Pflichtteil für die Ehefrau

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Konrad W.: „Ich bin seit 1981 verwitwet und habe mit meinen beiden Kindern eine Grundstückserbengemeinschaft. Mein Sohn ist seit 18 Jahren geschieden, hat einen Sohn (23). Mein Sohn hat sich vor drei Jahren ein Haus gekauft, das er zurzeit noch abbezahlen muss. Vor zwei Jahren hat er seine jetzige Ehefrau kennengelernt. Diese hat zwei erwachsene Kinder. Mein Sohn möchte im Falle, dass ihm etwas passiert seiner Frau das Wohnrecht auf Lebzeiten einräumen, das Haus soll jedoch sein Sohn erben. Der Frau kann man natürlich nicht verbieten, wieder zu heiraten, wenn mein Sohn stirbt. Im Falle „x“ hat die Ehefrau dann auch ein Anrecht auf das Erbe aus der Grundstückserbengemeinschaft? Wie kann sich mein Sohn absichern, dass sein Sohn das Erbe nutzen kann?“

Leser Fragen – Experten AntworTEn

Konrad W.: „Ich bin seit 1981 verwitwet und habe mit meinen beiden Kindern eine Grundstückserbengemeinschaft. Mein Sohn ist seit 18 Jahren geschieden, hat einen Sohn (23). Mein Sohn hat sich vor drei Jahren ein Haus gekauft, das er zurzeit noch abbezahlen muss. Vor zwei Jahren hat er seine jetzige Ehefrau kennengelernt. Diese hat zwei erwachsene Kinder. Mein Sohn möchte im Falle, dass ihm etwas passiert seiner Frau das Wohnrecht auf Lebzeiten einräumen, das Haus soll jedoch sein Sohn erben. Der Frau kann man natürlich nicht verbieten, wieder zu heiraten, wenn mein Sohn stirbt. Im Falle „x“ hat die Ehefrau dann auch ein Anrecht auf das Erbe aus der Grundstückserbengemeinschaft? Wie kann sich mein Sohn absichern, dass sein Sohn das Erbe nutzen kann?“

Als Ehefrau Ihres Sohnes ist Ihre Schwiegertochter seine gesetzliche Erbin, wenn er verstirbt. Wenn Ihr Sohn mit seiner Frau im Güterstand der Zugewinngemeinschaft verheiratet ist, ist sie seine Miterbin zu einem Halb. Damit hat sie auch einen entsprechenden Anspruch auf den Anteil Ihres Sohnes an der Doppelhaushälfte. Wenn Ihr Sohn möchte, dass seine Frau nicht Erbin wird, so muss er ein Testament errichten, in dem er zum Beispiel den 23-jährigen Sohn, Ihren Enkel, zum Alleinerben einsetzt. Trotzdem hat die Ehefrau dann aber einen Pflichtteilsanspruch in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Bei der Berechnung des Pflichtteils, der in Geld auszuzahlen ist, wird auch der Wert des Anteils Ihres Sohnes an der Doppelhaushälfte berücksichtigt. Allerdings wird die Ehefrau als Pflichtteilsberechtigte nicht Miteigentümerin der Immobilie, sie hat also keinen Anspruch darauf, ins Grundbuch eingetragen zu werden.

Zu Ihrer zweiten Frage: Sie befürchten, dass Ihr Enkel nach dem Tod des Vaters sämtliche Instandhaltungskosten für das Haus tragen muss, obwohl er es wegen des Wohnrechts der Mutter gar nicht selbst nutzen kann. Es gibt eine einfache Lösung, mit der Ihr Sohn dies vermeiden kann: Im Testament sollte ausdrücklich angeordnet werden, dass sämtliche ordentlichen und außerordentlichen Lasten und Aufwendungen für die Immobilie die Schwiegertochter für die gesamte Dauer des Wohnrechts zu tragen hat. Damit trägt sie sämtliche Kosten für das Haus, solange sie es nutzt, und der Enkel wird damit nicht belastet.

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare