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Bayerisch-französische Freundschaft

50 Jahre Partnerschaft zischen Graulhet und Prien: 2022 wird endlich gefeiert

Offizieller Empfang im Rathaus Graulhet: Bürgermeister Blaise Aznar begrüßt die Priener Delegation mit Erstem Bürgermeister Andreas Friedrich (Mitte), dessen Stellvertretern (von links) Martin Aufenanger und Michael Anner sowie LTG-Lehrer Winfried Kober (rechts).
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Offizieller Empfang im Rathaus Graulhet: Bürgermeister Blaise Aznar begrüßt die Priener Delegation mit Erstem Bürgermeister Andreas Friedrich (Mitte), dessen Stellvertretern (von links) Martin Aufenanger und Michael Anner sowie LTG-Lehrer Winfried Kober (rechts).
  • Ulrich Nathen-Berger
    VonUlrich Nathen-Berger
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Fünf Jahrzehnte ist es her, dass zwischen den Städten Graulhet in Frankreich und Prien am Chiemsee freundschaftliche Bande geknüpft wurden. Corona hat den bisher geplanten Feiern einen Strich durch die Rechnung gemacht, doch nächstes Jahr soll das Freunde-Jubiläum endlich im Mittelpunkt stehen.

Prien – Austausch und Gemeindepartnerschaft werden erst lebendig durch persönliche Begegnungen: Dies zeigte sich beim Besuch einer Priener Delegation in der französischen Partnergemeinde Graulhet. 2020 wurden hier wie dort neue Bürgermeister ins Amt gewählt, aber coronabedingt konnte bisher kein persönliches Treffen stattfinden. Zudem musste auch die für diesen Sommer geplante Feier zum 50-jährigen Bestehen der Gemeindepartnerschaft verschoben werden (wir berichteten). Um all das nachzuholen, machte sich vor Kurzem eine sechsköpfige Delegation auf den Weg nach Graulhet.

Erste Bande wurden 1965 geknüpft

„Den ersten persönlichen Kontakt mit Blaise Aznar gab es bei einer Videokonferenz im Februar. Dabei hatten wir ein Treffen vereinbart, sobald dies coronabedingt realisierbar ist. Der Einladung meines Amtskollegen Blaise Aznar konnten wir jetzt endlich folgen und nach Südfrankreich fliegen“, so Priens Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

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Mit auf die Reise machten sich unter anderem Friedrichs Stellvertreter Michael Anner (CSU) und Martin Aufenanger (FP), der neue Partnerschaftsreferent und Präsident des Internationalen Freundschaftskreises, Johannes Dreikorn sowie dessen Stellvertreter Winfried Kober. Als Französisch-Fachbetreuer organisiert der Studiendirektor am Ludwig-Thoma-Gymnasium seit Jahren den Schüleraustausch; daran beteiligt ist immer wieder die Kommunale Realschule Prien. Die Partnerschaft zwischen Prien und Graulhet besteht jetzt seit 50 Jahren. Die ersten zarten Bande wurden im Jahr 1965 geknüpft. In den Folgejahren entwickelten sie sich intensiver und gipfelten schließlich in einer Urkunde: 1971 besiegelten die südfranzösische Gemeinde Graulhet und die Marktgemeinde Prien ihre bis dahin behutsam aufgebaute Beziehung mit einer offiziellen Städtepartnerschaft.

Feier in den Pfingstferien

Im Mittelpunkt des aktuellen Besuchs stand deshalb die Planung der Jubiläumsfeier, die im Zeitraum vom 9. bis 12. Juni 2022 in Graulhet stattfinden wird. Der Höhepunkt soll ein Festabend am Samstag, 11. Juni, werden. Friedrich: „In Graulhet läuft derzeit die Detailplanung. Wir warten deshalb noch auf die Infos, mit wie vielen Gästen wir kommen sollen. Dementsprechend werden wir uns dann an die Vereine wenden, speziell an Trachtenverein, Blasmusik, Radfahrverein und Schwimmverein, aber auch an die Bürger.“ Der Zeitpunkt in den Pfingstferien soll eine Kombination mit dem eigenen Urlaubsprogramm ermöglichen.

Die Lederverarbeitung ist in Graulhet seit dem 17. Jahrhundert Tradition. Bei der Besichtigung seines Werkes erklärt Phillip Serres (links) der Priener Delegation den Produktionsablauf.

Franzosen sind nach Prien eingeladen

Auch in Prien wird die Partnerschaft gebührend gefeiert. „Wir haben im kommenden Jahr unser Fest anlässlich 125 Jahren Markterhebung. Dazu sind unsere französischen Freunde eingeladen. Fest steht bereits, dass eine Delegation anreisen wird“, sagte der Bürgermeister. Graulhets Bürgermeister Aznar sowie seine Lebensgefährtin Florence Belou, die stellvertretende Landrätin ist, nahmen sich laut Friedrich viel Zeit für die jüngste Begegnung.

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Unterstützt wurden sie von Mitgliedern des Partnerschaftskomitees um Gisela Borras, Anne-Marie Jardry und Alyne Cardon, die schon oft in Prien zu Gast waren.

Beide Bürgermeister waren sich in ihrem Fazit einig, wie sie in ihren Ansprachen beim Empfang im Rathaus deutlich machten: Die Völkerverständigung und der europäische Gedanke existieren nicht nur auf dem Papier, sondern werden in der persönlichen Begegnung lebendig.

Wunsch nach mehr Kontakt beiderseits

Zudem sei die langjährige Partnerschaft auch eine Verpflichtung für die Zukunft, den Kontakt fortzuführen und zu intensivieren.

„Wir haben im gemeinsamen Gespräch dazu einige Ideen entwickelt. Zum Teil loten wir beiderseits derzeit dafür die rechtlichen Rahmenbedingungen aus.“

Als Beispiel führte Friedrich den Bundesfreiwilligendienstleistenden (Bufdi) an mit der Fragestellung, ob eine Person aus Graulhet für ein halbes Jahr in Prien als Bufdi eingesetzt werden könnte. Denn in der Partnergemeinde gebe es zwar eine Schule für Gastronomie und Hotellerie, aber keinen Tourismus. Und somit keine Praktika-Angebote. „Vielleicht lassen sich hier zum beiderseitigen Vorteil gute Verbindungen schaffen“, so die Überlegung von Andreas Friedrich.

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