Neuer Schock für Karstadt-Mitarbeiter

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Binnen zwei bis drei Monaten wollen die Karstadt-Besitzer prüfen, welche der noch 83 Filialen rentabel sind – und welche nicht. Letztere sollen geschlossen werden. foto: dpa

Karstadt-Beschäftigte müssen wieder um ihre Arbeitsplätze bangen. Der Aufsichtsratschef der Warenhauskette will bessere Zahlen sehen und erwägt auch Filialschließungen.

Filialen auf dem Prüfstand

Karstadt-Beschäftigte müssen wieder um ihre Arbeitsplätze bangen. Der Aufsichtsratschef der Warenhauskette will bessere Zahlen sehen und erwägt auch Filialschließungen.

Berlin/München – Die angeschlagene Warenhauskette Karstadt will alle 83 Filialen auf den Prüfstand stellen. Der Aufsichtsratschef der Karstadt Warenhaus GmbH, Stephan Fanderl, sagte der „Welt“, das neue Managementteam werde gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern die Profitabilität aller Standorte untersuchen. Dabei gehe es auch darum, die Häuser zu identifizieren, die „trotz aller gemeinsamen Bemühungen nicht zu drehen sind“. Für diese Filialen schloss der Manager schmerzhafte Konsequenzen bis hin zur Schließung nicht aus. „Hier ist die Frage unabweisbar, ob sie grundsätzlich oder in der bisherigen Form weiter betrieben werden können“, sagte Fanderl.

Bei den anderen Standorten gehe es darum, sie zügig wieder auf eine positive Bahn zu bekommen. Viel Zeit räumt der Chefkontrolleur der neuen Warenhauschefin Eva-Lotta Sjöstedt für den heiklen Auswahlvorgang nicht ein. „Wir haben wenig Zeit. In zwei bis drei Monaten sollte der Plan stehen,“ sagte Fanderl.

Der Handlungsdruck auf die Karstadt-Führung ist groß. Denn die Sanierungsbemühungen der vergangenen Jahre haben nach Einschätzung des Chefkontrolleurs nicht die erhofften Erfolge gebracht. Das Weihnachtsgeschäft habe unter den Planungen gelegen, sagte Fanderl. Karstadt werde auch 2014 wieder rote Zahlen schreiben. „Wir verdienen mit den Warenhäusern kein Geld.“

Von der früheren Ikea-Managerin Sjöstedt, die ihr neues Amt am 24. Februar antritt, erwartet der Chefkontrolleur schnelle Erfolge. „Es müssen in diesem Jahr erhebliche Ergebnisverbesserungen erkennbar sein. Ein Geschäftsjahr wie 2013 wollen wir uns nicht noch einmal leisten.“

Bei der Neuausrichtung habe der Konzern in den vergangenen Jahren einige Fehler gemacht, räumte der Aufsichtsratschef ein. Karstadt habe versucht, mit neuen Marken im Modebereich jüngere Kundengruppen anzusprechen. Dies sei jedoch nicht in dem Tempo gelungen wie erhofft. Gleichzeitig habe man Stammkunden vergrätzt.

Karstadt war nach der Pleite des Arcandor-Konzerns vom Finanzinvestor Nicolas Berggruen übernommen worden. Im September 2013 wurde bekannt, dass Berggruen die Premiumhäuser (unter anderem Oberpolliger in München) und die Sporthäuser zu je 75,1 % an die österreichische Signa Holding des Investors René Benko veräußert hat. Mit dem Erlös von 300 Mio. Euro sollte angeblich der verbliebene Teil modernisiert werden.  mm/dpa

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