Aktiv gegen den Fachkräftemangel

Große Freude über das Ausbildungszertifikat: (von links) Thomas Asenbauer, kaufmännischer Ausbildungsleiter, Susanne Stöberl, Teamleiterin Arbeitgeberservice, Thomas Gruber, Inhaber, Jutta Müller, Leiterin der Agentur für Arbeit Traunstein, und Siegfried Höpfinger, Prokurist. re

Traunstein – Die Agentur für Arbeit Traunstein zeichnet jedes Jahr je einen Arbeitgeber pro Landkreis mit dem Ausbildungszertifikat aus.

Dieses Jahr wurde es für den Landkreis Mühldorf an die Landtechnik Thomas Gruber in Ampfing verliehen, da sich der Betrieb aktiv dem Fachkräftemangel stellt und eine hohe Zahl an Azubis für den Nachwuchs ausbildet.

Das Unternehmen besteht seit 70 Jahren und ist seither beständig gewachsen. Zu den mittlerweile 155 Mitarbeitern zählen aktuell weitere 37 Auszubildende, das sind knapp 24 Prozent aller Beschäftigten.

Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein, und Thomas Gruber, Inhaber, tauschten sich da rüber aus, wie Fachkräfte- und Unternehmensnachwuchssicherung heute gelingen kann. „Wir sind viel in den Schulen draußen und bieten Schnupperlehren an“, so Thomas Gruber. „Keiner fängt hier eine Ausbildung an, ohne vorher ein Praktikum absolviert zu haben. Und wenn wir sehen, dass sich jemand Mühe gibt, dass er wirklich will, schauen wir nicht so sehr auf die Noten.“ Jutta Müller erläutert: „In Industrie und Verwaltung gibt es andere Kriterien, die schnell zu einer Ablehnung führen. Das sind die Vorzüge eines familiengeführten Betriebes, sie können leichter Chancengeber sein.“ Nicht alle Azubis seien bei Gruber von Anfang an Leistungsträger. Gerade hier zeigt sich das Engagement der Ausbilder. So mancher Jugendliche brauche etwas länger, bis er einsehe, was das Berufsleben an täglicher Disziplin fordere, gesteht Gruber.

Eine Chance,sich zu entwickeln

Hier gibt es gemeinsame Prüfungsvorbereitungen und individuelle Nachhilfe. „Auch wenn es, was ganz selten vorkommt, beim ersten Mal nicht klappt; die Geduld muss man aufbringen, man braucht einen langen Atem“, so Gruber.

Diese Haltung führt dazu, dass alle Azubis in der Regel nach bestandener Prüfung übernommen werden und beinahe sämtliche Führungspositionen im Unternehmen mit ehemaligen Azubis besetzt sind.

„Hier gibt es auch für junge Leute, die nicht auf den ersten Blick die Wunschkandidaten sind, eine Chance, sich zu entwickeln“, resümiert Müller. „Talente erkennen, entfalten und die passende Hilfestellung geben, sind die zeitgemäßen Mittel für erfolgreiche Nachwuchsgewinnung.“ re

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