Anders mit Plastik umgehen

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Siegsdorf – Über die aktuelle Situation bei der Verwendung von Kunststoffen und mögliche Strategien zur Vermeidung von Kunststoffmüll – auch regional – informierte ein Fachgespräch des CSU-Arbeitskreises Umweltsicherung und Landesent-wicklung (AKU) im Kreisverband Traunstein mit den Geschäftsführern der Unternehmen Brückner Group und Nowofol in Siegsdorf.

Beide Firmen sind in der Herstellung von Kunststoff beziehungsweise dem Bau von Maschinen zur Produktion von Kunststofffolien tätig.

Initiiert und organisiert hatte das Treffen der Traunsteiner Stimmkreisabgeordnete Klaus Steiner. Er verwies darauf, dass die vielkritisierte Plastiktüte aufgrund einfacher Herstellung und hoher Stabilität eigentlich eine „ökologische Erfindung“ sei. Nicht die Plastiktüte sei das Problem, sondern der Umgang damit.

Diese Sichtweise bestätigte Brückner-Geschäftsführer Helmut Huber. Von den jährlich weltweit produzierten 360 Millionen Tonnen Kunststoff würden lediglich 50 Millionen Tonnen wiederverwertet, bei 77 Millionen Tonnen sei der Verbleib unklar und knapp die gleiche Menge werde in Deponien entsorgt. Nach dem Motto „Verbrauch reduzieren – wiederverwenden – recyceln“ arbeite Brückner mit Partnern aus der gesamten Wertschöpfungskette an einer Verbesserung der Situation. Über den Trend zu mehr Verpackungen mit speziali-sierten Zusatzfunktionen und strengen internationa-len Zielvorgaben zur Recyclingfähigkeit von Kunststoffen berichteten Geschäftsführer Robert Pernath und Josef Wieland von der Firma Nowofol. Sie zeigten die Einsatzmöglichkeiten für Kunststoffe als günstige Energiequelle und innovative Lebensmittelverpackung auf und veranschaulichten die Nachahmungswirkung von wiederverwendbaren Geschirrspülverpackungen.

Josef Pfeilstätter, Inhaber mehrerer Edeka-Filialen, verwies auf Hygiene- und Konservierungsgründe bei Kunststoffverpackungen. So habe der Verzicht bei Gurken dazu geführt, dass 30 Prozent der Ware schneller verderben. 28 Kubikmeter Kunststoffmüll aus Einwegflaschen falle bei einem größeren Markt an – pro Woche. Als Kunststoffersatz setze Edeka 2020 erstmals auf den innovativen „Apeel“-Konservierungsüberzug aus Pflanzenstoffen. eff

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