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Pflege-Helferinnen aus dem Osten

Rundum versorgt dank osteuropäischer Betreuungskraft. So lautet das Werbeversprechen von Vermittlungsagenturen. Die Stiftung Warentest hat 13 bundesweit tätige Agenturen geprüft – und deckte einige Schwachstellen auf.

Vermittlungsagenturen im test

In der eigenen Wohnung bleiben, obwohl es ohne Unterstützung und Pflege im Alltag nicht mehr geht? Das ist möglich, dank Betreuungskräften aus Osteuropa und verschiedenen Hilfsangeboten vor Ort. Es gibt zahlreiche Agenturen, die Pflegekräfte vermitteln. Sie kooperieren in aller Regel mit Partnerfirmen in Ländern wie Polen, Bulgarien, Rumänien, die Personal rekrutieren und nach Deutschland schicken. Die Stiftung Warentest hat 13 bundesweit tätige Agenturen unter die Lupe genommen. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „test“ erklärt die Stiftung, worauf man bei der Suche nach einer Pflegekraft aus dem Osten achten sollte. Denn: Wer Vermittlungsagenturen nutzt, handelt nicht illegal. Er sollte aber ein paar Dinge beachten.

Geschäft gründet auf doppelter Not

Bis zu 300 000 Menschen aus Osteuropa, die allermeisten Frauen, wohnen und arbeiten in deutschen Haushalten, wo sie Pflegebedürftige versorgen. Das Geschäft gründet auf doppelter Not. Auf der einen Seite stehen zahlreiche Menschen, die trotz Einschränkung in ihrer vertrauten Umgebung bleiben möchten, aber nicht wissen wie. Hilfe durch deutsches Personal rund um die Uhr ist für Normalverdiener kaum finanzierbar.

Auf der anderen Seite stehen zahlreiche Menschen aus Ländern mit niedrigen Löhnen und schlechten Jobaussichten, die berufliche Chancen ergreifen – selbst weit weg von Familie und Freunden. Viele der Helfer kommen über Vermittlungsagenturen. Die werben oft mit einer „24-Stunden-Pflege“ oder „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“. Meist kooperieren sie mit osteuropäischen Firmen, die die Betreuungskräfte rekrutieren und die Personalverantwortung für sie tragen. Die Agenturen kümmern sich um die deutschen Kunden, nehmen ihnen viele organisatorische Dinge rund um die Vermittlung ab und betreuen sie oft auch langfristig, etwa bei Problemen.

Kosten zwischen 1470 und 3400 Euro

Insgesamt 13 bundesweit tätige Agenturen hat die Stiftung geprüft. Die Kunden zahlen monatliche Betreuungskosten von 1470 bis 3400 Euro. Vermitteln die Agenturen Betreuungskräfte, die zum Bedarf der Hilfesuchenden passen? Gehen sie rechtlich korrekt und sozial verantwortlich vor? Die Tester schickten den Firmen umfassende Fragebögen, sichteten mehr als 900 Dokumente, die sie zum Beleg einreichten, zudem Webseiten, Infomaterial, Verträge. Vor Ort begutachteten sie je drei Kundenakten. Fazit: Das Ergebnis ist durchwachsen. Neun der 13 geprüften Agenturen sind demnach hilfreich bei der Vermittlung, am meisten überzeugten Pflege zu Hause Küffel, gefolgt von Hausengel. Mit „Gut“ schnitten außerdem Brinkmann Pflegevermittlung, Die Perspektive, Linara, Pflegeherzen, Rebis Betreuungs-Agentur, Seniocare24 und Sofiapflege ab. Die übrigen Agenturen (Pflegeagentur24, Promedica Plus, Diadema Pflegevermittlung, Second Life Care Deutschland) helfen nur bedingt bis wenig, schreiben die Tester. Bei allen fanden sich zudem Mängel in den Verträgen. Diese gehen vor allem zu Lasten der Beschäftigten aus Osteuropa. Die Tester fanden deutliche Hinweise, dass ihre Rechte ausgehöhlt werden, etwa bei Löhnen, Arbeits- und Ruhezeiten.

A1-Bescheinigung ist wichtig

Keine Agentur im Test informiert ihre Kunden gut, das gilt vor allem für rechtliche und finanzielle Aspekte. Wichtig ist, eine neue Betreuungskraft nach ihrer A1-Bescheinigung zu fragen. Das mehrseitige Dokument wird von Behörden im Heimatland auf Antrag ausgestellt. Es belegt, dass die Sozialversicherungsbeiträge dort fällig werden. Das nützt auch der deutschen Familie: Im unwahrscheinlichen, aber nicht ausgeschlossenen Fall, dass der Zoll vor der Tür steht und eine Kontrolle macht.

Wertschätzung und Pausenzeit

Ansonsten hat jeder die Arbeitsbedingungen seiner Betreuungskraft selber mit in der Hand. Um sie zu entlasten, ihr etwa ihren freien Tag in der Woche zu ermöglichen, können Angehörige einspringen; auch professionelle Angebote wie soziale Dienste, Verhinderungs- und Tagespflege lassen sich nutzen. Die Pflegekassen finanzieren viele dieser Möglichkeiten.

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