BUNDESBANK-STATISTIK

Neue Zwanziger machen Fälschern das Leben schwer

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Der überarbeitete Zwanziger, der im November 2015 ausgegeben wurde, enthält verbesserte Sicherheitsmerkmale. dpa

Frankfurt – Die Zeiten für Geldfälscher sind härter geworden seit der Einführung des neuen 20-Euro-Scheins.

Im vergangenen Jahr brachten Kriminelle weltweit 684 000 Euro-Blüten in Umlauf, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag in Frankfurt mitteilte. Das war ein Rückgang von 24 Prozent gegenüber dem Höchstwert des Jahres 2015 (899 000 Fälschungen). In Deutschland zogen Banken, Handel und Polizei 82 150 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr – 14 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Es war allerdings immer noch der zweithöchste Stand seit der Euro-Bargeldeinführung im Jahr 2002.

Vor allem der überarbeitete Zwanziger, der im November 2015 ausgegeben wurde, erschwert Kriminellen das Handwerk. „Die Einführung der Europa-Banknotenserie hat sich positiv auf die Anzahl der Fälschungen ausgewirkt und zu einem merklichen Rückgang der 20-Euro-Fälschungen beigetragen“, bilanzierte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele.

Die Zahl der Zwanziger-Blüten habe sich im Vergleich zum Jahr 2015 nahezu halbiert. Verbesserte Sicherheitsmerkmale – unter anderem das durchsichtige Porträtfenster im Hologramm der Banknote und die Smaragdzahl – erweisen sich bislang als große Hürden für Fälscher.

Der Schaden in Deutschland verringerte sich im vergangenen Jahr von 4,4 Millionen auf 4,2 Millionen Euro. Die Zahl der 20-Euro-Blüten sank auf 20 217 Stück (Vorjahr: 38 000 Stück). Der Anteil der Zwanziger an den gesamten Fälschungen ging deutlich um 15 Prozentpunkte auf 25 Prozent zurück.

Am beliebtesten bei Kriminellen war 2016 der Fünfziger. Sein Anteil an den Blüten stieg auf 61 Prozent. Die überarbeitete Version des orangen Scheins mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen soll vom 4. April an unters Volk gebracht werden. Die Bundesbank hofft auf einen ähnlichen Effekt wie beim Zwanziger.

Immer tauchen auch extrem plumpe Fälschungen auf: In einem Geschäft sei im vergangenen Jahr ein 300-Euro Schein angenommen worden (den es gar nicht gibt). Oder ein Fünfhunderter aus Simbabwe, der auf Englisch beschriftet war.

Weltweit richteten Kriminelle mit gefälschten Euro-Banknoten im vergangenen Jahr einen Schaden von rund 40 Millionen Euro an, 2015 waren es noch 39,1 Millionen. Hauptgrund für den Anstieg war ein Fall aus England: Einem Diamantenhändler wurden bei einem Geschäft 500-Euro-Blüten im großen Stil untergeschoben – ein Schaden von 6 Millionen Euro. Die Tage der 500-Euro-Scheine sind indes gezählt. Deren Ausgabe wird Ende 2018 eingestellt, weil sie angeblich vor allem Kriminellen hilft.

Insgesamt ist es sehr unwahrscheinlich, dass einem Falschgeld untergejubelt wird: Rein rechnerisch entfielen im vergangenen Jahr in Deutschland zehn falsche Banknoten auf 10 000 Einwohner.

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