Lichtblick für 1000 Airberlin-Beschäftigte

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Airberlin ist Geschichte. Für alle Teile der insolventen Fluggesellschaft gibt es nun Käufer. Bis zu 1000 Piloten und Flugbegleiter bekommen so neue Jobs.

easyjet kommt zum zug

München/Berlin – Die insolvente Airberlin hat den Flugbetrieb eingestellt und sich mit Easyjet über den Verkauf der letzten Unternehmensteile geeinigt. Die britische Fluggesellschaft will von Airberlin 25 Flugzeuge vom Typ A320 übernehmen. „Damit haben wir einen letzten wichtigen Meilenstein in den Bieterverhandlungen erreicht“, teilte der Generalbevollmächtigte im Insolvenzverfahren, Frank Kebekus, am Samstag mit. „Alle Unternehmensteile der Airberlin sind jetzt verkauft.“

Die beiden Unternehmen unterzeichneten nach Angaben von Easyjet eine Vereinbarung über die Übernahme von Teilen des Flugbetriebs in Tegel. Bisher war Easyjet am Standort Berlin ausschließlich am Flughafen Schönefeld aktiv. Für die 25 Maschinen will Easyjet wiederum Leasingverträge abschließen.

„Das ist gut für die Airberliner, die attraktive Arbeitsplatzangebote in Berlin erhalten“, meint Airberlin-Chef Thomas Winkelmann. „Das ist auch gut für den Luftverkehrsstandort Deutschland, da Wettbewerb und attraktive Angebote erhalten bleiben.“ Bis zu 1000 Piloten und Flugbegleitern sollen Stellen angeboten werden.

Die neuen Mitarbeiter würden „in den kommenden Monaten eingestellt“, auf der Grundlage von mit der Gewerkschaft Verdi ausgehandelten Tarifverträgen, teilte Easyjet mit. Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle erklärte, für die Mitarbeiter solle es keine materiellen Einbußen geben. „Das gibt sehr vielen Beschäftigten von Airberlin eine reelle Chance und berufliche Sicherheit.“ Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo bezeichnete das Jobangebot als „kleinen Lichtblick in dieser katastrophalen Situation“.

Für weit mehr als 6000 Mitarbeiter haben sich Angaben von Airberlin zufolge neue berufliche Perspektiven ergeben. Bereits vor zwei Wochen hatte sich die Lufthansa mit 81 Maschinen gut die Hälfte der Airberlin-Flotte gesichert. Bis zu 3000 Mitarbeiter sollen bei der Lufthansa-Tochter Eurowings unterkommen.

Die letzte Maschine der insolventen Fluggesellschaft, eine Airbus A320, landete am Freitagabend um 23.45 Uhr aus München kommend auf dem Flughafen Berlin-Tegel. Von heute auf morgen fallen nun rund 250 innerdeutsche und Europa-Flüge aus dem Angebot. Noch im vergangenen Jahr hatte Airberlin 800 Flüge täglich im Programm.

Airberlin war nach Lufthansa seit dem Jahr 2003 die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft. Im Rekordjahr 2011 kam sie auf mehr als 35 Millionen Passagiere bei 4,2 Milliarden Euro Umsatz. Mit 1,5 Milliarden Euro verschuldet musste Airberlin Mitte August Insolvenz anmelden. Der Flugbetrieb konnte dank eines Überbrückungskredites des Bundes über 150 Millionen Euro bis Freitag aufrechterhalten werden.

Die letzte Maschine von Airberlin wurde in Berlin-Tegel von vielen bisherigen Mitarbeitern, Bodenpersonal und Schaulustigen auf der Besuchertribüne erwartet. Die Flughafen-Feuerwehr empfing die Maschine mit imposanten Wasserfontänen. Vor dem Abflug in München und nach dem Ausrollen in Berlin hielt die Crew aus einem Fenster des Cockpits eine Fahne mit dem Emblem von Airberlin und den Worten „sagt Tschüss“.

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