Kassen zahlen Gesundheitskurse

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Im Wettstreit um Kunden zeigen sich viele gesetzliche Krankenkassen mittlerweile großzügig. Sie gewähren zum Beispiel Zuschüsse zu Gesundheitskurse, teils auch mehrere im Jahr. Versicherte sollten bei ihrer Kasse nachfragen.

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Im Wettstreit um Kunden zeigen sich viele gesetzliche Krankenkassen mittlerweile großzügig. Sie gewähren zum Beispiel Zuschüsse zu Gesundheitskurse, teils auch mehrere im Jahr. Versicherte sollten bei ihrer Kasse nachfragen.

Viele gesetzliche Krankenkassen geben jetzt großzügiger Zuschüsse zu Gesundheitskursen. Sie bezahlen sogar mehrere gleichartige Kurse in einem Jahr. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Stiftung Warentest von 25 Krankenkassen in ihrer Zeitschrift Finanztest.

Ein zehnwöchiger Yogakurs für nur 35 Euro, ein achtwöchiges Wirbelsäulentraining für 30 Euro oder eine mehrwöchige Beratung zur gesunden Ernährung ganz kostenlos – nutzen gesetzlich Krankenversicherte die Angebote ihrer Kasse, tun sie etwas für ihre Gesundheit und müssen kaum etwas bezahlen.

Die Präventionsangebote sollen Versicherte motivieren und dazu anleiten, sich mehr zu bewegen und gesünder zu verhalten. Ist der Einstieg geschafft, sollen die Teilnehmer eigentlich auf eigene Faust und eigene Kosten weitermachen, doch die Krankenkassen sind nicht mehr so streng wie früher. Seit 2013 darf jeder sein Yoga- oder Gesundheitstraining jedes Jahr erneut für einen geringen Eigenanteil buchen. In der Regel sind sogar Grund- und Aufbaukurs in einem Jahr drin, jeweils mit Zuschuss von der Kasse.

Finanztest hat sich die Angebote von 25 Krankenkassen angesehen, darunter jeweils die sechs größten jeder Kassenart: Mit Ausnahme der Barmer GEK orientieren sich alle Kassen an der neuen Empfehlung des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen. Danach können Versicherte zum Beispiel für die Rückenschule einen Zuschuss erhalten, auch wenn sie dieses Angebot bereits im Vorjahr gebucht hatten.

Auch zwei gleiche Kurse in einem Jahr sind bei immer mehr Kassen drin. Von den geprüften Kassen fördern lediglich Barmer GEK, IKK Nord und IKK Gesund Plus weiterhin nur Kurse, deren Inhalte sich nicht wiederholen.

Die Kassen beteiligen sich an den Kosten für bis zu zwei Gesundheitskurse pro Jahr. Selbst Kompaktkurse im Urlaub sind möglich. Doch bisher nutzen nur wenige der rund 70 Millionen Kassenversicherten die attraktiven Angebote: 1,3 Millionen Kurse bezuschussten die Kassen im Jahr 2012. Zur Auswahl stehen vier Themen:

Bewegung

Mehr als 70 Prozent der von den Krankenkassen bezuschussten Kurse sind Bewegungskurse. Dazu zählen zum Beispiel Aquafitness, Rücken- und Wirbelsäulentraining oder Nordic Walking.

Stressbewältigung

Angebote zur Stressbewältigung liegen mit 20 Prozent auf Platz zwei in der Rangliste. Versicherte lernen auf Kassenkosten Entspannungsverfahren wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Tai Chi und Yoga.

Ernährung

Kurse, in denen die Versicherten von Fachleuten erfahren, wie sie sich ausgewogen ernähren oder richtig abnehmen, werden von den Versicherten nur wenig in Anspruch genommen.

Sucht

Nur eine kleine Rolle spielen bislang Kurse zum Thema Sucht. Die meisten Kassen bieten vor allem Kurse zur Raucherentwöhnung an.

Die Kassen bieten entweder eigene Kurse an oder solche von geprüften Anbietern. Die Höhe der Zuschüsse können sie frei bestimmen. Kasseneigene Angebote sind für die Versicherten oft völlig kostenfrei. Näheres erfährt man bei seiner Krankenkasse im Internet. Oder man lässt sich eine Liste der Angebote schicken.

Das meiste Geld für anerkannte Kursangebote bei Partnern bietet die AOK Nordwest mit 250 Euro pro Kurs. Die IKK Nord zahlt je Kurs 180 Euro. Wer zwei Kurse im Jahr wahrnimmt, kann hier bis zu 500 Euro beziehungsweise 360 Euro erhalten. Das sind die maximalen Beträge. Kostet der Kurs weniger, fällt der Zuschuss geringer aus. Um die Kassenförderung zu erhalten, müssen Versicherte mindestens 80 Prozent der Kursdauer anwesend sein und der Kasse dies mit der ausgestellten Teilnahmebescheinigung nachweisen. Buchen sie einen Kurs bei anderen Anbietern wie Volkshochschulen, privaten Anbietern oder im Fitnesscenter, sollten sie vor der Teilnahme klären, ob die Kasse dafür zahlt.

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