Kreative Buchführung für Banken

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krisenstaaten München – Im europäischen Bankenwesen droht eine Schieflage.

Das befürchtet der ehemalige Vizepräsident der Deutschen Bundesbank, Franz-Christoph Zeitler. Hintergrund sind die Vorstöße von EU-Staaten, durch Änderungen des nationalen Handels- und Steuerrechts die Eigenkapitalausstattung ihrer Banken zu stärken. Im Interview mit Profil das bayerische Genossenschaftsblatt spricht er sich gegen diese Form der „kreativen Buchführung“ aus.

Insbesondere Italien und Spanien wollen ihren Kreditinstituten per Gesetz ermöglichen, ihr hartes Kernkapital höher zu schreiben, ohne Kapital von außen zuzuführen, Gewinne einzubehalten oder die Bilanzsumme zu reduzieren. Es gehe hier nicht um Kleinigkeiten, sondern bei Italien um einen Betrag von zirka 7,5 Milliarden Euro, im Falle Spaniens habe der Finanzminister selbst von 30 Milliarden Euro gesprochen, so der Bankenexperte.

Zeitler warnt vor Wettbewerbsverzerrungen, würden diese Pläne der beiden EU-Staaten Realität. Die Kreditinstitute wären bei der Bilanzprüfung der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie dem kommenden Stresstest von EZB und der Europäischen Bankenaufsicht bessergestellt. Darunter leide nicht nur die Glaubwürdigkeit der beiden Organe. Dies gehe letztlich zulasten aller Banken im Euroraum, weil sie dann für die Akquisition von Eigen- oder Fremdkapital einen höheren Preis zahlen müssen und gegenüber Konkurrenten aus dem angloamerikanischen Bereich benachteiligt werden, sagt Zeitler. mm

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