Mail Anbieter: Die teuersten sind nicht die besten

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Internet . E-Mail-Dienste verdienen Geld vor allem mit Kundendaten.

Die meisten sind dafür kostenlos. Einige Anbieter haben mittlerweile auch zahlungspflichtige Premium-Varianten, die im Text besser abschneiden als die Gratisvarianten. Aber die teuersten sind nicht die ´besten. Die Zeitschrift Test prüfte 14 E-Mail-Konten neben der Funktionalität auch darauf, welche Sicherheit sie bieten und welche Kundendaten sie erheben.

Seit dem Skandal um NSA-Abhörpraktiken zählt neben schierer Funktionsfülle auch die Sicherheit. Deshalb liegen die besonders auf Schutz der Kunden bedachten Konten der kleinen Unternehmen Mailbox.org sowie Posteo vorn.

Beide Angebote liegen in der Endnote auf einer Notenstufe an der Spitze: 1,8. Keines hat gravierende Schwächen. Die Unternehmen erheben nur wenige oder gar keine Kundendaten. Beide sind im Preis mit einem Euro monatlich moderat.

Teurer aber nicht besser sind GMX-Promail (2,99 Euro/Monat, Note 2,3) und Web.de Club (5,00 Euro/Monat, 2,5). Beide haben Schwächen bei der Verschlüsslung und machen es Nutzern beim An- und Abmelden schwer. Dafür ist web.de Testsieger bei den Mailfunktionen und deshalb das einige Angebot im Test, das bei den technischen Funktionen mit der Note Eins sehr gut abschneidet.

Von den kostenlosen Daten erreichen nur Google Mail (2,3) und Yahoo-Mail (2,5) gute Noten. Sie sind aber beim Datenschutz nur mittelmäßig. Das hat einen Grund: Für AOL, Gmail, Outlook.com und Yahoo gilt amerikanisches Recht: Der „Patriot Act“ verpflichtet US-Unternehmen zur Herausgabe aller Daten an Behörden – unabhängig vom Serverstandort.

Einen hohen Datenschutzstandard versprechen dagegen alle deutschen Anbieter – unter anderem durch das Speichern der Nutzerdaten und E-Mails auf Servern im Inland – mit strengen Anforderungen an den Datenschutz nach deutschem Recht. Doch gute Noten erreichen in dieser Disziplin von den Gratisangeboten nur 1&1 Mail. Alle anderen spielen beim Datenschutz in einer Liga mit den US-Konkurrenten.

Denn auch deutsche Ermittler wollen auf E-Mail-Konten zugreifen. Das zeigt der im Internet veröffentlichte Transparenzbericht von Posteo: 2013 erhielt die Firma sieben Auskunftsersuchen. Sechs wies sie ab. In vier Fällen stellte Posteo unter anderem wegen Nötigung, Ermunterung zu rechtswidriger Kooperation und Missachtung geltenden Rechts Strafanzeigen oder Dienstaufsichtsbeschwerden gegen die Auskunftersuchenden.

Auch ohne eine staatliche Aufforderung scannen viele E-Mail-Dienste ein- und ausgehende Mails ihrer Kunden, beispielsweise für Werbung. Google spricht darüber offen. Das Unternehmen verweist auf die Absicht, anhand der aus E-Mails herausgefilterten Vorlieben der Nutzer Werbung zielgenau zu schalten.

Schlusslichter beim Test sind mit jeweils der Note 4,2 die kostenlosen Dienste von AOL-Mail und Freemail Mailbasic, bei denen nur die Kalenderfunktion die Tester überzeugte.  mm

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