorf und Traunstein

Ein ähnliches Bild gibt es im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit in Traunstein, die auch die Landkreise Mühldorf, Altötting und Berchtesgadener Land umfasst. Dort sind 1204 Ausbildungsplätze noch unbesetzt, gegenüber 239 unversorgten Jugendlichen. „Wer jetzt noch eine Ausbildungsstelle möchte, hat gute Chancen, in den ersten drei Monaten nach Ausbildungsbeginn kann man den Einstieg noch gut schaffen“, ermuntert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein.

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An die Betriebe gewandt sagt Vontra: „Geben Sie auch Bewerberinnen und Bewerbern eine Chance, die in der Schule keine Überflieger waren, die keinen lückenlosen Lebenslauf haben.“ Häufig entwickelten sich gerade diese jungen Menschen im Betrieb sehr positiv. Der Arbeitgeberservice der Agentur wisse außerdem, wo es gegebenenfalls Unterstützungsmöglichkeiten gebe.

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Sondersituation für Menschen unter 25

Bei den unter 25-Jährigen haben sich viele nach Schul- oder Ausbildungsabschluss arbeitslos gemeldet. Dieses Jahr, wegen corona-bedingt späterer Abschlussprüfungen, erst im August. „Die Arbeitslosigkeit in dieser Gruppe ist um 290 Personen, das entspricht 23,6 Prozent, auf 1500 Betroffene angestiegen“, erklärt der stellvertretende Agenturleiter. „Viele von ihnen haben uns bereits signalisiert, dass sie schon eine Arbeitsstelle in Aussicht haben oder ab Herbst eine weiterführende Schule oder eine Hochschule besuchen werden“, so Vontra.

Zahlen aus Stadt und Landkreis Rosenheim

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent. Im Vormonat waren es 5,6 Prozent. Im August 2019 lag die Arbeitslosenquote bei 3,8 Prozent. Aktuell sind 2091 Rosenheimer ohne Arbeit, ein Jahr zuvor waren es 1372. Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 3,4 Prozent, ein leichter Anstieg von 3,2 im Vormonat. Im Vorjahr waren es nur 2,0 Prozent gewesen. Die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis beträgt aktuell 4868, vor einem Jahr waren es 3207.

Zahlen aus Mühldorf und Traunstein

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf betrug im August 4,1 Prozent, das sind 0,3 Prozentpunkte mehr als im Vormonat und 1,1 Prozentpunkt mehr als im August 2019. 2693 Menschen waren im August 2020 arbeitslos gemeldet, 739 mehr als im August 2019. Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im August 3,3 Prozent, das ist ein Anstieg gegenüber Juli um 0,1 Prozentpunkte. Im August 2019 betrug die Quote 2,5 Prozent. 3270 Menschen sind im Landkreis Traunstein arbeitslos gemeldet, das sind 863 Menschen mehr als vor einem Jahr.

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