Im Alter von 65 Jahren gestorben: Edling trauert um Visionär und Unternehmerpersönlichkeit Franz Görlich

Verlor den Kampf gegen den Krebs: Franz Görlich, Gründerund langjähriger Vorstandsvorsitzender der DENAVA AG in Edling. privat

Franz Görlich – eine im Altlandkreis Wasserburg und international bekannte Unternehmerpersönlichkeit – ist im Alter von 65 Jahren verstorben. Er war Gründer und  Vorstandsvorsitzender der Denava AG, einem Unternehmen aus dem Pharmabereich in Edling. Vor nicht einmal einem Jahr war er in den Ruhestand gegangen. 

Edling – Endlich Zeit haben für sich und seine Familie, das war dem Edlinger Unternehmer Franz Göhrlich durch seine Krebserkrankung nicht lange vergönnt. Viele Jahre lebte er für das Unternehmen.

„Stetiges Wachstum, flache Hierarchien, die Möglichkeit zur Mitarbeiterbeteiligung und eine wertschätzende Unternehmenskultur machen den Erfolg derDenava AG aus“, war Görlich überzeugt, als er im Dezember 2018 die Weichen für seine Nachfolge stellte.

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Besonders stolz war er auf den Preis des Bayerischen Wirtschaftsministeriums im Jahre 2018 als eines der 50 besten bayerischen Unternehmen ausgezeichnet zu werden, ein Erfolg, den er seinen engagierten Mitarbeitern und vor allem auch den langjährigen Kunden und Lieferanten sowie allen unterstützenden Geschäftspartnern zuschrieb.

Franz Görlich war Gründer und langjähriger Vorstandsvorsitzender der Denava AG, mit den Tochterfirmen Goerlich Pharma, GoCaps GmbH und der PG-Naturpharma GmbH. Die Beisetzung Görlichs fand mit Pfarrer Hippolyte Ibalayam unter der Teilnahme vieler Trauernder in der Jakobskirche statt.

In der Jakobskirche verabschiedet

Mit dem Unternehmer verlor die Familie einen liebevollen Ehemann, Vater und Großvater. Seinen Mitarbeitern war er stets ein verlässlicher und wertschätzender Chef, aufgeschlossen für ihre persönlichen Lebensumstände – das erzählt man sich in der Belegschaft.

Görlich kam am 18. Januar 1954 in Wasserburg zur Welt. Nachdem er die Volksschule abgeschlossen hatte, machte er als 14-Jähriger eine Lehre zum Mechaniker, dann eine zweite Ausbildung zum Speditionskaufmann. Ab 1979 arbeitete er in Boston (USA) für die Niederlassung der Spedition Kühne und Nagel, zuletzt als stellvertretender Geschäftsführer.

Drei Jahre später lernte er Carmen kennen, seine Ehefrau, mit der er nach Bremen zog, wo er Wirtschaft studierte. 1984 folgte in Königstein im Taunus der Schritt in die Selbstständigkeit mit der Gründung der damaligen Görlich Handels GmbH. Omega 3- und 6 Öle waren seine Ware.

Öle waren seine Ware

Nach zwei Jahren zog es ihn zurück nach Wasserburg, wo im Keller der Reitmehringer Doppelhaushälfte die Produktion anlief. Nahrungsergänzungsmittel, wie etwa Magnesiumkapseln, die man in der Drogerie bekommt, wurden hergestellt. Auch Beate Böhm, die heute bei der Denava AG im Führungsteam ist, war damals schon Teil von Görlichs Team.

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Der Betrieb florierte, und die Firma fand in einem umgebauten Bauernhof in Streifl bei Griesstätt neue Räume, wo dann bereits mit ISO-Zertifizierung produziert wurde.

Denava exportiert in 50 Länder auf der ganzen Welt

Franz Görlich war ein visionärer Unternehmer und erbaute 1996 den heutigen Standort in Edling. Auf unzähligen Auslandsreisen knüpfte er ein weltweites Netzwerk zum Wohle seines Betriebs, und der Erfolg gab ihm Recht: Mit über 160 Mitarbeitern exportiert das Unternehmen mittlerweile in 50 Länder weltweit und widmet sich dem Geschäftssegment „Gesundheit“, mit Produktion und Vertrieb von Nahrungsergänzungsmitteln als Denava Gruppe am Standort Edling.

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Franz Görlich galt als außergewöhnlicher Mensch mit starker Durchsetzungskraft, die ihn schwierigste Situationen in seiner Unternehmerlaufbahn meistern ließ. Er lebte im und für das Unternehmen, zeigte besondere Wertschätzung für seine Mitarbeiter, die er als „zweite Familie“ verstand. Auf Reisen in die ganze Welt lernte er andere Kulturen kennen und respektieren, gab seine Erfahrungen weiter – etwa durch die starke finanzielle Unterstützung des Wasserburger Nationenfestes.

Verein „Curari-Jugendhilfe Lateinamerika“ gegründet

Ihm war es wichtig zu geben, wenn man etwas geben kann. So gründete er den Verein „Curari-Jugendhilfe Lateinamerika“ für benachteiligte Kinder in dieser Region. Seine Frau stammt aus Venezuela – daher lag den Görlichs am Herzen, diesen Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen.

Im Jahr 2007 wurde bei Franz Görlich erstmals eine Krebserkrankung festgestellt. Sie kehrte zurück, nun schloss der Vater zweier Söhne und Opa eines Enkelkindes im Kreise der Familie für immer seine Augen.

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