Arbeitslosenzahlen in Rosenheim, Mühldorf und Traunstein: Freude über leichte Verbesserung

Siberstreif am Horizont oder nur vorübergehende Aufhellung? Die Arbeitslosenquoten im Juli.Klinger

Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Rosenheim liegt im Juli bei 3,4 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte der Agentur-Bezirk nur eine Quote von 2,2 Prozent gehabt. Die Corona-Krise drückt der Region als weiterhin deutlich den Stempel auf. Dennoch gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer.

Von Michael Weiser

Rosenheim – Noch im Vormonat hatte Michael Schankweiler eine „anhaltend angespannte Lage“ auf dem Arbeitsmarkt festgestellt. Aktuell hat der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim gute Nachrichten. Im vergangenen Monat sei die Arbeitslosenzahl um 0,9 Prozent oder um 99 auf 10 567 Menschen gesunken.

2150 Menschen kehrten im gesamten Bezirk mit der Region Rosenheim sowie den Landkreisen Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen nach Auskunft der Agentur wieder in eine Beschäftigung zurück oder gingen in Weiterbildung, 2050 meldeten sich arbeitslos. Die Zahlen der einzelnen Sparten lassen auf eine momentane leichte Erholung vom Corona-Schock schließen: In den Wirtschaftsbereichen Tourismus, Hotel und Gaststätten fanden 102 Menschen wieder einen Job, in der Lebensmittelherstellung und Verarbeitung, also vor allem bei den Bäcker und Metzgern, waren es 38, und in den Reinigungsberufen 29.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen außerordentlich hoch: Sie liegen 3900 Menschen oder 58,5 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Schankweiler sieht jedoch auch da eine leichte Besserung. Die Arbeitslosenzahl sei nach einem starken Anstieg im April – ein Plus von 1940 im Vergleich zu 2019 – und einer weiteren Zunahme im Mai (plus 840) und Stagnation im Juni im Juli erstmals wieder gesunken. Die Zahlen betreffen den Bezirk gleichmäßig, der „verhalten positive Trend auf dem Arbeitsmarkt“ umfasst nach den Worten des Agentur-Leiters fast alle Regionen.

Rückgang bei den Unter-25-Jährigen und den Über-50-Jährigen

Bei der Stadt (42 weniger) und dem Landkreis Rosenheim (26 weniger) und dem Landkreis Miesbach (77 weniger) ein Rückgang der Arbeitslosenzahl zu verzeichnen. Lediglich im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen (46 mehr) gibt es einen leichten Anstieg. „Erfreulich“ findet Schankweiler, dass bei den unter 25-Jährigen und bei den über 50-Jährigen gleichermaßen ein Rückgang zu verzeichnen sei.

Schankweiler unterstrich die wichtige Rolle der Kurzarbeit in der Pandemie. 6736 Anzeigien für Kurzarbeit seien im Juli eingegangen, 110 mehr als im Vormonat. Insgesamt befinden sich im Bezirk fast 66 000 Menschen in Kurzarbeit.

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Zahl der Arbeitslosen im Juli steigt

Einen Monat vor dem Start des neuen Ausbildungsjahrs am 1. September bezeichnete Schankweiler die Lage für junge Menschen als vielversprechend. 807 Bewerber stehen demnach 1400 unbesetzten Stellen gegenüber. Schankweiler räumte ein, dass es fachliche und regionale Unterschiede gebe, „da nicht jede Ausbildungsstelle zu jedem Bewerbern passt“. Viele Stellen gebe es derzeit noch im Einzelhandel, für angehende Handelsfachwirte und Fleischfachverkäufer sowie zahnmedizinische Fachangestellte. Der Agenturleiter appelliert an die jungen Leute, sich an die Berufsberatung der Agentur zu wenden (Telefon 08031/202222). „Eine weitere gute Möglichkeit ist, sich einfach direkt bei dem Betrieb, bei dem Sie sich eine Ausbildung vorstellen können, um ein Praktikum zu bewerben.“

Zahlen aus Stadt und Landkreis Rosenheim

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent. Im Vormonat waren es 5,7 Prozent, im Juli 2019 3,6 Prozent. Das heißt: 2029 Rosenheimer sind ohne Arbeit. 137 junge Menschen suchen noch einen Ausbildungsplatz, sie können wählen unter 193 unbesetzten Ausbildungsstellen. Der Landkreis Rosenheim liegt mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahl von 0,1 Prozent genau im Trend. Dort verzeichnet man nunmehr 3,2 Prozent. Im Vorjahr waren es nur 2,0 Prozent gewesen. Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 4707, darunter 1380 Menschen, die Arbeitslosengeld II beziehen.

Zahlen aus Mühldorf und Traunstein

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf betrug im Juli 3,8 Prozent, das ist der Stand vom Vormonat. 2533 Menschen waren im Juli arbeitslos gemeldet, 39 mehr als im Juni. Das sind 35,7 Prozent mehr als Im Vorjahr. 667 Menschen weniger waren im Juli 2019 gemeldet.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im Juli 3,2 Prozent, das ist ein Rückgang gegenüber Juni um 0,1 Prozentpunkte. Im Juli des Vorjahres war die Quote noch bei 2,2 Prozent gelegen. 3155 Menschen sind im Landkreis Traunstein arbeitslos gemeldet, das sind 997 Menschen mehr als vor einem Jahr und 97 weniger als im Vormonat. Unter den 9905 Arbeitslosen im Bereich Traunstein sind 1186 jünger als 25 Jahre. Unter den Jüngeren seien viele Schulabgänger, aber auch einige, die nach der Ausbildung nicht übernommen werden, oder bei denen eine Anschlussbeschäftigung noch fraglich sei, sagte Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein: „Wir appellieren an die Arbeitgeber, die Entscheidung zügig zu treffen.“

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