ZAHLEN AUS DEM AGENTURBEZIRK TRAUNSTEIN

Arbeitslosenzahl steigt leicht an

Während die Arbeitslosenquote im gesamten Agenturbezirk leicht gestiegen ist, sind die Zahlen in Rosenheim stabil geblieben. Der Dezember steht exemplarisch für den Jahresdurchschnitt. Agentur für Arbeit

Rosenheim/Mühldorf –. Die globalen wirtschaftlichen und politischen Veränderungen hinterlassen auf dem regionalen Arbeitsmarkt nur kleine Spuren – vorerst.

Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Rosenheim (Stadt und Landkreis Rosenheim sowie Landkreise Miesbach und Bad Tölz/Wolfratshausen) ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent gestiegen, erstmals seit September 2014. Laut Zahlen der Agentur für Arbeit sind 7260 Menschen im Agenturbezirk arbeitslos gemeldet – 320 mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Michael Vontra, kommissarischer Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim, erklärt, dass vor allem in den Wirtschaftsbereichen Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht, Verwaltung sowie Verkehr, Logistik und Sicherheit mehr Arbeitslose gemeldet sind als 2018.

Vontra blickt auf das Jahr 2019 zurück: „Ähnlich wie in den Vorjahren konnte die Winterarbeitslosigkeit zu Jahresbeginn relativ schnell abgebaut werden. Das Jahr startete mit einer historisch niedrigen Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent im Januar und Februar.“ Damit lag sie unter der wichtigen Marke von 3,0 Prozent – ein wichtiger Indikator für Vollbeschäftigung.

Im März sei die Quote – wie saisonal üblich – auf 2,5 Prozent gesunken. Das gute Wetter war dafür verantwortlich, dass die Arbeitslosenquote über das Jahr gesehen nur leicht gestiegen ist. Der Grund: Viele Arbeiten im Außenbereich, wie etwa im Baugewerbe oder im Straßen- und Landschaftsbau, konnten weitergeführt oder fertiggestellt werden. „Der Arbeitsmarkt profitierte auch im Folgemonat von dem guten Wetter“, sagt Vontra. Das betreffe vor allem das Hotel- und Gaststättengewerbe. Die Arbeitslosenquote fiel von April (2,3) und Mai (2,2) auf einen Tiefstwert im Juni (2,1).

„Seit Mitte des Jahres machten sich die globalen wirtschaftlichen Eintrübungen auch auf dem regionalen Arbeitsmarkt bemerkbar“, erklärt Vontra weiter. Im Juli lag die Arbeitslosenquote mit 2,2 Prozent noch um 0,1 Prozentpunkte unter dem Vergleichswert des Vorjahres. In den Monaten August (2,4), September (2,3), Oktober (2,2) und November (2,3) entsprach der Wert jeweils dem des Vergleichsmonats des Vorjahres und lag im Dezember mit 2,4 Prozent um 0,1 Prozentpunkte über der Arbeitslosenquote Ende 2018.

Die absolute Arbeitslosenzahl war in den vergangenen fünf Monaten dabei jeweils höher als 2018, da die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Agenturbezirk, die für die Berechnung der Arbeitslosenquote zugrunde gelegt wird, im vergangenen Jahr um 3790 (2,0 Prozent) bis Ende Juni 2019 auf 196 590 geklettert ist.

Mit Blick auf die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den einzelnen Branchen sagt Vontra: „Den stärksten Anstieg gab es im Verarbeitenden Gewerbe (+660), im Gesundheitswesen (+590), im Baugewerbe (+420) sowie in den Bereichen Immobilien, Dienstleistungen (+410) und Handel, Instandhaltung/Reparatur Kfz (+370).

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent (Vormonat: 3,8; Dezember 2018: 3,9 Prozent). Derzeit sind 1362 Bürger ohne Arbeit. Im Durchschnitt waren 2019 in der Stadt Rosenheim 1381 Menschen ohne Beschäftigung. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote betrug 3,9 Prozent (Vorjahr 4,1 Prozent).

Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,2 Prozent (Vormonat: 2,1; Dezember 2018: 2,2 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 3146. Im Jahresdurchschnitt waren im Landkreis Rosenheim 3155 Personen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote lag im Jahresdurchschnitt bei 2,2 Prozent (Vorjahr 2,3 Prozent).

Auch im Agenturbezirk Traunstein (Traunstein, Altötting, Mühldorf, Berchtesgadener Land) ist die Quote zum Jahresende leicht gestiegen und lag bei 2,9 Prozent – ein Anstieg gegenüber November um 0,2 Prozentpunkte. 8070 Menschen waren in diesem Monat arbeitslos gemeldet. Die Quote im Vorjahr lag ebenfalls bei 2,9 Prozent.

„Der Dezember war kein harter Wintermonat, das merken wir an der geringeren Zahl von Meldungen aus den Außenberufen“, erläutert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein. Wie Vontra betont auch sie: „Wir rechnen mit einem Anstieg in diesen Berufsbereichen erst im Januar.“

Kommentare