IG Metall fordert 30-Stunden-Woche für Kinderbetreuung

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tarife Berlin – Individuelle Arbeitszeitmodelle sollen nach dem Willen der IG Metall voraussichtlich in der kommenden Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie auf den Verhandlungstisch kommen.

„Für unsere Kollegen wird das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Leben immer wichtiger“, sagte der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Jörg Hofmann, der „Welt“. Bei der Beschäftigtenbefragung 2013 mit über 500 000 Teilnehmern sei auffallend häufig der Wunsch nach leicht abgesenkten Arbeitszeiten von 30 Stunden in der Woche geäußert worden, nach „reduzierter Vollzeit“, berichtete die Gewerkschaft. Es müsse möglich sein, die Arbeitszeit vorübergehend zu reduzieren, etwa zur Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder zur Weiterbildung.

Es gehe nicht um eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung, erläuterte die IG Metall. Die von Hofmann genannte Wochenarbeitszeit von 30 Stunden sei ein Beispiel für eine von vielen Arbeitnehmern angestrebte Wochenbeschäftigung, die aber als Vollzeit anerkannt werden müsse. Die Frage eines Lohnausgleichs sei noch offen.

Bundesfamilienminsterin Manuela Schwesig (SPD) steht dem Vorstoß aufgeschlossen gegenüber. Dieser zeige, wie wichtig die Debatte um familienfreundliche Arbeitszeiten sei. Väter und Mütter brauchten mehr Zeit für die Familie, wollten zugleich aber auch im Beruf weiterkommen, sagte eine Ministeriumssprecherin. Um die Diskussion voranzubringen, werde Schwesig mit Arbeitgebern und Gewerkschaften sprechen. Die Ministerin hatte jüngst eine 32-Stunden-Woche ohne große Lohneinbußen für junge Väter und Mütter ins Gespräch gebracht, war damit bei Kanzlerin Angela Merkel aber abgeblitzt.  dpa

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