DEUTSCHE BANK

DWS noch vor Ostern an die Börse?

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John Cryan,Chef der Deutschen Bank, wagt den Börsengang.

Frankfurt – Bis zu zwei Milliarden Euro sollen in die Kasse der Deutschen Bank fließen, möglichst noch vor Ostern.

Bis dahin soll der Börsengang der DWS, der Fondsgesellschaft des größten deutschen Geldhauses, über die Bühne gehen. Ein Viertel der Anteile sollen an den Markt kommen.

Den Startschuss dafür gaben die Deutsche Bank und die DWS am Montag offiziell ab. Vorstandschef John Cryan hatte den Schritt schon 2017 angekündigt. Zum einen braucht die Deutsche Bank trotz zahlreicher Kapitalerhöhungen in den vergangenen Jahren immer noch Geld, zum anderen hat Cryan eingeräumt, dass die DWS unter dem Dach der Deutschen Bank nicht die Anerkennung bekomme, die sie haben könnte. Das immer noch angekratzte Image des Geldhauses färbt auf die Fondstochter ab.

Einen genauen Termin für den Börsengang nennen DWS und Deutsche Bank nicht. In der Regel kommt er in einem Zeitraum von vier Wochen nach der Ankündigung, es sei denn, das Marktumfeld verschlechtert sich deutlich. Mit einem geschätzten Erlös von bis zu zwei Milliarden Euro für ein Viertel der Anteile wird es wohl der zweitgrößte Börsengang in diesem Jahr. Bis zu zehn Milliarden Euro soll die Platzierung von 20 Prozent der Aktien der Medizintechniksparte von Siemens, Siemens Healthineers, bringen.

Die DWS gehört mit einem verwalteten Vermögen von 700 Milliarden Euro und 3900 Beschäftigten zu den Großen der Branche. In Deutschland ist sie mit einem Marktanteil im Fondsgeschäft von 26 Prozent die Nummer eins, in Europa steht sie an Position fünf. DWS-Chef Nicolas Moreau will das Unternehmen weiter stärken. „Der geplante Börsengang gibt uns die Möglichkeit, das volle Potenzial der DWS auszuschöpfen.“ Wachsen will das Unternehmen aus eigener Kraft, aber auch durch „ausgewählte strategische Akquisitionen“. Derzeit machen Spekulationen die Runde, die DWS könne mit der Fondsgesellschaft der Allianz zusammengehen. Damit würden Union Investment, die Fondstochter der Volksbanken, und der Sparkassen-Ableger Deka deutlich ins Hintertreffen geraten.

Die Fonds der DWS sind zwar gut gefüllt und gelten als Klassiker in der Branche. Die Wertentwicklung und der Erfolg der Fondsmanager sind zum Teil allerdings überschaubar. Anleger des Top Dividende, eines der bekanntesten DWS-Fonds, mussten im vergangenen Jahr leichte Kursverluste hinnehmen, obwohl die Aktienkurse deutlich nach oben zeigten. Unter den – gemessen an den Ergebnissen ihrer Fonds – 50 besten Gesellschaften Europas rangierte die DWS 2017 nach einer Untersuchung des Analysehauses Morning Star nur auf Platz 32, deutlich hinter Allianz (Platz 4), Union (24) und Deka (30). Analysten begrüßen den Börsengang trotzdem.   rolf obertreis

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