Bis 2022 keine Kündigungen für ZF-Mitarbeiter: Zuversicht für Standort Aschau

ZF Frieddrichshafen
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ZF Friedrichshafen hat sich mit der IG Metall auf einen Tarifvertrag geeinigt, demzufolge es bis 2022 keine Kündigungen gibt.
  • Raphaela Lohmann
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Bis Ende 2022 wird es beim Autozulieferer ZF Friedrichshafen keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Darauf hat sich das Unternehmen mit der Arbeitnehmervertretung geeinigt. Doch bis dahin wird jeder Standort auf den Prüfstand gestellt.

Friedrichshafen/Aschau– Im Kern verspricht der neue Tarifvertrag „Transformation“ den etwa 50 000 Tarifmitarbeiter in Deutschland sichere Arbeitsplätze bis Ende 2022. Bis dahin soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben, alle Standorte bleiben bis dahin erhalten. Übernommen werden auch alle Auszubildenden und dual Studierende. „Das gibt Luft zum Atmen“, sagt auf Nachfrage Jürgen Bogner, Gewerkschaftssekretär bei der IG-Metall Rosenheim. Ende Mai hatte das Unternehmen angkündigt, weltweit 15 000 Stellen abzubauen, davon 7500 Stellen in Deutschland.

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Bis 2022 Ziel für Standort setzen

Bis Ende 2022 müsse allerdings für jeden Standort ein Zielbild entwickelt werden. Hier geht es darum, wie mit welchen Produkten und Investitionen Beschäftigung über das Jahr 2022 hinaus gesichert werden kann, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Für Standorte ohne eine gute Perspektive sei eine Schließung über 2022 hinaus nicht ausgeschlossen. Für den Standort Aschau ist Bogner zuversichtlich: „Trotz der Veränderungen in der Branche: Sicherheitssysteme werden eher mehr und in dieser Hinsicht liefert Aschau gute Qualität.“

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Verzicht auf Einmalzahlung

Doch auch die ZF-Mitarbeiter sind gefordert: Konzernweit müssen sie auf eine Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro verzichten, die im Juli fällig gewesen wäre. Im Gegenzug kann ZF Friedrichshafen Mittel wie Kurzarbeit, Arbeitsteilzeit und Abfindungen einsetzen. Die Arbeitszeit könne zudem um bis zu 20 Prozent reduziert werden: Gleichzeitig hat ZF aber zugesagt das Kurzarbeitergeld dauerhaft aufzustocken, was bislang nur in Baden-Württeberg galt. „Die Kurzarbeit hat sich in den vergangenen Monaten bewährt und ist bis auf Weiteres unser wirksamstes Instrument, um Beschäftigung in Deutschland zu sichern“, sagt Sabine Jaskula, Personalvorstand und Arbeitsdirektorin im ZF-Vorstand.

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