A94: Entwicklungskonzept gefordert: IHK-Regionalausschuss setzt sich für mehr kommunale Zusammenarbeit ein

Nach der Staatsmedaillie für ihre Verdienste um die bayerische Wirtschaft würdigte auch der Leiter der IHK-Geschäftsstelle Mühldorf, Herbert Prost, bei der Vorsitzenden des Regionalausschusses Ingrid Obermeier-Osl für ihr großes ehrenamtliches Engagement. Becker
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Der IHK Regionalausschuss von Altötting und Mühldorf forderte in jüngster Sitzung ein Entwicklungskonzept für die nun fertige A94. Außerdem würdigte der Ausschuss Vorsitzende Ingrid Obermeier-Osl für ihr großes ehrenamtliches Engagement um die IHK in der Region. Sie wurde zudem von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger für ihre Verdienste um die bayerische Wirtschaft mit der Staatsmedaille geehrt.

Altötting/Mühldorf – Bevor es in die gemeinsame Sitzung mit den niederbayerischen Kollegen ging, stimmte der Regionalausschuss Altötting-Mühldorf aber noch das Positionspapier seines Arbeitskreises ab, welches Forderungen an die Regionalpolitik nach den Kommunalwahlen im März 2020 richtet. Demnach soll künftig ein besseres Kulturangebot dafür sorgen, dass Fachkräfte sich für die Region begeistern. Generell wünscht sich die IHK, das die künftigen Bürgermeister soch auf die Stärken ihrer Städte und Gemeinden konzentrieren und besser zusammenarbeiten: gemeindeübergreifende Gewerbegebiete planen, ein besseres regionales ÖPNV-Netz stricken und die Befriedigung der Bedürfnisse großräumiger denken.

„In Bundesländern wie NRW oder Baden-Württemberg gibt es zahlreiche gemeindeübergreifende Gewerbegebiete“, erklärte Dr. Robert Obermeier von der IHK Oberbayern.

Landrat Georg Huber verwies in dem Zusammenhang auf die überregionale Planung der Gesundheitsversorgung, die mit der geplanten Zusammenlegung der Kreiskliniken in den Landkreisen Altötting und Mühldorf bereits Form annimmt. Mehr interkommunale Zusammenarbeit forderte der IHK-Ausschuss darüber hinaus aber auch beim Wohnungsbau, bei Sportangeboten und eben dem Gewerbe.

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Nach Ansicht des Regionalausschusses geht es jetzt ums „Sein oder Nicht-Sein“. Hierzu sei neben dem Lückenschluss der A 94 in Richtung der A3 in Niederbayern auch der zweigleisige elektrifizierte Ausbau der Bahnstrecke nach München oder ein Bürokratieabbau durch Digitalisierung nötig, der mit der zügigen flächendeckenden Bereitstellung von Breitband einhergehen müsse.

Mit dem Thema A 94 beschäftigten sich die beiden Regionalausschüsse Altötting-Mühldorf und Rottal-Inn im Anschluss noch einmal gemeinsam. Die Vertreter beider Regionalausschüsse forderten auf dieser außerordentlichen Sitzung den zügigen Lückenschluss zwischen Marktl und der A 3 bei Pocking. „Wir brauchen den Anschluss an den Großraum Passau und die Industrieregion Linz!“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, Peter Kammerer.

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Insgesamt sechs Planungsabschnitte sind es, an denen teilweise sogar schon gebaut wird, wie Stefan Pritscher von der Autobahndirektion Bayern Süd erklärte. In allen Abschnitten gibt es Herausforderungen, wie im Bereich von Simbach, wo Bürger fordern, den geplanten Tunnel, der auch vom Stadtrat bereits mit einigen Anmerkungen genehmigt wurde, noch zu erweitern. Momentan ist dort für 280 Millionen Euro ein 1250 Meter langer Tunnel vom Bahnhof bis zum Klärwerk projektiert, der eine Wohnsiedlung unterquert.

Die Forderung der Simbacher, den Tunnel gleich bis Walkersdorf fortzusetzen ist aber nicht so einfach: „Wir können nicht einfach einen Tunnel in einem Wasserschutzgebiet bauen, weil das den Zufluss zu den Quellen verhindern würde“, erklärte der Sachverständige. Anstattdessen soll es an der Stelle dann eine 250 Meter lange oberirdische Einhausung geben.

Diskutiert wurde aber auch über die von der Automobilindustrie ausgehende Konjunkturflaute. Nach Schätzungen der IHK sind aktuell bereits bis zu 4.000 regionale Arbeitsplätze durch diese erste Abschwungphase seit der Finanzkrise 2008 gefährdet. „Der Strukturwandel betrifft hier langfristig sogar 137.000 Arbeitsplätze“, erklärte Martin Frank von der IHK Niederbayern. Zulieferer sollten jetzt umdenken und ihre Produkte an E-Mobilität und alternative Antriebe anpassen.

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