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Haus gehört Grundstückseigentümer

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Dr. Friedrich E. HöslFachanwalt für ErbrechtFachanwalt für FamilienrechtMiesbach

Mathilde S.: „Unser Grundstück wurde aufgeteilt – Ehefrau 35/100, Sohn 22/100, Besitzer 43/100. Jetzt möchten wir einen Dreispänner errichten. Das Geld nehmen wir zu je einem Drittel auf. Wie müssen wir verfahren, damit unser Sohn Besitzer eines der Häuser wird?“

Das auf einem Grundstück errichtete Gebäude wird kraft Gesetzes, das heißt automatisch, Eigentum desjenigen, dem Grund und Boden gehören. Ihre Bruchteilsgemeinschaft besteht aus drei Personen mit unterschiedlicher Beteiligung. Damit würde ein auf dem Grundstück errichteter Dreispänner den drei Bruchteilsbeteiligten mit jeweils der gleichen Quote gehören, wie dies für Grund und Boden vereinbart ist. Wenn Sie wollen, dass Ihr Sohn mit dem kleinsten Anteil von 22/100 alleiniger Eigentümer eines der drei geplanten Reihenhäuser wird, muss die Bruchteilsbeteiligung aufgelöst werden. Eine Möglichkeit ist, dass Sie eine Realteilung (Parzellierung) des Grundstücks vornehmen und den neuen Grenzverlauf entlang der Gebäudegrenzen der geplanten Reihenhäuser ziehen. Als Alternative kommt die Begründung von Wohnungseigentum in Betracht: Grund und Boden würden weiterhin den Beteiligten der Bruchsteilgemeinschaft als Gemeinschaftseigentum gehören, einzelne Gebäudeteile werden demgegenüber als Sondereigentum exklusiv nur einem Wohnungseigentümer zugewiesen. Eine solche Aufteilung ist bereits in der Planungsphase möglich und für eine etwaige Finanzierung auch sinnvoll. Versäumen Sie es nicht, neben rechtlicher Unterstützung auch steuerrechtlichen Rat einzuholen, da die Auflösung der Bruchteilsgemeinschaft mit wertverschiebender Zuweisung neuen Eigentums auch steuerrechtliche Konsequenzen haben könnte. Egal welche Teilung Sie vornehmen wollen, sie bedarf des Einvernehmens aller Beteiligter.

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