Peruanischer Bergbauer klagt gegen Energieriesen RWE

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Essen – Ist der Energiekonzern RWE als einer der größten CO2-Produzenten Europas für den globalen Klimawandel verantwortlich zu machen?

Diese Frage wird das Essener Landgericht noch länger beschäftigen. Das Gericht wies die Grundsatzklage eines peruanischen Bergbauern am Donnerstag nicht – wie von manchen erwartet – gleich ab, sondern setzte einen neuen Termin für Mitte Dezember fest. Dann soll sich der weitere Verlauf entscheiden.

Der Kläger Saul Lliuya aus Huaraz im Westen Perus wirft RWE vor, wegen des hohen Ausstoßes von Klimagasen mitverantwortlich für das Schmelzen eines Andengletschers und die mögliche Flutwelle zu sein, die sein Haus bedrohe. RWE müsse für den Schutz des Dorfes zahlen oder ihm wenigstens die 6300 Euro ersetzen, die er für die Aufstockung und Befestigung seines Hauses ausgegeben habe. Der RWE-Anwalt wies den Anspruch strikt zurück. Es gebe sehr viele Ursachen für den Klimawandel. Zwischen dem Schadstoffausstoß von RWE und der Situation in Huaraz bestehe kein klarer kausaler Zusammenhang. Der sei aber juristisch für einen Anspruch notwendig. Wenn Einzelne für globale Phänomene verantwortlich gemacht würden, könnte das zu einer globalen Klagewelle Aller gegen Alle führen, sagte der Anwalt.

Lliuyas Anwältin sagte, die Wissenschaft habe Klimaphänomene in den vergangenen Jahren immer besser erforscht und könne durchaus einen Zusammenhang zwischen großen Treibhausgas-Emissionen und der weltweiten Temperaturerhöhung zeigen. Dass es außer RWE auch noch viele andere Emittenten gebe, dürfe kein Grund sein, ihrem Mandanten nicht zu helfen. Vom peruanischen Staat bekomme er jedenfalls keine Hilfe.  dpa

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