TEXAS INSTRUMENTS

„Kulturelle Vielfalt ist gut für Innovationen“

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Andreas Schwaigerist Geschäftsführer von Texas Instruments in Freising.

Texas Instruments, der Chip-Fabrikant aus den USA, baut seit 51 Jahren auf Freising und investierte im Lauf der Jahre eine Milliardensumme in das Werk mit rund 1500 Mitarbeitern.

Über Innovationen, den Standort und ein kreatives Klima sprachen wir mit Geschäftsführer Andreas Schwaiger.

-Wie muss ein Ort aussehen, an dem Kreativität gedeihen kann?

Eine hervorragende Basis dafür ist die globale Zusammenarbeit innerhalb unseres Unternehmens. Unsere Teams in Freising sind eng verbunden mit der Zentrale in Dallas und den Niederlassungen in Europa und Asien. Auch die kulturelle Vielfalt schafft bei uns ein Klima, das gut für Innovationen ist. In Freising sind Mitarbeiter aus über 60 Nationen tätig. Die verschiedenen Blickwinkel sind wichtig für technischen Fortschritt.

-Denkt ein deutscher Ingenieur anders als einer aus den USA?

Absolut. In den USA will man Lösungen immer aktiv vorantreiben, in Deutschland analysiert und überlegt man viel länger. Wenn diese Ansätze zusammenfließen, setzt das Impulse.

-Was war die wichtigste Innovation in der Geschichte des Unternehmens?

Jack Kilby hat 1958 den integrierten Schaltkreis erfunden. Das war bahnbrechend und der Schlüssel zur heutigen Mikroelektronik. Dafür hat er im Jahr 2000 auch den Nobelpreis für Physik erhalten.

-Haben Sie ein Lieblingsprodukt?

Was mir gefällt, ist unsere Breite an Produkten, die Fortschritt erst ermöglicht. Schauen Sie, was sich zum Beispiel auf dem Automarkt gerade entwickelt an Fahrer-assistenzsystemen, an Infotainment-, Sicherheits- und Lichtsystemen. Das erfordert alles Halbleiter. Wir stehen am Anfang dieser Innovationskette.

-Zur Kreativität gehört Kommunikation. Welche Sprache wird in einem Unternehmen gesprochen, in dem Menschen aus über 60 Nationen arbeiten?

Die Geschäftssprache bei uns ist Englisch. Bairisch wird unter den Kollegen aber ebenfalls gesprochen. Wir sind sehr international, aber eben auch lokal stark verwurzelt.

-Sie sind ein global ausgerichtetes Unternehmen, das einer kleinen Stadt wie Freising seit über einem halben Jahrhundert die Treue hält. Warum?

Der Großraum München ist als international geprägte Zuzugsregion sehr attraktiv und ermöglicht so den Zugriff auf viele Talente. Man darf es aber nicht als gegeben betrachten, dass wir in dieser Größenordnung in Freising angesiedelt sind. Das müssen wir uns immer wieder neu verdienen. Wir stehen in einem harten internationalen Wettbewerb – extern und intern, in Produktion und Entwicklung. Wir erbringen Höchstleistungen, um nachteilige Rahmenbedingungen in Deutschland wettzumachen.

-Welche negativen Rahmenbedingungen?

Zum Beispiel die Energiekosten. Da haben sich die Bedingungen verschlechtert. Sie müssen sich vorstellen, dass wir hier mit unserer Fabrik den Energieverbrauch von rund 50 000 Einwohnern haben, also den gleichen wie die restliche Stadt Freising. Das Zweite sind die vergleichsweise hohen Personalkosten. Das will ich nicht kritisieren, aber man muss schauen, dass man diese Nachteile in einigen Kostenbereichen wettmacht.

-Wie?

Innovationen sind hierbei sehr hilfreich – nicht nur bei den Produkten, sondern auch, was die Effizienzsteigerung im Prozess betrifft. Wir waren beispielsweise in der Halbleiter-Industrie die erste Fabrik hier in Freising, die einen autonomen Roboter in der Produktion zum Einsatz gebracht hat. Also Roboter, die nicht in Käfigen arbeiten, sondern selbstständig die Halbleiter-Scheiben vom Lagerort zur Maschine bringen.

-Muss ein global ausgerichtetes Unternehmen auch regional denken?

Absolut. Wir wollen ein guter Nachbar sein. Wir unterstützen lokale Institutionen wie die Feuerwehr, das Kinderheim und die Lebenshilfe mit Spenden. Die Mitarbeiter sind daran interessiert, dass sich ihr Unternehmen sozial engagiert, aber auch, dass sie sich selbst einbringen können.

- Texas Instruments engagiert sich auch für die Nachwuchsförderung.

Da hat unsere Gesellschaft noch große Verbesserungspotenziale, speziell im Bereich MINT. Wir wollen das Interesse von Kindern und Jugendlichen an technischen Berufen noch mehr wecken. Auch wenn man schaut, wie wenige Elektro-Ingenieure weiblich sind, gibt es große ungenutzte Ressourcen. Texas Instruments entwickelt Produkte, die helfen können, den Kindern und Jugendlichen die Scheu vor der Elektronik zu nehmen.

-Zum Beispiel?

Erst im Januar haben wir den TI Rover auf den Markt gebracht – einen Roboter auf Rädern, der im Unterricht eingesetzt werden kann. Kinder und Jugendliche haben die Möglichkeit, ihn so zu programmieren, dass er fährt, Pirouetten dreht oder sogar Musik spielt.

Interview: Manuel Eser

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare