Neue Pflegestufen: Ändert sich die Versicherungsleistung?

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Susanne ArndtVerbraucherberaterinVerbraucherService Bayern

leser Fragen – experten antworten . Günter F.

: „Meine Frau und ich haben seit 20 Jahren eine Zusatzpflegeversicherung in die wir zusammen 85 Euro monatlich bezahlen. Sollte einer von uns oder alle beide pflegebedürftig werden, dann haben wir jeweils ab Pflegestufe eins mit einer Leistung von 750 Euro pro Monat aus dieser Versicherung zu rechnen. Diese Versicherung ist von Pflegestufe eins bis drei ausgelegt. Jetzt gibt es aber die Stufen eins bis fünf. Bezahlt die Versicherung jetzt auch ab Stufe eins oder erst ab Stufe drei, was eine erhebliche Verschlechterung für uns wäre? Sollte sie erst ab Stufe drei zahlen, kann ich kündigen und meine gesamten eingezahlten Beiträge mit Zinsen zurückfordern, da es sich jetzt um eine für mich erheblich schlechtere Ausgangslage handelt?“

Die privaten Pflegezusatzversicherungen beinhalten in der Regel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen eine Bedingung zum Punkt „Änderungen der allgemeinen Versicherungsbedingungen“. Dort ist festgelegt, dass beispielsweise bei Inkrafttreten von Gesetzen, die die Versicherungsleistungen wegen veränderter Pflegebedürftigkeitsbegriffe verändern, eine Anpassung der Versicherungsbedingungen vorgenommen werden kann. Sollte sich aus dieser Veränderung eine Verminderung der Versicherungsleistung ergeben, besteht ein Sonderkündigungsrecht. Die private Pflegezusatzversicherung entspricht im besten Fall dem Leistungsumfang der gesetzlichen Pflegeversicherung. Eine Anpassung der Leistung nach den neuen fünf Pflegegraden bedeutet jedoch nicht automatisch eine Schlechterstellung des Versicherten. Ihre private Versicherung sollte optimaler Weise auch darauf ausgelegt sein, dass der Versicherungsfall eintritt, also Leistungen gezahlt werden, sobald die Feststellung der Pflegebedürftigkeit nach dem Gesetz erfolgt. Eine Umstellung von den Pflegestufen auf die Pflegegrade ist daher zwingend.

Wie hoch dann die Leistungen Ihrer Versicherung bei den neuen Pflegegraden sein werden, kann Ihnen nur Ihre Versicherungsgesellschaft mitteilen. Falls Sie eine reine Risikoversicherung haben, werden Sie bei einer Kündigung keinen Rückkaufwert erhalten, da Ihre Beiträge der Absicherung des vereinbarten Risikos dienten.

Fragen

richten Sie bitte per E-Mail an geldundmarkt@ovb.net Post an Redaktion Geld & Markt, Hafnerstraße 5–13, 83022 Rosenheim.

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