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„In Penzberg ist noch Platz“

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Ursula Redeker,Geschäftsführung der Roche Diagnostics GmbH

Penzberg – Zum ersten Mal seit acht Jahren war der Umsatz des Schweizer Pharmakonzerns Roche in Deutschland rückläufig.

2017 und 2018 seien Jahre der Transformation, sagt Hagen Pfundner, Vorstand der Roche Pharma AG, die für Marketing und Vertrieb auf dem deutschen Markt zuständig ist. Sorgen bereitet ihm das allerdings nicht. „Die Digitalisierung verändert den Gesundheitsmarkt rasant“, so Pfundner. Bei Roche gestalte man diesen Wandel mit. Und dabei werde kräftig investiert. Die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland ist zuletzt entsprechend gestiegen – auf 16 100, neuer Höchststand.

Insgesamt sank der Umsatz auf dem deutschen Markt im vergangenen Jahr um 33 Millionen auf rund 2,7 Milliarden Euro. Dabei sorgte zum einen der wichtige Bereich Pharma für das Minus. Hintergrund: Neue Medikamente sind bei Roche erst im Kommen, für so manchen Umsatzbringer ist der Patentschutz ausgelaufen; das sorgt für Konkurrenz und rückläufigen Umsatz im Pharmageschäft (minus 1,6 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro). Die Pipeline sei jedoch voll, so Pfundner. Neue Medikamente sind bereits am Markt – oder stehen in den Startlöchern.

Auch im Bereich Diabetes Care ist der Umsatz auf 263 Millionen Euro zurückgegangen, obwohl die Zahl der Patienten weiter steigt. Hier lag das Minus bei gut 13 Prozent. Der Bereich befinde sich in einer grundlegenden Umbruchphase – von der klassischen Blutzuckermessung hin zur kontinuierlichen Glukosemessung, erklärt Lars Kalfhaus, Geschäftsführer der Roche Diabetes Care Deutschland GmbH. Doch man habe das Geschäftsmodell mittlerweile angepasst. Digitale Anwendungen, ein Präventionsprogramm und ein Patientenportal gehören unter anderem zur neuen Strategie.

Zugelegt hat der Umsatz in Deutschland allein im Bereich Diagnostics (plus 6,8 Prozent auf 582 Millionen Euro). Auch hier schreitet die Digitalisierung voran. So bietet Roche zum Beispiel nun Software zur digitalen Unterstützung für Tumorerkrankungen an, damit für jeden Patienten die richtige Therapie gefunden werden kann. Patientenakten und Befunde sind über die Software abrufbar, genauso wie Fachliteratur. Darüber hinaus können Konferenzen geplant und durchgeführt werden.

Am Standort Penzberg, wo sowohl Produktion als auch Forschung und Entwicklung angesiedelt sind, arbeiten mittlerweile 5949 Beschäftigte – gut 160 mehr als im Vorjahr. Und auch künftig wird hier Personal dazukommen. „Es ist noch Platz“, sagt Ursula Redeker, Sprecherin der Geschäftsführung der Roche Diagnostics GmbH. Roche hat in Penzberg im vergangenen Jahr auch ein Ausbildungszentrum eröffnet – das größte seiner Art in ganz Europa. 280 junge Leute werden hier mittlerweile in den Labors geschult. 100 neue Azubis sind allein 2017 dazugekommen. Roche gilt in der Region nach wie vor als beliebter Arbeitgeber. Auch wenn der Gesundheitsmarkt im Umbruch ist. manuela dollinger

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