Arbeitslosigkeit in Rosenheim, Mühldorf und Traunstein: Quote sinkt erneut leicht

Viel mehr als 2019, etwas weniger als im August: Die Lage auf dem Arbeitsmarkt entspannt sich langsam. Grafik: OVB/Schöne
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Viel mehr als 2019, etwas weniger als im August: Die Lage auf dem Arbeitsmarkt entspannt sich langsam. Grafik: OVB/Schöne

Corona hinterlässt Spuren, vorerst aber weniger deutlich als befürchtet. Die Arbeitslosenquote sank im August um 0,2 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent (Vergleichsmonat des Vorjahres: 2,3 Prozent) und liegt unter den Werten der vergangenen vier Monate.

Von Michael Weiser

Rosenheim – Die Zahl ging um 600 auf 10 250 zurück, liegt damit um 3170 oder fast 45 Prozent über dem Vergleichsmonat 2019. Michael Schankweiler, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim sieht die Gründe dafür auch im Kalender: Personalverantwortlichen sind aus dem Urlaub zurück. Obwohl die Corona-Pandemie den Arbeitsmarkt „noch immer stark beeinflusst“ würden wieder verstärkt Menschen eingestellt, sagte er.

570 mehr als im Vormonat

Im vergangenen Monat haben sich bei der Agentur in Rosenheim 2910 Menschen aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet, 1270 davon in Arbeit. Das waren 570 mehr als im Vormonat und auch 220 Personen mehr als noch vor einem Jahr. Die Zahl der Abmeldungen in Arbeit war damit höher als irgendwann in den vergangenen fünf Monaten. 2330 Menschen haben sich bei der Agentur und den Jobcentern arbeitslos gemeldet, 320 weniger als im Vormonat und 180 weniger als letztes Jahr.

Besonders deutlich sind die Arbeitslosenzahlen in den Bereichen Unternehmensführung und -organisation (-78) Verkauf (-70), Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (-40) und Reinigungsberufe (-37) gesunken.

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Die Betriebe im Agenturbezirk haben mit 830 neu zu besetzenden Stellen (August: 1.025) in den vergangenen Wochen in etwa so viele Angebote gemeldet wie in den Monaten Juni und Juli. Zahlreiche neue Stellenangebote stammen aus den Wirtschaftsabschnitten sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, darunter fallen (etwa Call-Center sowie Wach- und Sicherheitsdienst (150), Handel, Kfz-Reparatur (150), Ge-sundheits- und Sozialwesen (130), Gastgewerbe (80) und Verarbeitendes Gewerbe (75).

Schankweiler äußerte sich erfreut über den starken Rückgang der Arbeitslosenzahl bei den unter 25-Jährigen. 260 junge Menschen haben sich abgemeldet, die Arbeitslosenzahl ist dadurch auf 1240 gesunken. Die Entspannung zog sich durch alle Bereiche, die Arbeitslosigkeit im September ging bei fast allen Personengruppen – Frauen und Männern, unter 25- und über 50-Jährige, Ausländer und Menschen mit Behinderung – zurück.

Quote von 5,5 Prozent in der Stadt Rosenheim

In der Stadt Rosenheim ergibt sich eine Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent (Vormonat: 5,8. Im September 2019 waren es noch 4,0 Prozent gewesen. Derzeit sind 1984 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit betreut werden, sank die Zahl um 65 auf 1154 Betroffene. Für 830 arbeitslose SGB II-Kunden, 42 weniger als im August, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2174 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1707 Bedarfsgemeinschaften leben.

Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 3,2 Prozent (Vormonat: 3,4; September 2019: 2,1 Prozent). Die Zahl insgesamt für den Landkreis beträgt 4583. Hier sind 3271 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 236 weniger als im Vormonat. Beim Jobcenter Landkreis Rosenheim sind 1312 arbeitslose SGB II-Kunden registriert, 49 weniger als im August. Insgesamt betreut das Jobcenter 3295 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2648 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Sinkende Werte auch in Traunstein

Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Traunstein lag im September bei 3,5 Prozent, ein Rückgang um 0,2 Prozentpunkte gegenüber August. „Erfahrungsgemäß ist der September ein Monat mit starker Dynamik“, sagt Jutta Müller, Leiterin der Geschäftsführung der Agentur in Traunstein. Im Vorjahr lag die Quote bei 2,6 Prozent. 9896 Menschen sind von Arbeitslosigkeit betroffen, das sind 457 weniger als im Vormonat und 2577 mehr als im September des Vorjahres.

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Die Quoten im Einzelnen: Traunstein 3,1 Prozent, Altötting 3,4 Prozent, Berchtesgadener Land 3,8 Prozent und Mühldorf 4,0 Prozent. 2036 Menschen meldeten sich im September erstmals oder erneut arbeitslos, das sind 320 weniger als im Vormonat. Dem gegenüber stehen 2491 Abmeldungen, 589 mehr als im August. Von den neu Gemeldeten kamen 1066 Menschen aus Erwerbstätigkeit und 423 aus Ausbildung oder Qualifizierung. Gegenüber dem Vorjahr sanken die Neumeldungen um 336 Menschen.

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Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im September 3,1 Prozent. Im September des Vorjahres lag sie bei 2,3 Prozent, im Vormonat August bei 3,3 Pro-zent. 3088 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 842 Menschen mehr als vor einem Jahr, ein Unterschied von 37,5 Prozent. Aber gegenüber August sind es 182 Menschen weniger, ein Rückgang von 5,6 Prozent.

391 Gemeldete sind jünger als 25 Jahre, eine deutliche Senkung zum Vormonat – um 114 junge Menschen –, aber 92 mehr als 2019. 1126 Menschen sind älter als 50 Jahre, verglichen mit September 2019 sind dies 205 Menschen mehr in dieser Altersgruppe; gegenüber August sind es 42 weniger. „Der Abbau der Arbeitslosigkeit älterer Menschen ist ein wichtiges gesellschaftliches Anliegen, gerade angesichts des steigenden Renteneintrittsalters“, sagte Jutta Müller.

Ein Anstieg um 37,5 Prozent

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im September 3,1 Prozent. Im September des Vorjahres lag sie bei 2,3 Prozent, im Vormonat August bei 3,3 Prozent. 3088 Menschen sind arbeitslos gemeldet, 842 Menschen mehr als vor einem Jahr, ein Anstieg um 37,5 Prozent. Gegenüber August sind es 182 Menschen weniger, also 5,6 Prozent weniger.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf betrug im September 4,0 Prozent, das sind 2629 Menschen, 64 weniger als im August. Im Vorjahresvergleich zeigt sich ein Anstieg um 1,1 Prozentpunkte zu der Quote von 2,9 und einem Unterschied in den Arbeitslosenzahlen von derzeit 699 Menschen mehr.

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