Oberbayerns Handwerker mit randvollen Auftragsbüchern

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Franz Xaver Peteranderl,Präsident der HWK für München und Oberbayern

München – Die Umsätze steigen, die Auftragsbücher sind randvoll: Oberbayerns Handwerksbetriebe sind – trotz strenger Frostperioden im Februar und März – gut ins Jahr gestartet.

Wie eine aktuelle Umfrage der Handwerkskammer für München und Oberbayern (HWK) ergab, sind die Handwerker in bester Stimmung und guter Dinge, was die Zukunft angeht.

„Im ersten Quartal beurteilten die Handwerksbetriebe ihre aktuelle Geschäftslage besser als jemals zuvor in einem Winterquartal“, sagte Franz Xaver Peteranderl, Präsident der HWK für München und Oberbayern, am Freitag in München. 92 Prozent der Befragten bezeichneten demnach ihre Lage als gut oder zumindest befriedigend. Ein hoher Wert, bedenkt man, dass im ersten Quartal witterungsbedingt die Bautätigkeit immer wieder stillsteht. „Mit durchschnittlich 78 Prozent fiel die Kapazitätsauslastung für die Jahreszeit außergewöhnlich hoch aus“, so Peteranderl.

Und so stiegen auch die Umsätze der aktuell gut 79 000 oberbayerischen Betriebe auf 7,9 Milliarden Euro – ein nominaler Anstieg um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Zum Teil sei der Umsatzanstieg auch auf Preissteigerungen zurückzuführen, so Peter-anderl. „Laut amtlicher Statistik aus dem Februar 2018 legten beispielsweise die Preise für Bauleistungen an Wohngebäuden in Bayern binnen Jahresfrist um 4,5 Prozent zu.“ Bereinigt um die Inflation seien die Preiserhöhungen im Baubereich allerdings vor allem auf höhere gesetzliche Anforderungen zurückzuführen, betonte Peteranderl. Beispiele seien hier die Verschärfung der Energieeinsparverordnung oder die Regelungen zur Entsorgung von Bauschutt, die zu höheren Kosten und damit höheren Preisen führten. Trotz Preissteigerungen ist die Auftragslage im oberbayerischen Handwerk unverändert gut.

Hatten die Betriebe im ersten Quartal 2017 Aufträge für durchschnittlich 7,8 Wochen in den Büchern, waren es 2018 8,8 Wochen. Besonders hoch ist die Auslastung laut Umfrage wiederum im Bauhauptgewerbe. Hier verfügen die Betriebe über ein Auftragspolster von 11,6 Wochen. „Das sind die Voraussetzungen für einen kräftigen Umsatzanstieg im Jahresverlauf“, so Peteranderl.

Die gute Auftragslage ist auch Grundlage für neue Stellen. Allerdings tun sich die Betriebe schwer, Fachkräfte zu finden. „Nicht einmal jedes zehnte Unternehmen im Kammerbezirk konnte sein Personal aufstocken“, bedauerte Peteranderl. 19 Prozent mussten sogar mit weniger Fachkräften auskommen. Und so stieg die Zahl der Beschäftigten lediglich um 0,6 Prozent auf 298 400. Wer einen Handwerker im Haus braucht, muss sich entsprechend unter Umständen etwas gedulden.

manuela dollinger

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