Der Kreml und der Kalistreit

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rohstoffe Moskau – Der Streit zwischen den Bruderstaaten Russland und Weißrussland weitet sich immer mehr aus.

In einer scharfen Reaktion forderte der Kreml die autoritäre Führung in Minsk auf, den inhaftierten russischen Topmanager Wladislaw Baumgertner umgehend freizulassen. Zudem setzte Russland am Freitag ein Einfuhrverbot für Schweine und Schweinefleischprodukte aus dem Nachbarland in Kraft.

„Wir fordern die sofortige Freilassung Baumgertners und erwarten, dass die weißrussische Seite dies in nächster Zeit umsetzt“, sagte der außenpolitische Berater von Kremlchef Wladimir Putin, Juri Uschakow. Baumgertner ist Chef des Bergbaukonzerns Uralkali und war am Montag in Minsk verhaftet worden. Kali ist ein wichtiger Rohstoff zur Herstellung von Düngemitteln. Weißrussland wirft dem Manager vor, der hoch verschuldeten Ex-Sowjetrepublik mit dem Ausstieg von Uralkali aus einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem weißrussischen Staatskonzern Belaruskali einen Schaden von 100 Millionen US-Dollar (rund 75 Mio. Euro) zugefügt zu haben.

Weißrussland habe unzureichende Maßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest getroffen, begründete die Veterinärbehörde in Moskau offiziell das Einfuhrverbot. Zuvor hatte Russland bereits Öllieferungen an das hoch verschuldete Weißrussland stark gedrosselt. Auch ein Importstopp für weißrussische Milchprodukte ist angedroht. Die weißrussische Wirtschaft ist stark von Exporten nach Russland abhängig.  dpa

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